Merz fordert Neuausrichtung der Partnerschaft: Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz betonte in seiner Rede, dass die Partnerschaft zwischen Europa und den USA erneuert werden müsse: «Wenn unsere Partnerschaft eine Zukunft haben soll, dann müssen wir sie im doppelten Sinn neu begründen. Diese Begründung muss handfest sein, nicht esoterisch. Wir müssen diesseits und jenseits des Atlantiks zu dem Schluss kommen: Zusammen sind wir stärker.»
Europa soll bei der nuklearen Abschreckung enger zusammenrücken: Für mehr militärische Eigenständigkeit Europas kann sich Merz eine stärkere europäische Zusammenarbeit bei der nuklearen Abschreckung der Nato vorstellen. Er habe dazu bereits erste Gespräche mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron geführt. Merz betonte, Deutschland werde sich an seine rechtlichen Verpflichtungen halten, keine eigenen Atomwaffen zu besitzen.
Macron fordert Europa als geopolitische Macht: Der französische Präsident hat Europa als «geopolitische Macht» gefordert. Um unabhängiger von Grossmächten zu werden, müsse Europa alle Komponenten einer solchen Macht entwickeln, darunter Verteidigung und Technologie. Mit Blick auf den Ukraine-Krieg forderte Macron ein selbstbewussteres Auftreten Europas und eine führende Rolle bei der Gestaltung der Sicherheitsarchitektur nach dem Krieg.
Kritik an Trumps Politik und US-Vizepräsident Vance: Merz' Rede war eine Reaktion auf die Verwerfungen in den Beziehungen zu den USA unter Donald Trump. Er nannte den Grönland-Konflikt, Zolldrohungen und die Missachtung internationaler Institutionen als Beispiele. Die Rede sei auch eine Antwort auf US-Vizepräsident JD Vance, der ein Jahr zuvor in München die europäische Demokratie kritisiert hatte. «Zwischen Europa und den Vereinigten Staaten hat sich eine Kluft aufgetan.» Dies habe Vance «sehr offen gesagt» und er habe damit recht.
USA weiterhin auf Europa angewiesen: Merz glaubt weiterhin an freien Handel, Klimaabkommen und die Weltgesundheitsorganisation. Er betonte, dass globale Aufgaben nur gemeinsam gelöst werden können. Auch die USA seien im Zeitalter der Grossmächte auf das Vertrauen Europas angewiesen. Er sagte, Europa könne sich nur mit wirtschaftlicher und militärischer Stärke sowie politischer Entschlossenheit in einer neuen Weltordnung behaupten.
Rubio betont enge Verbindung zwischen USA und Europa: US-Aussenminister Marco Rubio hat vor seinem Abflug nach München die Bedeutung der transatlantischen Beziehungen hervorgehoben. «Europa ist uns wichtig», erklärte er vor Journalisten. Man sei tief mit Europa verbunden und «unsere Zukunft war immer miteinander verknüpft und wird es auch weiterhin sein». Rubio betonte zudem, dass die Welt sich in einer neuen Ära der Geopolitik befinde und die alte Ordnung nicht mehr existiere.
Newsom kritisiert Trump scharf: Kaliforniens Gouverneur, Gavin Newsom, hat den US-Präsidenten scharf attackiert. Er bezeichnete Trump als den destruktivsten Präsidenten in der Geschichte der USA in Bezug auf Umwelt- und Klimaschutz. Newsom rief dazu auf, Trump endlich etwas entgegenzusetzen – mahnte aber auch zu Geduld: «Donald Trump ist vorübergehend. Er wird in drei Jahren weg sein», sagte Newsom in einer Diskussion über Klimapolitik. Die Klimapolitik der aktuellen US-Regierung werde deshalb nur von vorübergehender Natur sein.
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Bild 1 von 2. Newsom kritisierte mit Blick auf den Umwelt- und Klimaschutz, noch nie in der Geschichte der USA habe es einen destruktiveren Präsidenten gegeben als den jetzigen Amtsinhaber. Bildquelle: REUTERS/Liesa Johannssen.
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Bild 2 von 2. Auch die demokratische Abgeordnete und parteiinterne Hoffnungsträgerin Alexandria Ocasio-Cortez ist vor Ort. Sie warf Trump vor, die transatlantische Partnerschaft zu zerstören. Bildquelle: REUTERS/Liesa Johannssen.