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Trotz Omikron-Welle Diese Staaten lockern ihre Corona-Massnahmen

Omikron hat fast überall die Delta-Version des Coronavirus verdrängt – die Neuinfektionen steigen rasant an. Dennoch – oder gerade deshalb –ändern einige Länder nun ihre Strategie in der Pandemiebekämpfung. Ein Blick auf die Strategiewechsel von sechs Ländern.

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Aus dem Archiv: Omikron: Lockerungen oder Vorsicht
Aus 10 vor 10 vom 19.01.2022.
abspielen. Laufzeit 4 Minuten 52 Sekunden.

Israel: Omikron hat das Land derzeit fest im Griff. Noch im November sah das ganz anders aus. Die Fallzahlen waren tief, das Virus schien unter Kontrolle. Doch mit dem Auftreten der Omikron-Variante ist die Situation im Lande nicht mehr die gleiche – das trifft nun auch auf die Strategie der Regierung zu. Anstatt wie zuvor einen Lockdown zu verhängen, verzichtet die Regierung dieses Mal auf grossflächige Massnahmen, es gibt sogar Lockerungen.

Ein Markt mit vielen Ständen ist zu sehen. Menschen laufen schnell vorbei.
Legende: Auf dem Markt Hacarmel in Tel Aviv wird weitgehend auf Schutzmasken verzichtet. Keystone

Dieser Kurswechsel hängt stark mit der Zahl der schweren Krankheitsverläufe zusammen. Diese Zahl ist mit derzeit 400 Fällen im Vergleich zu früheren Wellen kleiner. So musste das Gesundheitspersonal bei den vorangegangenen Virus-Varianten jeweils mehr als 1000 schwere Fälle betreuen – und stiess dabei regelmässig an seine Grenzen. Aktuell stellt die Omikron-Welle die Kliniken höchstens dann auf die Probe, wenn aufgrund der Quarantäne zu wenig Personal vorhanden ist.

Lockerungen im Land:
Quarantänezeit Die Dauer wurde verkürzt. Von zehn auf fünf Tage.
Befreiung aus der Quarantäne Geimpfte, die Kontakt mit einer infizierten Person hatten, können sich mittels Antigentests aus der Quarantäne befreien.

Spanien: Es sei an der Zeit, der Pandemie weniger Bedeutung beizumessen und die Krankheit wie eine wiederkehrende Krankheit zu betrachten, sagte Spaniens sozialistischer Regierungschef Pedro Sanchez zuletzt.

Ein Mann grinst in die Kamera. Er trägt einen Anzug.
Legende: Pedro Sanchez fordert ein Umdenken bezüglich der Pandemie. Auch die «europäischen Amtskollegen» sollten das in Betracht ziehen, meinte er gegenüber dem Sender SER. Keystone

In Spaniens Hauptstadt Madrid wird bereits nach dieser Maxime gelebt. In die Ausgangs- und Einkaufsviertel ist das Leben zurückgekehrt, Fussballspiele von Benzema, Modric und Co. finden vor zehntausenden Fans statt und die Kinder drücken wieder die Schulbank – ganz ohne Testpflicht für Schüler oder Lehrer.

Da in Spanien mehr als 80 Prozent der Bevölkerung geimpft seien und Omikron mildere Verläufe mit sich ziehe, seien Lockerungen vertretbar, begründete Carolina Darias, Gesundheitsministerin von Spanien, den Kurswechsel.

Lockerungen im Land:
Quarantänezeit Die Quarantänezeit wurde von zehn auf sieben Tage verkürzt.
Contact Tracing Künftig soll nicht mehr jeder Fall erfasst werden, sagte die Gesundheitsministerin. Stattdessen gäbe es repräsentative Stichproben in ausgesuchten Zentren und Spitälern, um die Entwicklung der Krankheitslage zu kontrollieren.
Kontaktpersonen Die Testpflicht für Personen, die möglicherweise mit dem Virus in Kontakt gekommen sind, wird gestrichen. Für sie entfällt auch die Quarantäne.
Schule Schulklassen müssen erst ab fünf positiven Fällen in die Isolation, statt wie früher bei einem einzigen Fall.

Südafrika: Die hochansteckende Omikron-Variante wurde im Land der Springböcke entdeckt. Der Kollaps des Gesundheitssystems bleibt aber aus – aus Ansteckungen resultieren milde Verläufe. Zuletzt nahm die Zahl der Neuansteckungen ab und das Leben kehrt allmählich zur Normalität zurück. Am 30. Dezember 2021 beschloss die Regierung erste Lockerungen.

Lockerungen im Land:
Ausgangssperre Die Ausgangssperre wurde aufgehoben.
Versammlungen von Menschen Grössere Gruppen dürfen sich wieder treffen – maximal 1'000 Personen in geschlossenen Räumen und maximal 2'000 Personen im Freien.
Ausschankverbot Betriebe, die Alkohol verkaufen und für dessen Verkauf auch noch nach 23 Uhr eine Ausschankerlaubnis besitzen, dürfen dies wieder tun.
Contact Tracing Die Ermittlung von Kontaktpersonen, die möglicherweise mit Covid-19 in Berührung gekommen sind, wird eingestellt.
Quarantäne Kontaktpersonen, die möglicherweise mit Covid-19 in Berührung gekommen sind, müssen nicht mehr in Quarantäne.

Türkei: Die Türkei folgt dem Beispiel anderer Staaten und beginnt mit grossen Lockerungen. Begründet wird dies ebenfalls mit dem milden Verlauf der Corona-Erkrankten.

Lockerungen im Land:
Ungeimpfte Ungeimpfte müssen sich am Arbeitsplatz nicht mehr testen lassen. Auch für die Nutzung der öffentlichen Transportmittel, Theater- oder Kinobesuche müssen sie keinen PCR-Test mehr vorweisen.
Testen Das Innenministerium teilte mit, dass PCR-Test nach Ansicht des Corona-Beirates der Regierung nicht mehr nötig seien. Künftig sollen nur noch Corona-Patienten, die Symptome haben, getestet werden.
Quarantänedauer Infizierte müssen nur noch sieben statt zehn Tage in die Quarantäne. Für Geimpfte fällt die Quarantäne weg.
Reges Treiben auf eine Brücke. Männer fischen, einige sitzen am Boden.
Legende: Regierungskritische Zeitungen und Experten in der Türkei befürchten, dass die Lockerungen eine hemmende Wirkung auf die Impf-Bereitschaft der Bevölkerung habe. Keystone

Grossbritannien: Lockerer soll auch in Grossbritannien der Umgang mit dem Virus werden. Boris Johnson hat angekündigt, dass ab dem 27. Januar zahlreiche Regeln abgeschafft werden.

Lockerungen im Land:
Homeoffice Das Arbeiten von Zuhause aus soll nicht mehr empfohlen werden.
Nachtleben Lockerungen sind vorgesehen. Details folgen noch.
Schutzmasken Bereits ab dieser Woche ist die Maskenpflicht in Schulen aufgehoben.
Eine Woche später dann soll das Tragen von Schutzmasken allgemein nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben sein. Heisst: Keine Masken mehr in Bussen und Bahnen.
Quarantänedauer Die Regierung hat die Isolation auf fünf Tage verkürzt.

Schottland lockert auch

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In Schottland sollen zum Beginn der kommenden Woche beinahe alle Corona-Massnahmen auslaufen. Die Zahl der Neuinfektionen sei in den vergangenen zwei Wochen erheblich zurückgegangen, sagte die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon am Dienstag im Parlament in Edinburgh als Begründung. Trotzdem sei es wichtig, vorsichtig zu bleiben.

Frankreich: Dasselbe Bild auch in Frankreich. Trotz mehr als 400'000 Neuinfektionen pro Tag legt die Regierung den Fahrplan für Corona-Lockerungen von Geimpften fest. Bereits ab dem 2. Februar sollen neue Lockerungen in Kraft treten.

Lockerungen im
Land:
Homeoffice Ab dem 2. Februar soll die Homeoffice-Pflicht entfallen
Gruppenansammlungen Für öffentliche Veranstaltungen wird die Begrenzung der Teilnehmerzahl aufgehoben.
Maskenpflicht Die Maskenpflicht im Freien soll entfallen. In Innenräumen bleibt sie dagegen bestehen.
Nachtleben Ab dem 16. Februar dürfen Diskotheken und Clubs wieder öffnen.

Restaurants und Kultureinrichtungen dürfen nur noch mit 2G besucht werden. Wer ungeimpft ist, der bleibt in Frankreich jedoch weitgehend vom Leben ausgeschlossen. Emmanuel Macron drohte, ihnen den Alltag «bis zum bitteren Ende» zu erschweren.

SRF 4 News, 21.01.22, 9 Uhr

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35 Kommentare

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  • Kommentar von (SRF)
    Liebe Community, wir bedanke uns fürs Mitdiskutieren und wünschen noch eine schönen Abend. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Rolf Huber  (RolfHuber)
    Millionen Menschen werden nach wie vor, auch nach Monaten noch, vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen oder dieses zumindest sehr erschwert. Was ist daran "lockern"? Herr Bersets Versprechen, alle Massnahmen aufzuheben, sobald alle Impfwilligen geimpft sind, läuft noch immer. Wäre es 8 Monate später nicht an der Zeit, diesem Versprechen nachzukommen?
    1. Antwort von Erich Singer  (Mairegen)
      Solange die Infektionszahlen in dieser Höhe verharren und die Intensivbetten grossmehrheitlich von Ungeimpften belegt sind gibt es keinen Grund irgendwas zu lockern! Also haben es die Ungeimpften jetzt in der Hand.
  • Kommentar von Christoph Zimmermann  (Chrislakeland)
    Aus Ende Vorbei. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Eigentlich müssten bei der momentanen Anzahl an Ansteckungen die Spitäler aus allen Näten platzen, tun sie aber nicht, im Gegenteil die Zahlen sind rückläufig. Somit ist der einzige richtige und vernünftige Weg sofort alle Massnahmen zu beenden.