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Social-Media-Challenge Nach tödlicher Mutprobe: Tiktok gerät in Italien unter Druck

  • Nach dem Tod einer Zehnjährigen, vermutlich bei einer Internet-Mutprobe, ist die App Tiktok in Italien heftig in die Kritik geraten.
  • Die italienische Datenschutzbehörde fordert vom Unternehmen die Sperrung aller Konten, bei denen das Alter der Nutzer nicht mit Sicherheit festgestellt wurde.
  • Bis spätestens Mitte Februar hat die Videoplattform dafür Zeit. Das Mindestalter für Tiktok liegt bei 13 Jahren.
  • Tiktok erklärte, man prüfe das Schreiben. Privatsphäre und Sicherheit hätten oberste Priorität, zitiert die Nachrichtenagentur Ansa eine Stellungnahme.
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Aus dem Archiv: Erfolgreiche Tiktok-App unter der Lupe
Aus 10 vor 10 vom 07.01.2020.
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Im sizilianischen Hauptort Palermo ist ein zehnjähriges Mädchen nach einer Challenge (also eine Art Mutprobe) gestorben, die auf Tiktok die Runde machte. Bei der Aktion filmen sich die Challengeteilnehmerinnen und -teilnehmer mit dem Handy. Das Mädchen wurde bei einer Mutprobe bewusstlos, weil es sich die Atemwege versperrte. Ärzte stellten später ihren Hirntod fest. Justiz und Jugendschutz nahmen Ermittlungen auf.

Kontrolle ist kaum umsetzbar

Bereits am Freitagabend reagierte die italienische Datenschutzbehörde und übte scharfe Kritik an Tiktok. Die chinesische App müsse nun alle Accounts von Nutzerinnen und Nutzern blockieren, deren Alter nicht überprüft worden sei, gab die Behörde bekannt.

Italien will mit der neuen Regelung erreichen, dass das vom Videodienst selbst genannte Mindestalter von 13 Jahren von Nutzerinnen und Nutzern auch wirklich eingehalten wird. Es ist nämlich einfach, sich auf der App zu registrieren und die Regel mit dem Mindestalter zu umgehen.

Da Tiktok – wie ähnliche Netzwerke – die Kontrolle des Nutzeralters aktuell kaum leisten könnte, lasse sich die Anordnung sogar als Komplett-Blockade interpretieren, schrieb die Zeitung «La Repubblica» unter Berufung auf die Behörde.

Forderung nach mehr Jugendmedienkompetenz

Da im Corona-Shutdown in Italien die Nutzung sozialer Netzwerke boomt, schlagen die Wogen der Empörung heute Samstag weiter hoch. Der Jugend-Psychiater Stefano Vicari aus Rom mahnte, dass es gute Gründe gebe, dass Kinder unter zwölf Jahren Handys nicht alleine nutzen sollten. Netzwerke alleine seien nicht an Aggressionen gegen den eigenen Körper schuld.

In den Medien fordern Psychologinnen und Jugendexperten bereits, gesetzliche Verschärfungen zum Umgang von Kindern mit Handys und sozialen Netzwerken zu erwägen. Es gibt seit Jahren im Netz und in vielen Ländern solche Challenges. Die Herausforderungen sind manchmal lustig, manchmal extrem gefährlich.

SRF 4 News aktuell, 22.01.2021, 23.30 Uhr;

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Remo Kucera  (Remo Kucera)
    Ist das wieder so ne "Blue Whale"-Challenge und/oder "Tide Pod"-Challenge News?
    Es nimmt mich halt echt wunder, weil diese Challenges waren immer bis zu dem Zeitpunkt Fake bis es halt wirklich verletzte gab und der Name der Challenge (wird nicht erwähnt) riecht halt schon nach einer Fake-Challenge (bis halt jetzt ein Kind starb).
  • Kommentar von Esther Jordi  (ejejej)
    @SFR News
    "Bis spätestens Mitte Februar muss die Videoplattform alle Nutzerinnen und Nutzer blockieren, dessen Alter das Unternehmen nicht überprüft hat."
    Muss heissen "... DEREN Alter ...".
    Danke.
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Esther Jordi Auch da danken wir für den Hinweis. Wir korrigieren dies.
  • Kommentar von Albert Planta  (Plal)
    Smartphones gehören nicht in Kinderhände!