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Taifun «Mangkhut» Rettungsteams auf den Philippinen suchen nach Todesopfern

  • Auf den Philippinen hat sich laut dem Bürgermeister von Itogon in seiner Stadt ein Drama ereignet.
  • Bis zu 50 Bergleute sollen während des Taifuns «Mangkhut» begraben worden sein.
  • Auch in China steigt die Zahl der Opfer.
Legende: Video Bis zu 50 Bergleute begraben abspielen. Laufzeit 01:23 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 17.09.2018.

Einsatzkräfte in der Stadt Itogon gruben mit Schaufeln, Hacken und teils auch mit blossen Händen in dem Schlamm, der mit Steinen, umgestürzten Bäumen und Schutt vermischt ist.

Hier begrub eine Schlammlawine, ausgelöst durch heftige Regenfälle, eine Unterkunft von Bergbauarbeitern. Laut Bürgermeister Victorio Palangdan hielten sich 40 bis 50 Menschen in dem Gebäude auf: «Wir glauben zu 99 Prozent, dass die eingesperrten Leute tot sind», sagte er. «Wir machen weiter, bis wir alle Körper gefunden haben.»

«Wir brauchen Bagger»

Itogon liegt in der Provinz Benguet im Norden des südostasiatischen Landes, 198 Kilometer nördlich der Hauptstadt Manila. Wegen des steilen Hangs seien die Bergungsarbeiten sehr schwierig, sagte der freiwillige Helfer Walter Coting. Ausserdem gebe es zu wenig Ausrüstung.

«Wir brauchen Bagger, um den Bereich von Erde und Schutt zu befreien», erklärte er. «Ausserdem brauchen wir Flutlicht, denn wenn es dunkel wird, können wir nicht weiterarbeiten.» Einem Bericht zufolge schickte die Küstenwache Spürhunde nach Itogon, das in der Provinz Benguet rund 200 Kilometer nördlich von Manila liegt.

Unregulierter Bergbau als Ursache

Nach jüngsten Regierungsangaben sind auf den Philippinen mindestens 58 Menschen durch den Taifun gestorben, der die Philippinen am Samstag heimgesucht hat. Weitere 49 wurden vermisst.

Der Bürgermeister macht unregulierten Bergbau für die Erdrutsche verantwortlich. Es handle sich um eine verlassene Bergbauregion, die jedoch von einigen Bergleuten weiter genutzt werde.

Er habe die Arbeiter und Bewohner vor dem Wirbelsturm aufgefordert, den Ort zu verlassen, sagte Palangdan. Die Polizei habe zur Unterstützung bereit gestanden. «Aber sie haben die Polizisten ausgelacht und auf die Häuser gezeigt.» Der Staatssekretär für Umwelt, Roy Cimatu, ordnete die Aussetzung der Bergbauarbeiten an.

Vier Tote in China

Die Zahl der Opfer durch «Mangkhut» an der Südküste Chinas ist auf vier gestiegen. Wie die chinesische Katastrophenschutzbehörde mitteilte, hinterliess der Sturm in der Provinz Guangdong die schlimmsten Schäden. Drei Menschen wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen. Ein Mensch starb, weil ein Gebäude einstürzte. Am Vorabend war zunächst von zwei Toten die Rede gewesen.

Die Aufräumarbeiten liefen noch in der Nacht an, wie staatliche Medien berichteten. Vielerorts blieben Schulen geschlossen. Entwarnung wurde wegen anhaltender starker Regenfälle noch nicht gegeben.

Leben in Hongkong steht still

«Mangkhut» hatte in China und in Hongkong am Sonntag vielerorts grosse Verwüstungen angerichtet. Grosse Teile der Südküste sowie die Millionenmetropole Hongkong kamen beinahe vollständig zum Stillstand.

Hunderte Flüge wurden gestrichen, der Nahverkehr eingeschränkt und mehr als 2,4 Millionen Menschen in Sicherheit gebracht, wie chinesische Staatsmedien berichteten.

Legende: Video Hongkong kommt ins Wanken abspielen. Laufzeit 00:48 Minuten.
Aus SRF News vom 17.09.2018.

Fernsehsender zeigten Bilder von überfluteten Strassen und starken Regenfällen, die sich über der Region entluden. Heftiger Wind riss Bäume um, zerstörte Fensterscheiben und brachte Baugerüste zum Einsturz. Allein in Hongkong wurden laut der Zeitung «South China Morning Post» mehr als 200 Menschen mit Verletzungen behandelt.

«Mangkhut» gefährlicher als «Florence»

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«Mangkhut» ist nach Einschätzung des Rückversicherers Munich Re weit gefährlicher für die Bevölkerung als Ex-Hurrikan «Florence» an der US-Ostküste. «Humanitär ist ‹Mangkhut› das ernstere Ereignis», sagte Ernst Rauch, Leiter der Klimaforschung des weltgrössten Rückversicherers.

Hurrikan-Kategorien und deren erwarteten Schäden

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    Es ist augenfällig, wie die Taifune begonnen haben, bis in nördlichere Breiten als noch Jahre und Jahrzehnte zuvor vorzustossen. Die Meere haben sich durch den Klimawandel in vielen Regionen erwärmt. Und da "heizt" der Mensch im wahrsten Sinn des Wortes tüchtig mit. Getroffen werden oft Menschen (s. Philippinen), die materiell wenig haben und entsprechend fragile Domizile haben. Es ist wichtig, dass fossile Brennstoffe schrittweise durch erneuerbare Energie ersetzt werden. Und weniger fliegen!
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser (jeani)
    Für alle "Klimaleugner" sollte dies eine "allerletzte Warnung sein! Die Menschheit ist kräftig daran ihr "Grab zu schaufeln"!
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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Bilder aus Hongkong sind echt erschreckend! Dass auf den Philippinen “nur“ duzende und nicht wieder über 6000 Menschen starben ist hingegen relativ positiv.
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