- Bei den Kommunalwahlen in Frankreich können die Sozialisten gemäss Hochrechnungen die Städte Paris, Marseille und Lyon verteidigen.
- In Paris besiegt der Sozialist Emmanuel Grégoire demnach Rachida Dati deutlich.
- In Marseille dürften der Linke Benoît Payan und in Lyon der Grüne Grégory Doucet wiedergewählt werden.
In Paris war bis zuletzt unklar, wie die Wahl ausgehen könnte. Gemäss den Hochrechnungen haben die Sozialisten nun die Führung des Rathauses verteidigt. Die Liste von Emmanuel Grégoire kam laut Hochrechnungen der beiden Meinungsforschungsinstitute Ifop und Ipsos auf 51.1 beziehungsweise 51.8 Prozent der Stimmen.
Die Konservative und ehemalige Kulturministerin Rachida Dati dürfte mit ihrer Liste demnach abgeschlagen bei nur 38.4 bis 39.6 Prozent landen. Für die Konservativen und auch das Mitte-Lager, die gemeinsam einen Machtwechsel in Paris einleiten wollten, ist das ein herber Rückschlag.
Schlappe für le Pens Partei in Toulon und Marseille
Die Rechtsaussen-Partei Rassemblement National (RN) von Marine Le Pen wird wohl einen Rückschlag hinnehmen müssen. In Toulon, der grössten Stadt mit ursprünglich guten Chancen auf das Bürgermeisteramt, kam der RN nach Prognosen auf 46.5 Prozent der Stimmen. Die Mitte-Rechts-Kandidatin Josée Massi sicherte sich demnach mit 53.5 Prozent den Sieg in der südfranzösischen Stadt, wie das Institut Elabe für den Sender BFM TV ermittelte.
Auch in Marseille, der zweitgrössten Stadt des Landes, schlug der linke Bürgermeister Benoit Payan seinen Herausforderer Frank Allisio vom Rassemblement National deutlich. Der RN hatte gehofft, durch einen Sieg in Marseille mit Rückenwind in die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr zu starten.
Bei den Kommunalwahlen stimmen die Einwohnerinnen und Einwohner Frankreichs nicht direkt für einen Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin. Sie wählen die Mitglieder des künftigen Rathauses, die dann ihren Chef oder ihre Chefin wählen. Da die Liste, die vorne landet, aber eine feste Zahl an Sitzen im Rat obendrauf bekommt, stellt diese Liste in der Regel auch den Bürgermeister.