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Legende: Video Schiff «Alex» mit 41 Migranten in Lampedusa eingelaufen abspielen. Laufzeit 01:11 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.07.2019.
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Rettungsschiff «Alex» Weiteres Schiff mit Migranten in Lampedusa eingelaufen

Die «Alex» widersetzt sich dem Anlegeverbot wie schon die «Sea-Watch 3». Innenminister Salvini beharrt auf den Sperren.

Das Schiff «Alex» der italienischen Hilfsorganisation Mediterranea ist trotz eines Verbots von Innenministers Matteo Salvini in den Hafen von Lampedusa eingelaufen. Unterdessen erhielten die Menschen an Bord die Erlaubnis, in Lampedusa an Land zu gehen.

Die «Alex» hatte den Notstand wegen der Hygienesituation erklärt. Darauf bot Malta an, die Menschen aufzunehmen. Mediterranea erklärte jedoch, die elfstündige Fahrt sei zu beschwerlich.

Legende: Video Die Migranten gehen in der Nacht auf Sonntag von Bord (unkomm.) abspielen. Laufzeit 00:16 Minuten.
Aus News-Clip vom 07.07.2019.

Damit folgte die «Alex» dem Beispiel des deutschen Schiffs «Sea-Watch 3», das vor einer Woche von Kapitänin Carola Rackete trotz Verbots mit 40 Migranten nach Lampedusa gebracht wurde.

Ein drittes Schiff, die «Alan Kurdi» der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye mit 65 Migranten an Bord ist mittlerweile in Richtung Malta aufgebrochen. Man könne nicht länger abwarten, teilte die Sea-Eye am späten Samstagabend auf Twitter mit.

Streit zwischen Italien und Deutschland

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer forderte seinen italienischen Amtskollegen Matteo Salvini in einem Brief auf, die Dauerkrise um die Rettungsschiffe zu beenden: «Wir können es nicht verantworten, dass Schiffe mit geretteten Menschen an Bord wochenlang im Mittelmeer treiben, weil sie keinen Hafen finden», schrieb Seehofer.

Salvini wies die Forderung von Seehofer umgehend zurück: «Die Bundesregierung bittet mich, italienische Häfen für die Schiffe zu öffnen? Absolut nicht.» Er fordert im Gegenteil, «den Schiffen die deutsche Flagge zu entziehen, die Menschenhändlern und Schmugglern helfen, und ihre Bürger, die die italienischen Gesetze missachten, zurückzuholen.»

Matteo Salvini spricht mit Journalisten
Legende: Italiens Innenminister Matteo Salvini weist die Kritik seines deutschen Amtskollegen zurück. Keystone

Kritik an «Wünschen» der Retter

An einer Konferenz in Triest kritisierte Salvini am Freitag die Haltung der Hilfsorganisationen: «Letzte Woche hat eine Organisation ein Angebot aus Tunesien abgelehnt, jetzt eines aus Malta. Vielleicht teilen sie uns in Zukunft gleich am Anfang an mit, ob sie lieber an der Amalfiküste, in der Adria, an der Côte d'Azur oder den Cinque Terre anlegen möchten. Im Ernst, sie spielen mit dem Leben von Dutzenden von Menschen.»

Salvini weiss die Mehrheit der Italiener hinter sich. 59 Prozent stehen gemäss einer neuen Umfrage hinter seiner Politik der geschlossenen Häfen.

Seehofer betonte, Deutschland habe der EU-Kommission angeboten, Migranten auf den Schiffen «Alan Kurdi» und «Alex» aufzunehmen. Dies habe er bereits am Freitag der EU-Kommission mitgeteilt und um Koordinierung gebeten.

Tote Migranten vor Tunesien geborgen

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Nach einem Bootsunglück vor der Küste Tunesiens haben Rettungskräfte 13 Leichen afrikanischer Migranten aus dem Mittelmeer geborgen. Die Zahl werde wahrscheinlich noch steigen, teilte die Hilfsorganisation Roter Halbmond mit.

Das Schlauchboot war am Montag aus Libyen nach Europa gestartet. Insgesamt waren laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) 86 Menschen an Bord, als es am Mittwoch nahe der tunesischen Küstenstadt Zarzis sank. Nur vier Menschen konnten gerettet werden, von denen einer später im Spital starb.

Beim Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, kamen dieses Jahr nach IOM-Angaben mehr als 420 Menschen ums Leben. Mehr als 3700 weitere seien aufgegriffen und in Internierungslager in Libyen gebracht worden. (dpa)

Kundgebungen in Deutschland

Aus Solidarität mit den Mitarbeitern auf den Rettungsschiffen im Mittelmeer haben in Deutschland tausende Menschen für die Rechte von Schiffbrüchigen und Geflüchteten demonstriert. Dazu aufgerufen hatte die Organisation Seebrücke. Laut den Veranstaltern nahmen rund 30’000 Teilnehmer an Kundgebungen in etwa 100 Städten teil.

Sören Moje, Maschinist auf dem Schiff «Sea-Watch 3» mit Kapitänin Carola Rackete, forderte auf einer Kundgebung in Oldenburg, Niedersachsen, ein stärkeres Engagement deutscher Städte zur Aufnahme geretteter Migranten. «Das Mittelmeer ist inzwischen die tödlichste Grenze der Welt», sagte Moje.

In Berlin wurde auch ein Appell von Kapitänin Carola Rackete über Lautsprecher übertragen. Die Verantwortungslosigkeit der europäischen Staaten habe sie gezwungen, so zu handeln, wie sie es getan habe.

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197 Kommentare

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  • Kommentar von Janusz Kaltenbacher  (anti_sozialist)
    Laut mehreren Umfragen in Italien steht die Mehrheit der Italiener hinter Salvini, die Schiffe nicht in italienische Häfen einlaufen zu lassen. Es ist immer einfach, aus schönen und warmen Stuben in Deutschland oder der Schweiz heraus eine solche Haltung zu kritisieren, wenn man selber keine betroffen Küstenabschnitte und Inseln hat. Wenn jemand vor Chuxhafen in Seenot gerät, käme wohl niemand auf die Idee, ihn nach Nordafrika hinüberzuretten.
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Wann handeln die vielen "reichen" zuständigen Regierungen weltweit, um diese Massenflucht weltweit zu stoppen? Ursachen-Verurschungs-Klärung- und Behebung!
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  • Kommentar von Ernst Küng  (NestorBS)
    Stimmt ja gar nicht. Sie waren bei Erhalt ihrer Unabhöngigkeit gut unterwegs. Erst seither ging es ja langsam abwärts. Bestes Beispiel ist z.B. Südafrika. Prosperierend und heutzutage?
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    1. Antwort von Roger Stahn  (jazz)
      Auch Haiti war einst die reichste Kolonie des französischen Kolonialreichs. Nach dem erfolgreichen Sklavenaufstand und bald nach ihrer Unabhängigkeit wurden die Grossplantagen unter der Bevölkerung aufgeteilt, wodurch der Export von Agrargütern zusammenbrach. Haiti hatte während des grössten Teils seiner Geschichte unter Gewaltherrschern und Kleptokraten zu leiden. (Siehe Geschichte von Haiti)
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    2. Antwort von Konrad Schläpfer  (Koni)
      @Roger Stahn, und heute leiden die Haitianer an Hunger und der Aufbau nach der Naturkatastrophe geht auch nicht voran. Arbeiten und Initiative wäre gefragt.
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    3. Antwort von Janusz Kaltenbacher  (anti_sozialist)
      Das jüngste Land der Welt und Afrikas ist Südsudan, wo es seit dessen Gründung 2005 einen Bürgerkrieg gibt, woran aber weder Europäer noch Weisse schuld sind.
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