- Kriegstouristen aus Italien sollen im Bosnienkrieg in den 90er-Jahren Geld bezahlt haben, um in Sarajevo zum Spass auf Zivilisten schiessen zu dürfen.
- Nun hat die Mailänder Staatsanwaltschaft einen ersten Verdächtigen vorgeladen.
- Der 80-jährige Beschuldigte wollte sich nach der einstündigen Befragung durch die Staatsanwaltschaft nicht äussern.
Laut Zeugenaussagen soll sich der Mann öffentlich damit gebrüstet haben, in Sarajevo auf Menschenjagd gegangen zu sein.
Die Staatsanwaltschaft wirft ihm mehrfachen vorsätzlichen Mord aus niederen Beweggründen vor. Er soll während der Belagerung der bosnischen Hauptstadt zwischen 1992 und 1995 gemeinsam mit anderen aus den umliegenden Hügeln mit Scharfschützengewehren auf unbewaffnete Zivilisten geschossen haben.
Nach der Befragung sagte sein Anwalt Giovanni Menegon: «Mein Mandant hat die Fragen des Staatsanwalts beantwortet und seine absolute Unschuld bekräftigt.» Sein Mandant vertraue darauf, dass die Justiz, jenseits des derzeitigen Medienrummels, seine Unschuld in dieser Angelegenheit überprüfen und bestätigen werde.
Für den Mann gilt derzeit die Unschuldsvermutung. Die Mailänder Staatsanwaltschaft ermittelt gegen weitere Tatverdächtige.