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USA: Corona als politischer Zankapfel
Aus Rendez-vous vom 09.07.2020.
abspielen. Laufzeit 04:41 Minuten.
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Trotz vieler Coronafälle Volle Intensivstationen: Florida verzichtet auf Massnahmen

  • In den Südstaaten der USA steigen die Coronazahlen bedrohlich an. Täglich melden Texas, Arizona oder Florida neue Rekordwerte an Infektionen.
  • Auch die Anzahl Menschen, die wegen Covid-19 Intensivpflege benötigen, steigt stetig an. Viele Spitäler warnen bereits vor einem Notstand.
  • Die Regierungen der republikanisch geführten Bundesstaaten schrecken aber davor zurück, neue Restriktionen einzuführen – allen voran Florida.

Es gibt keinen Grund, Angst zu haben: So lautet die beschwichtigende Botschaft von Floridas Gouverneur Ron DeSantis. «Wir packen das und halten uns an die Fakten», sagte er Anfang dieser Woche.

Doch diese Fakten sind düsterer, als DeSantis wahrhaben will: In den vergangenen Tagen musste Florida täglich rund 10'000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus vermelden.

Ron DeSantis
Legende: Floridas Gouverneur Ron DeSantis, ein Republikaner, beschwichtigt die Bewohner des Bundesstaates. Keystone

Die Behauptung, dass dies nur daher rühre, dass mehr Menschen getestet würden, lässt Marissa Levine, Professorin für öffentliche Gesundheit an der University of Southern Florida und frühere Gesundheitsministerin des Bundesstaats Virgina, nicht gelten. Denn der Anteil der positiven Testresultate und die Spitaleinlieferungen wüchsen rascher an als die Zahl durchgeführter Tests, sagt sie. Es sei bereits nicht mehr möglich, die Ansteckungswege zurückzuverfolgen und potenziell Infizierte zu isolieren.

Mit Neuansteckungen leben?

Spitalbetten und Schutzmaterial gebe es zwar noch genügend, aber die Stadt Miami schickte am Dienstag einen Hilferuf an den Gouverneur. Es würden dringend gegen 200 zusätzliche Pflegerinnen und Pfleger benötigt.

Bereits jetzt melden fast 50 Spitäler in Florida, dass ihre Intensivstationen voll belegt sind. Dennoch weigert sich Floridas Gouverneur, die vorschnelle Öffnung der Wirtschaft wieder rückgängig zu machen. Man müsse in den nächsten Monaten halt mit einer grossen Zahl an Neuansteckungen leben.

Die Maske wird zum Politikum

Levine schüttelt darob den Kopf: «Europa macht es vor, wie ein Leben mit Corona möglich ist.» Dort leisteten die Politik und die Bevölkerung ihren Anteil. In den USA sei Corona hingegen kein allgemeines Gesundheitsproblem, sondern ein politischer Zankapfel, kritisiert sie.

Sogar das Maskentragen werde politisiert. Der politischen Führung auf allen Ebenen fehle es an Verantwortungsbewusstsein, einer klaren Strategie und vor allem an einer gemeinsamen Botschaft, die eine und nicht spalte, konstatiert die Professorin: Sie sei – gelinde gesagt – sehr erstaunt, wie die USA derzeit auf die Coronakrise reagierten.

Rendez-vous, 09.07.2020, 12:30 Uhr

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    Im Gegensatz zu Mrs. Levine bin ich nicht erstaunt. Die Menschen in diesem Land lassen sich zu sehr von den Grossmäulern in ihrer Politikerklasse beeinflussen.
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  • Kommentar von Drago Stanic  (drago stanic)
    Florida und Californien haben zu früh zugemacht. Wenn New York würde getroffen haben alle Staaten Lockdown bezogen. Nur Pech, dass Corona erst 3 Monaten später in gewisse Staaten gekommen ist. Ich muss erhlich sein und sagen, dass ich hätte Nase voll von Lockdown und noch ein Lockdown werde mir schwer fallen. Manche Staaten hatten Lockdown schon gehabt aber Pick von Corona ist noch nicht gekommen. Schlechte Timing,
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    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Natürlich nicht, im Gegenteil, sie haben überhaupt nie richtige Massnahmen gehabt.
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  • Kommentar von Christine Hadorn  (Baski)
    Nun hat ja Trump sein „America First“, wenigsten mit Covid 19. aber wenn der unfähige Präsident mit seinem politischen Gefolge so weiter macht, wird es eher in einer Katastrophe enden, denn man lässt dem Virus freie Bahn. Aber seine Anhänger werden wohl auch dann noch mit ihm jubeln: alles unter Kontrolle-America First
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