Zum Inhalt springen

Header

Audio
Reiche Länder sollen ihre Impfstoffvorräte teilen
Aus Echo der Zeit vom 10.06.2021.
abspielen. Laufzeit 05:02 Minuten.
Inhalt

Überfluss hier, Mangel da Wer füllt die Impflücke zwischen Arm und Reich?

Vor dem G7-Gipfel wurden Forderungen nach mehr Gerechtigkeit in Sachen globaler Impfstoffverteilung laut. Der Patentschutz solle fallen, um die Produktion anzukurbeln. Doch was haben die Appelle bisher gebracht?

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, spricht von einer zweigeteilten Pandemie: Hier die reichen Länder mit hohen Impfraten, darunter einzelne Länder, die schon alle Corona-Massnahmen beenden wollten. Und dort ärmere Länder, die über wenig Impfstoff verfügten – das sei «eine extrem gefährliche Situation».

Zu den Glücklichen gehören die G7-Länder, die EU und die Schweiz. Sie haben genug Impfstoff für die erwachsene Bevölkerung. Bis im Sommer könnten da alle, die es wollen, geimpft sein, sagt Lily Caprani vom UNO-Hilfswerk Unicef.

Sie verlangt deshalb genau von diesen Ländern, dass sie solidarisch sind mit den ärmeren Ländern und Impfstoff spenden. Unicef hat als Organisation viel Erfahrung mit globalen Impfprogrammen und unterstützt deshalb die WHO beim Vorhaben, allen, die es wollen, Zugang zu Impfstoffen zu ermöglichen.

Hohe Impfrate zuhause ist nicht genug

Jedes Land, ob reich oder arm, habe schwierige Zeiten hinter sich, sagt Caprani. Nur verständlich, dass jedes Land zur Normalität zurückwolle. Aber man müsse begreifen: Eine hohe Impfrate im eigenen Land reiche nicht.

Das zeige die Entwicklung in Indien. Dort gab es nur wenige Geimpfte. Dann kam die zweite Welle, die schnell ausser Kontrolle geriet. Und inzwischen hat Delta, eine neue, ansteckendere Variante des Coronavirus, die in Indien entstand, auch Europa erreicht. Besonders ärgerlich und folgenschwer: Indien hatte zugesagt, Hunderte von Millionen von Impfdosen zu liefern. Nun exportiert es keinen Impfstoff mehr. Denn das Land braucht ihn selbst.

Keine Lieferungen für ärmere Länder

Niemand wisse, wann Indien wieder Impfstoffe exportieren werde, sagt Caprani von der Unicef. Im Juli schon – oder doch erst im September?

Kurz: Für die ärmeren Länder fehlt der Nachschub. Das Minimalziel, zehn Prozent der Bevölkerung in allen Ländern der Welt zu impfen, vor allem die ganz Alten und das Gesundheitspersonal, ist so nicht zu erreichen.

Echo der Zeit, 10.06.2021, 18:00 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

23 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Es geht nicht nur um einen Ausgleich Reich-Arm bei Covid, sondern gesammtgesellschaftlich. Wie zäh ist das eigentlich, dass die Mehrzahl der Leute nicht nur einsieht, dass unser neoliberales Wirtschaftssystem ungerecht ist,in dem immer mehr Geld vom Mittelstand und von unten zu den schon Reichen fliesst, sondern dass wir gemeinsam handeln müssen? Mit griffigen Vorlagen für mehr Gerechtigkeit! Lassen wir uns nicht mehr von Rechtskonservativ gängeln, die nichts für mehr Gerechtigkeit tun wollen.
  • Kommentar von Jörg Kaufmann  (jka)
    Es ist nirgens Impfstoff-Überfluss da. Das ist wieder reine Polemik.
    Erst die Hälfte in Europa soll geimpft sein, viele erst einmal.
    Bei den Impfstoff-Produzenten ist die Kapazität ausgeschöpft. Weitere muss geschaffen werden. Selbst in der CH hat man Mühe damit.
    Es sind nicht Patente, sondern die Kapazität sie umsetzen zu können.
    Klar besteht die Problematik, dass die Verbreitung weltweit gestoppt werden muss . Es braucht Zeit.
  • Kommentar von Pirmin Schläpfer  (Gwunderer)
    The COVID-19 pandemic has heavily affected Mexico. The lab-confirmed COVID-19 deaths accounted for only 38.64% of total all cause excess deaths (333,538) in Mexico in 2020. This reflects either the effect of low testing rates in Mexico, or the surge in number of deaths due to other causes during the pandemic. (Characterizing all-cause excess mortality patterns during COVID-19 pandemic in Mexico. BMC)

    Gesetzt, letzteres ist der Fall: Was schickt man sich hier an zu unternehmen? Lockdowns?
    1. Antwort von Pirmin Schläpfer  (Gwunderer)
      Ich frage, weil die Furcht vor Varianten nicht unbedingt mit Hilfsbereitschaft harmoniert. Bei uns und dort Kinder zu impfen, kann sehr leicht auf Kosten der Vulnerablen gehen (bzw. tut das schon wegen der Hamsterei). Die Millionen für Durchimpfungs-Projekte könnten vermutlich sinnvoller verwendet werden - was bedeutet, entweder Leben zu retten oder Leben zu opfern, letzteres aus undurchsichtigen Motiven.