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Milliarden für den Weltraum
Aus Echo der Zeit vom 29.11.2019.
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Rekordsumme beschlossen Weltraumorganisation intensiviert Kampf gegen Klimawandel

Es gehe um Wettbewerbsfähigkeit, Arbeitsplätze, Umweltschutz, Souveränität und vieles mehr: Dafür will die ESA 14.4 Milliarden ausgeben.

Darum geht es: Auf der wegweisenden Ministerrats-Konferenz «Space19+» in Sevilla beschlossen die ESA-Mitgliedsländer eine unerwartet starke Anhebung des Budgets für die nächsten drei beziehungsweise fünf Jahre auf 14.4 Milliarden Euro. Eine Rekordsumme. Vor drei Jahren in Luzern waren für ebenso lange Zeiträume 10.3 Milliarden bewilligt worden.

In was wird investiert? «Die ESA braucht das Geld für eine ganze Reihe von Weltraum-Projekten: für unzählige Satelliten, die wir benutzen, um das Wetter zu beobachten», so SRF-Wissenschaftsredaktor Christian von Burg. Daneben auch für neue Missionen Richtung Mond oder Mars. «Zudem fliesst viel Geld auch in die neue Trägerrakete, die Ariane 6».

Wohin der grösste Teil des Geldes fliesst: «Der grösste Teil des Geldes fliesst nach wie vor in die Satelliten», so von Burg. Das sei auch gut so, denn: «Das ist der Bereich, von dem wir hier auf der Erde am konkretesten profitieren. Zum Beispiel bei den Wetterprognosen, bei der Lokalisierung oder natürlich bei der Telekommunikation».

Wer übernimmt die Kosten? Mit etwa 3.3 Milliarden Euro übernimmt Deutschland von Frankreich (2.6 Mrd.) die Rolle des stärksten Beitragszahlers. Die Schweiz beteiligt sich mit der respektablen Summe von 542 Millionen Euro.

ESA

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Die europäische Weltraumorganisation mit Sitz in Paris wurde 1975 zur besseren Koordinierung der europäischen Raumfahrtaktivitäten gegründet und um technologisch gegenüber den Raumfahrtnationen Sowjetunion und Vereinigte Staaten gleichberechtigt auftreten zu können. Sie hat 22 Mitgliedstaaten und beschäftigte 2017 etwa 2.200 Mitarbeiter. Die Mehrzahl der EU-Staaten ist an der ESA beteiligt. Daneben engagieren sich dort auch die Schweiz und Norwegen.

Wie die Budgeterhöhung im Kampf gegen den Klimawandel helfen soll: Der Bereich der Erdbeobachtung bekommt mit 2.54 Milliarden den grössten Batzen. Der zuständige ESA-Direktor Josef Aschbacher erklärte auf eine Journalistenfrage, was man mit all dem Geld anstellen werde: «Wir werden unter anderem bessere Messungen vom CO2-Ausstoss durchführen können.»

«Wir werden auch Europäer auf den Mond bringen»

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Mit Spannung blickt man bei der ESA unterdessen auf das Mond-Programm «Artemis» der US-Raumfahrtagentur Nasa. 2024 sollen nach den Plänen von Präsident Donald Trump wieder US-Astronauten auf dem Mond landen. Europa ist daran beteiligt, soll vorerst aber nur ein Servicemodul zum Antrieb der Raumkapsel Orion beisteuern. Damit gibt sich der ESA-Chef Johann-Dietrich Wörner aber nicht zufrieden er.

Die Rolle der Schweiz: Bei einigen Programmen sei die Schweiz sogar federführend, sagt von Burg. «Beispielsweise bei der Mission ‹ADRIOS›. Da geht es darum, den Weltraum aufzuräumen. Der Weltraumschrott, also die unzähligen kleinen Teile von alten oder kollidierten Satelliten in der Erdumlaufbahn, sind zu einem riesigen Problem geworden.» Eine junge Firma aus der Westschweiz, ein Spin-Off der ETH Lausanne, hat hier von der ESA den Zuschlag bekommen.

Christian von Burg

Christian von Burg

SRF-Wissenschaftsredaktor

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Der 1972 geborene Journalist arbeitet für die SRF-Wissenschaftsredaktion. Angefangen hat er bei der Zeitung «der Bund», zuerst bei der Lokalredaktion, anschliessend im Inland.

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44 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Ich denke beim nächsten Raketenstart an das Klima und verzichte auf den Autoausflug. Ebenfalls denke ich beim nächsten Raketenstart an die "Hohe Mission"dieses Events und verzichte auf die 1.Augustrakete. Genau so denke ich nun mitleidig an das harte Schicksal der Forscher auf ihrem Dieselkahn, in der Arktis festgefroren für das hohe Ziel und schraube die letzte Glühbirne raus im Keller.
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  • Kommentar von Markus Gasser  (Markus Gasser)
    Durch Beobachten wird das Klima nicht besser. Wir wissen schon genug um möglichst viel Geld in der Ersatz der fossilen Brennstoffe zu stecken, die Wälder wieder aufzuforsten und vieles vieles mehr. Es nützt mir nicht viel wenn ich weiss, dass ich aufgrund der Hitze in 10 Jahren vermutlich sterben werde, ich will, dass dieser Fall gar nicht eintritt. Wir forschen und prognostizieren bis zum Umfallen und die menschengemachte Klimaerwärmung nimmt flott seinen rasanten Lauf. Oh Gott !
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    1. Antwort von Willy Gruen  (wgruen)
      "Wir wissen schon genug" gibt es nicht. Forschen ist Teil des Lebens und wie man es besser gestaltet. Es sind eben die Klimaleugner, die behaupten, dass die Wissenschaftler nichts wissen und der Mensch nicht die Hauptschuld an der Erderwärmung trage. Das Klima würde besser, wenn wir das Wissen darüber befolgen würden. Daran haperts.
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    2. Antwort von Pierre De Laval  (Petros74)
      Ja die von Menschen gemachte - aber auch die von anderen Quellen gemachte Klimaerwärmung.

      Was mich eigentlich wundert, dass angesichts der weltumspannenden, globalen Krise in die wir demnächst hinein stürzen, sich gewisse Gruppierungen immer noch für religiöse Konflikte (Moslem. Terror Problematik - Palästinenser und Juden - etc ) und andere Kriege (Türken und Kurden - Ukraine - Syrien - etc etc) "engagieren" - wo die Erde uns allen eh den baldigen Untergang beschert...
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    3. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Warum soll man die Wälder aufforsten Herr Gasser? Seit 1840 nimmt die Waldfläche der Schweiz kontinuierlich zu. https://www.waldwissen.net/technik/land_raum/wsl_waldflaechenentwicklung_schweiz/index_DE
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    4. Antwort von Pascal Odermatt  (PDOdermatt)
      80% aller Biomasse der Erde sind Pflanzen und sind daher ein riesiger Speicher von Kohlenstoff. Durch Abholzung wird dieses Kohlenstoff freigesetzt. Die Zahlen sind noch nicht sehr genau aber pro Jahr verschwindet ungefaehr eine Flaeche Wald groesser als die ganze Schweiz (50'000 km2) (https://e360.yale.edu/features/conflicting-data-how-fast-is-the-worlds-losing-its-forests) Das wird auf Dauer nicht gut gehen. Als CHer koennte man bspw. Flugmeilen mit Beitrag an Waldaufforstung teilkompensieren.
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  • Kommentar von Reto Derungs  (rede)
    Das finde ich eine ganz tollen Ansatz. Bis jetzt basieren die Klimamodelle ja vor allem auf theoretische Annahmen, weil effektiv gemessene Daten weitgehend fehlen oder sehr ungenau sind. Die FAZ hat dazu einen sehr guten Beitrag mit dem Titel "Wer die Welt simuliert, hat die Wahrheit nicht gepachtet", der sehr schön aufzeigt, wie wenig wir über die Zusammenhänge des Klimas wissen. Je mehr Wissenslücken wir schliessen um so besser. Und da helfen die Satelliten ganz sicher.
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    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Allerdings würde es aktuell mehr bringen wenn mehr in die Massnahmen gesteckt würde die wir schon kennen, von denen wir bereits wissen, dass sie nicht falsch sein können. Aber man könnte eventuell das eine tun und das andere nicht lassen. Wir haben in der Tat schon eine gewaltige Menge nutzbare Daten. Ausserdem sind natürlich die Messungen auf der Erde teilweise viel relevanter. Der Vorteil der Satelliten ist unbestritten die Möglichkeit an Orten zu messen an die wir auf der Erde kaum hinkommen.
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