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Parteien von Le Pen und Macron verlieren bei Regionalwahlen
Aus HeuteMorgen vom 28.06.2021.
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Regionalwahlen in Frankreich Eine Ohrfeige für die nationale Politik

Sieben Regionen für die Rechte, fünf für die Linke, in Korsika sitzen die korsischen Autonomisten sicher im Sattel. Das «Rassemblement National» scheitert ein weiteres Mal beim Versuch, eine Region zu erobern. Präsident Macrons Partei «La République en Marche» bleibt eine Hors-sol-Organisation. Der zweite Wahlgang der Regionalwahl bestätigt die Trends der ersten Runde. Auch die Stimmbeteiligung bleibt mit 34 Prozent auf einem Rekordtief. Bei der letzten Wahl 2015 lag sie im zweiten Wahlgang gut 20 Prozent höher.

Dieser Einbruch bei der Stimmbeteiligung war die Überraschung der ersten Runde. Keine Umfrage hatte sie vorausgesehen. Nun macht sie die Interpretation der Resultate entsprechend schwierig.

Wahlprotest trifft Regierung und Opposition

Alle Umfragen waren davon ausgegangen, das «Rassemblement National» werde mindestens eine, vielleicht auch mehrere Regionen gewinnen. Dies ist nicht gelungen. Im Gegenteil: Die Partei von Marine Le Pen hat landesweit Stimmenanteile verloren.

Der übliche Wahlprotest aus den Regionen trifft die Regierung und ihre nationale Opposition gleichermassen. Das «Rassemblement National» und Präsident Macrons «La République en Marche» waren beim letzten nationalen Urnengang klar die stärksten Parteien. Bei der Europawahl 2019 verwiesen sie die traditionellen Parteien links und rechts auf die hinteren Plätze.

Nun sind beide abgerutscht. Der Aufstieg Le Pens scheint für den Moment gestoppt. «La République en Marche» bekommt die Füsse nicht auf den Boden und bleibt unter 10 Prozent. Die alten Parteien erleben dagegen eine Renaissance, die rechts-bürgerlichen «Républicains» sowie die Sozialisten und ihre Verbündeten sind wieder da.

Gradmesser für Präsidentenwahl

Die Regionalwahlen galten als Testlauf für die Wahlen von Präsident und Parlament in einem Jahr. Für die Linke sind die Resultate insgesamt wenig ermutigend: Bei der Präsidentenwahl haben sie nur eine Chance, wenn sie bereits im ersten Wahlgang vereint antreten. Aber in jenen Regionen, in denen die Linke mit einer gemeinsamen Liste angetreten ist, haben sich ihre Hoffnungen nicht erfüllt.

Bei der Rechten sieht es auf den ersten Blick besser aus. Drei ihrer Regionalpräsidenten haben nationale Ambitionen: Xavier Bertrand aus Hauts-de-France im Norden, Valérie Pécresse, Präsidentin der Île de France in der Grossregion Paris sowie Laurent Wauquiez, Präsident der Region Auvergne Rhône-Alpes. Sie haben nach dieser Wahl Rückenwind bei der innerparteilichen Auswahl.

Ob dies bis zur Präsidentenwahl im nächsten Jahr anhält, ist allerdings fraglich. Ihre Hoffnung ist, dass es nicht erneut zu einer Stichwahl zwischen Präsident Emmanuel Macron und Herausforderin Marine Le Pen kommt. Doch diese Hoffnung basiert auf einer tiefen Stimmbeteiligung von 34 Prozent.

Daniel Voll

Daniel Voll

SRF-Korrespondent für Frankreich und den Maghreb

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Daniel Voll ist seit 2018 Frankreich-Korrespondent von Radio SRF mit Sitz in Paris. Der Maghreb gehört ebenfalls zu seinem Berichtsgebiet. Zuvor war er u.a. als EU-Korrespondent und Auslandredaktor für SRF tätig.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Norbert Zeiner  (ZeN)
    Da muss man schon sehr gewählte Brille aufhaben und kräftig vom vom Wunsch ist Vater/Mutter des Gedankens erfasst sein, um zu solcher Analyse zu kommen mit Überschrift "Ohrfeige für nationale Politik" Macron's Napoleon Gehabe als EU Lichtgestalt hat mit seiner internationalistischen Politik völligen Schiffsbruch in den Regionen eingefahren, während Rassemblent National zwar auch verloren hat, aber nie in dem Masse. Deren Verlust macht aber mediale Schlagzeile, nicht Schiffsbruch der Gegenseite.
    1. Antwort von Toni Koller  (Tonik)
      Naja Herr Zeiner, das Wort „Ohrfeige“ ist für Macrons Ergebnis wohl deutlich genug. Und Le Pens Flop macht nun Schlagzeilen deswegen, weil ihr - anders als Macron - ein Erfolg vorausgesagt worden war. Alles klar jetzt?
    2. Antwort von Roger Stahn  (jazz)
      Von wem vorausgesagt, Herr Koller..?
    3. Antwort von Toni Koller  (Tonik)
      @Stahn: Na, vorausgesagt durch Umfragen natürlich! Soweit man hierzulande lesen konnte, hat die Meinungsforschung Le Pen erfolgreich gesehen; in der Region PACA wurde ihrem unappetitlichen "Rassemblement" sogar ein wahrscheinlicher Sieg prognostiziert. Die Aussagekraft von Umfragen ist allerdings, wie wir wissen, nicht immer über alle Zweifel erhaben. Im vorliegenden Fall muss ich sagen: zum Glück.
    4. Antwort von Roger Stahn  (jazz)
      Nichts natürlich, Herr Koller, wer genau hat wo, wann, welche Umfragen erstellt und in der Öffentlichkeit, wo genau publiziert? (PACA ist eine Region an der Mittelmeerküste im Südosten Frankreichs).
    5. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Zeiner: Natürlich war es eine „Ohrfeige“ an die rückständige nationalistische Gangart. Wer hat die falsche Brille an?
    6. Antwort von thorsten Koopmann  (Koopmann)
      „ ückständige nationalistische Gangart. “ das ist ihre eindimensionale Interpretation und pauschalisieren
    7. Antwort von thorsten Koopmann  (Koopmann)
      Herr zeiner es war eine Niederlage für Rassemblent National. Aber ansonsten teile ich Ihre Einschätzung. Besonders finde ich dass sie dass schreiben dürfen sollen. Es war krachende Niederlage für die Regierungspartei um Macron
  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    In der Schweiz straft die Bevölkerung die Regierung, aus unerklärlichen Gründen, mit der Ablehnung des breit abgestützten revidierten CO2-Gesetzes ab. In Frankreich wird die Regierung, also faktisch der Präsident, in den Regionalwahlen bestraft; ebenfalls schwer erklärbar, da keine bessere Alternative bereit ist. Macron ist seit langem der erste Präsident, der herausgeschobene Reformen umsetzt, statt nur auf seine Beliebtheitsskala zu schauen. Das werden die Franzosen merken, wenn's zu spät ist.
    1. Antwort von Kurt Schönenberger  (CurdinS)
      So, so. Breit abgestütztes CO2-Gesetz?
    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Kurt Schönenberger: Es war die Revision des bereits bestehenden Schweizer CO2-Gesetzes. Im Nationalrat war die Zustimmung 129:59, im Ständerat sogar 33:5. Alle Parteien und sogar Verbände wie der TCS waren dafür. Lediglich die SVP, sekundiert von der Erdöllobby und Auto Schweiz waren dagegen. So geht es jetzt genau Macrons Partei «La République en Marche». Die Stimmbürger glauben, alles bleibe so wie es ist, wenn sie die Regierungspartei bei den Kommunalwahlen abstrafen.
    3. Antwort von Norbert Zeiner  (ZeN)
      Leu: Wie man gesehen hat, breit abgestützt in Bundesbern's Politiker-und NGO-Kreisen, sowie aller Profiteure der Energie-Subventionen Honigtöpfen und deren Lobby, und natürlich zu beinahe 100% der Medien. Alles andere als breit abgestützt bein denjenigen, denen man auch nur Gutes versprach, die das alles hätten bezahlen müssen. Zum Glück hat deren Hausverstand durchschaut, dass es dabei weit mehr Verlierer als Gewinner geben würde. Zeigte nur, wie allesamt weitab der Tagesrealität im Volk leben.
    4. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Welches Volk meinen Sie Herr Zeiner? Die 48.41% welche dafür waren oder die 51.59% dagegen? Bezahlen werden wir so oder so.
    5. Antwort von Beat Kessler  (KLERUS)
      @Zeiner: Ja, die Gesellschaft war dagegen. Aber die Rechnung, kommt so oder so und desto länger wir warten, desto teurer wird sie am Schluss sein! Mit freundlichen Grüßen
    6. Antwort von Haruni Bekim  (Bekim)
      "desto teurer wird sie am Schluss sein! " Spannende Aussage. Ich hoffe ja weiterhin auf eine konkrete Antwort. Wie teuer wird es? und wie viel teurER wird es angeblich, weil man Nein sagte. Gibt es dazu konkrete Zahlen oder ist es doch einfach nur eine Behauptung. Bitte wenigstens nachweise, dass es bei einem Ja insgesamt günstiger gekommen wäre. Ich denke das ist nicht zuviel verlangt. Wenn es doch schon behauptet wird.