- In Kolumbien hat die Stichwahl um das Präsidentenamt begonnen.
- Rund 41 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, über den Nachfolger des linken Präsidenten Gustavo Petro zu entscheiden.
- Zur Wahl stehen der rechtsgerichtete Anwalt Abelardo de la Espriella und der linke Senator Iván Cepeda.
Die Abstimmung gilt als Richtungsentscheidung für das südamerikanische Land. Im Mittelpunkt stehen die angespannte Sicherheitslage, die wirtschaftliche Entwicklung und der Umgang mit bewaffneten Gruppen wie der ELN-Guerilla und Farc-Dissidenten.
De la Espriella gewann die erste Wahlrunde überraschend mit 43.7 Prozent der Stimmen. Der politische Aussenseiter wirbt für einen harten Kurs gegen organisierte Kriminalität, einen schlankeren Staat und bessere Bedingungen für private Investitionen. Im Wahlkampf versprach «El Tigre» – wie er sich öffentlichkeitswirksam nennt – ein kompromissloses Vorgehen gegen bewaffnete Gruppen.
Cepeda kam in der ersten Runde auf 4.9 Prozent. Der langjährige Senator und Menschenrechtsaktivist tritt für das Regierungslager an und will zentrale Elemente der Politik Petros fortsetzen. Dazu gehören höhere Sozialausgaben und Verhandlungen mit bewaffneten Gruppen im Rahmen der Strategie des «totalen Friedens».
Wahlkampf von Gewalt überschattet
Der Wahlkampf wurde von einer Welle der Gewalt überschattet. In mehreren Regionen des Landes kam es zuletzt zu Anschlägen und Gefechten zwischen Sicherheitskräften und bewaffneten Gruppen.
Beobachter sehen die Wahl auch als Abstimmung über die Bilanz Petros. Während seine Anhänger auf sinkende Armutszahlen und höhere Sozialausgaben verweisen, werfen Kritiker ihm vor, mit seiner Strategie des «totalen Friedens» keinen entscheidenden Durchbruch gegen bewaffnete Gruppen erreicht zu haben.
Die Wahllokale schliessen am Sonntag um 16.00 Uhr Ortszeit (23.00 Uhr MESZ). Mit ersten belastbaren Ergebnissen wird noch am Abend (Ortszeit) gerechnet.