Zum Inhalt springen

Header

Audio
USA sanktionieren Russland wegen Nawalny
Aus Echo der Zeit vom 02.03.2021.
abspielen. Laufzeit 44:25 Minuten.
Inhalt

Sanktionen gegen Russland Korrespondent David Nauer: «Sanktionen tun Russland nicht weh»

Die Verurteilung des russischen Oppositionsführers Alexej Nawalny hat in Russland viele Menschen auf die Strassen getrieben und in Europa und den USA für Empörung gesorgt. Nawalny ist in Russland vergiftet worden und wurde daraufhin in Deutschland gesund gepflegt. Nach seiner Rückreise nach Russland wurde Nawalny sofort verhaftet. Laut Medienberichten sitzt er derzeit in einem Straflager in der Nähe von Moskau.

Nun haben die USA und bereits zuvor die EU gegen Russland Sanktionen verhängt. Mehrere ranghohe Staatsfunktionäre dürfen nicht mehr in den Westen reisen, zudem wurden Bankkonten gesperrt und Vermögen eingefroren. Wir haben mit dem SRF-Russland-Korrespondenten David Nauer über die Wirkung dieser Sanktionen gesprochen.

David Nauer

David Nauer

Russland-Korrespondent, SRF

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

David Nauer ist Korrespondent von Radio SRF in Russland. Von 2006 bis 2009 hatte Nauer für den «Tages-Anzeiger» aus Moskau berichtet, anschliessend aus Berlin.

SRF News: David Nauer in Moskau, tun diese Sanktionen Russland weh?

David Nauer: Nein, das tun sie nicht. Wir wissen zwar noch nicht konkret, welche Personen oder Beamten auf der Sanktionsliste der USA stehen. Aber die EU hat bereits ähnliche Sanktionen erlassen und das sind zu einem grossen Teil Vertreter des russischen Sicherheitsapparats. Männer in Uniform also, die zwar für Repressionen verantwortlich sind, die aber kaum in den Westen, nach Europa reisen und die dort auch kaum Vermögen haben. Es sind also Personen, die eigentlich nicht betroffen sind von solchen Sanktionen. Der Sprecher von Präsident Wladimir Putin hat heute gesagt, diese Sanktionen würden nichts bringen. Und da hat er wohl recht.

Was für Sanktionen wären nötig, damit Russland reagieren würde?

Es wäre etwas anderes, wenn der Westen zum Beispiel nicht Beamte, sondern russische Oligarchen sanktionieren würde. Also steinreiche Unternehmer aus dem Umfeld des Kremls. Anhänger von Nawalny verlangen übrigens genau dies. Auch wirkliche harte wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland hätten bestimmt eine Wirkung, zum Beispiel wenn die EU plötzlich kein russisches Erdöl mehr kaufen würde.

Der Westen denkt immer auch an die eigene Wirtschaft, die ebenfalls unter schwerwiegenden Massnahmen leiden würde.

Aber zu solchen Schritten wird sich der Westen kaum durchringen können, weil man ja schliesslich immer auch noch an die eigene Wirtschaft denkt, die ebenfalls unter solchen schwerwiegenden Massnahmen leiden würde.

An der Situation des inhaftierten Alexej Nawalny wird sich also nicht viel ändern? Er sitzt ja bereits in einem Straflager.

Ja, das tut er und soweit man weiss, in einem der härtesten Straflager Russlands. Das zeigt schon, dass dem Kreml wirklich viel daran gelegen ist, Nawalny nicht nur zu isolieren, sondern ihn auch zu bestrafen. Denn er ist der wichtigste innenpolitische Gegner von Präsident Putin. Wegen einigen russischen Beamten auf einer westlichen Sanktionsliste wird Putin seinen wichtigsten innenpolitischen Widersacher sicher nicht freilassen.

Das Gespräch führte Danièle Hubacher.

Info 3, 03.03.2021, 17:00 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

12 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Wenn Sie einmal richtig beobachten
    und Schlusse ziehen, dann jetzt. Aber - die Reaktion des Kremels muss noch erwartet werden. Putin müsste nicht
    Putin sein wenn alles so geschluckt wird. Wir dürfen gespannt sein
    1. Antwort von Hans Peter Auer  (Ural620)
      @ (Vignareale): Natuerlich wird es eine Gegenreaktion aus dem Kreml geben, doch auch dessen Wirksamkeit, wie die bisherigen werden mehrheitlich im Sand verlaufen. Zudem habe ich just gelesen, dass GB und USA weitere Pakete von Sanktionen (angeblich Finanzsektor) vorbereiten. Quelle: Bloomberg Auch da darf man gespannt sein, was die Folgen, oder welche Folgen dies beidseitig haben wird.
  • Kommentar von Thomas Schuetz  (Sürmel)
    Die Pseudo Sanktionen werden im Besten Fall etwas bewirken : Russland wird sich noch mehr anstrengen, so schnell wie möglich noch unabhängiger vom Ausland zu werden. Gut so.
    1. Antwort von Hans Peter Auer  (Ural620)
      @(Sürmel): Leider hat es sich gezeigt, dass RU ausgenommen vom Agrarsektor, in den letzten 10 Jahren nicht unabhaengiger geworden ist. Speziell in wichtigen und technologischen Errungenschaften sind keine Durchbrueche zu verzeichnen. Ganz zum Unmut des Praesidenten, welche diesbezueglich das Problem selbst ansprach und bestaetigte. Viele der Maidekrete von 2018 blieben gaenzlich unerfuellt, oder wurden nicht einmal gestartet.
  • Kommentar von Johan Tobel  (naturfründ)
    Es kommt der Tag, wo sich Putin und viele andere für ihre Taten verantworten müssen vor Gott. Da wird ihnen ihre Macht nichts mehr nützen. Jetzt hätten sie noch Zeit, umzukehren. Doch irgendwann wird es zu spät sein.