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Treibstoff-Knappheit Den britischen Tankstellen geht der Sprit aus

  • In Grossbritannien fehlen bis zu 20'000 Lastwagenfahrer, weshalb der Benzin-Notstand an den Tankstellen alarmierende Züge annimmt.
  • Der Branchenverband Petrol Retailers Association teilte mit, dass zwei Drittel der Tankstellen leer seien.
  • Die Regierung will vorübergehend Soldaten als Lastenfahrer einsetzen.
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Visa-Erleichterungen für LKW-Fahrer in Grossbritannien
Aus Tagesschau vom 25.09.2021.
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Auch die Nachfrage nach Treibstoff liege um bis zu 500 Prozent höher, sagte Verbandschef Brian Madderson dem Sender BBC Radio 4. Madderson sagte weiter, 50 bis 90 Prozent der Tankstellen seien leer, die anderen drohten bald auszutrocknen.

An zahlreichen Tankstellen in Grossbritannien kommt es daher seit Tagen zu Panikkäufen und langen Schlangen. Hintergrund ist ein gewaltiger Mangel an Lastwagenfahrern, der zuvor bereits zu leeren Supermarktregalen geführt hatte.

Brenzliger Brexit

Wegen der Corona-Pandemie wurden etliche Fahrstunden und -prüfungen verschoben. Zudem wanderten wegen des Brexits etwa 20’000 vor allem osteuropäische Fachkräfte ab – neue strenge Einwanderungsregeln hemmen nun aber den Zuzug.

Massnahmen greifen zu kurz

Um die Probleme zu bekämpfen, will die Regierung unter anderem Arbeitsvisa für bis zu 5000 ausländische Lastwagenfahrer ausstellen. Verbandschef Madderson kritisierte, das Regierungsvorhaben greife zu kurz. Premierminister Boris Johnson hatte sich gegen Visa-Ausnahmen lange gesträubt, denn ein Ziel des Brexits war, die Freizügigkeit zu beenden.

Mit einem Massnahmenpaket will die Regierung nun zudem Zehntausende Fahrprüfungen zusätzlich pro Jahr ermöglichen. Ausserdem sollen die Arbeitsbedingungen verbessert werden. Wie die Zeitung «The Times» berichtete, sollen kurzfristig Soldaten als Lastwagenfahrer einspringen. Es könne allerdings noch eine Woche dauern, bis sie einsatzbereit sind.

Genug Treibstoff ist da

Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng setzte am Sonntagabend Wettbewerbsregeln ausser Kraft, damit die Branche gemeinsam gegen die Engpässe vorgehen kann.

Gesundheitsversorgung bedroht?

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Angesichts der anhaltenden Kraftstoffkrise in Grossbritannien schlägt der Gesundheitssektor des Landes Alarm. «Ärzte und andere Beschäftigte des Gesundheitswesens können sich nicht um Patienten kümmern, wenn sie nicht zur Arbeit kommen», sagte Julia Grace Patterson, die Chefin der Vereinigung EveryDoctor, in der sich rund 1700 Mediziner zusammengeschlossen haben. Sie habe von vielen Kollegen gehört, die übers Wochenende erfolglos versucht hätten zu tanken, sagte Patterson. Es brauche dringend einen Notfallplan der Regierung, der absichere, dass Angestellte des Gesundheitsdienstes zur Arbeit kommen könnten.

«Es gibt langjährige Notfallpläne, um mit der Industrie zusammenzuarbeiten, damit die Kraftstoffversorgung aufrechterhalten wird und im Falle einer ernsthaften Störung Lieferungen erfolgen können», sagte Kwarteng. Er betonte, dass es genügend Kraftstoff gebe, räumte aber Probleme bei den Lieferketten ein.

SRF News, 25.09.2021, 22:30 Uhr;

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61 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Flury  (Simplizissimus)
    Vor einem halben Jahr standen sich noch französische und britische Kriegsschiffe gegenüber wegen Fischen, welche die Briten selbst nicht mochten und sie deshalb den Franzosen verkaufen. Nun hat die EU die Lastwagenfahrer aus Grossbritannien abgezogen. Alles allerbeste Umstände für Verschwörungstheorien und die Böse ist immer die EU…
    1. Antwort von Maciek Luczynski  (Steine)
      Das Problem ist, BJ kann die LKW Fahrer vom Kontinent nicht die Schuld dafür geben, dass sie nicht mehr in GB arbeiten.
      Den das war ja eins der Ziele, die BJ mit dem Brexit versprochen hat.
      Und jetzt gibt es mehr Arbeitsstellen für die Briten, nur finden sich unter den Briten zu weniger Arbeiter, die sie besetzen wollen.
  • Kommentar von Filippo Falke  (Pippo)
    Nun, so schnell kann die Retourkutsche kommen... es geht eben nur miteinander und nicht gegeneinander, wann sehen das die Politik-Hardlinerinnen und -Hardliner endlich ein?
    Auch in der CH ist es sinnvoller mit als gegen die EU zu planen...
    Ansonsten müssen wir uns bitte nicht verwundert die Augen reiben, wenn es plötzlich ähnlich kommt (Beispiel Strom...).
  • Kommentar von Jagel Jörg  (chagall)
    Bei denen geht der Sprit aus und bei uns Woche für Woche teurer - gleicht sich doch wieder aus..!
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Nein, da gleicht sich nichts aus.
    2. Antwort von Karl Kirchhoff  (Charly)
      Na und? Einfach mal anfangen, weniger mit dem Auto zu fahren. Ist gesund!