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Ukraine, Klima, Nato Das war die Rede von König Charles vor dem US-Kongress

Der Monarch widersprach während seiner Rede mehrfach Meinungsäusserungen von US-Präsident Donald Trump.

Darum geht es: In einer mit Spannung erwarteten Rede vor dem US-Kongress hat König Charles III. die Fähigkeit der USA und Grossbritanniens beschworen, Differenzen zu überwinden. «Immer und immer wieder haben unsere beiden Länder Wege gefunden, wieder zusammenzufinden», sagte der Monarch. Dispute hätten die gemeinsame Geschichte zwar geprägt. Als Ergebnis der gemeinsamen Tradition seien beide Länder jedoch «instinktiv gleichgesinnt».

Diplomatischer Drahtseilakt für Charles

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Für Charles gilt der Staatsbesuch als diplomatischer Drahtseilakt: Trump ist zwar grosser Fan der britischen Royals, gilt aber als unberechenbar. Insbesondere auf Premierminister Keir Starmer war Trump zuletzt nicht gut zu sprechen. Wegen der aus seiner Sicht fehlenden Unterstützung im Iran-Krieg griff Trump den Premier mehrfach verbal an.

Leise Kritik an Trump: Seine Rede nutzte der britische Monarch auch, um mehreren Meinungsäusserungen von Trump zumindest indirekt etwas entgegenzusetzen. Dabei wies er auf die Gefahr des Klimawandels hin, den der Republikaner immer wieder praktisch geleugnet hatte. Ohne Trumps Namen in diesem Kontext zu nennen, betonte der Monarch auch die Bedeutung der Nato und der Verteidigung der Ukraine.

Trump und die Nato

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Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder damit kokettiert, die US-Mitgliedschaft in der Nato zu beenden. Jüngster Auslöser war der Iran-Krieg mit einer nach Trumps Meinung zu geringen Unterstützung der Verbündeten.

Auch die Grönlandkrise war in den vergangenen Monaten ein Grund für den US-Präsidenten, das Verteidigungsbündnis zu kritisieren. Zudem hat Trump immer wieder die US-Verantwortung im Ukraine-Krieg infrage gestellt.

Versöhnlich bei den Militärausgaben: Charles war folglich auch bemüht, die Wogen zu glätten – etwa im Bereich Militärausgaben. Das Vereinigte Königreich sei sich darüber im Klaren, dass die Bedrohungen von heute neue Antworten erforderten, so Charles. «Deshalb hat sich unser Land, um für die Zukunft gerüstet zu sein, zur grössten nachhaltigen Aufstockung der Verteidigungsausgaben seit dem Kalten Krieg verpflichtet.»

Reizthema Klimawandel: Charles III. sagte, das Engagement und die Kompetenz der US-Streitkräfte und ihrer Verbündeten bildeten das Herz der Nato. «Von den Tiefen des Atlantiks bis zu den katastrophal schmelzenden Eiskappen der Arktis», sagte Charles, was als Verweis auf den Klimawandel gewertet werden kann, den Trump praktisch leugnet. Der Klimawandel bedrohe weit mehr als die Harmonie und die unverzichtbare Vielfalt der Natur. «Wir ignorieren auf eigene Gefahr», dass diese natürlichen Systeme die Grundlage für Wohlstand und Sicherheit bildeten, sagte der König.

Erst zweiter Monarch

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Charles ist erst der zweite Monarch nach seiner Mutter Queen Elizabeth II., der zum US-Kongress spricht. Ähnlich wie sie erntete er bereits vor seiner Rede andauernden Applaus. Elizabeth II. hatte 1991 die Einheit beider Länder auch an ihrer gemeinsamen Reaktion auf den Krieg in Kuwait festgemacht. Charles sprach zwar vom Konflikt im Mittleren Osten, nahm jedoch keinen direkten Bezug auf den Krieg im Iran, der das Verhältnis zwischen London und Washington zuletzt belastete.

Reizthema Ukraine: «Es ist eine Zeit, die in vielerlei Hinsicht unbeständiger und gefährlicher ist als die Welt, von der meine verstorbene Mutter 1991 in diesem Plenarsaal sprach», sagte Charles. Der König nutzte die Chance, um zu einer entschlossenen Verteidigung der Ukraine aufzurufen. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 habe die Nato ihren Artikel fünf aktiviert – und die Verbündeten hätten zu den USA gestanden. Heute sei «dieselbe unerschütterliche Entschlossenheit erforderlich, um die Ukraine und ihr mutiges Volk zu verteidigen», sagte er in Richtung des Sprechers des Repräsentantenhauses, Mike Johnson.

Britisches Königspaar auf Besuch in den USA

Epstein-Thema nicht erwähnt: Brisant ist Charles' Besuch in Washington auch wegen der Causa Jeffrey Epstein: Forderungen nach einem Treffen mit Überlebenden und Angehörigen der Opfer des verstorbenen Multimillionärs hatte der Palast vor dem Besuch zurückgewiesen. Charles' jüngerer Bruder, Ex-Prinz Andrew, war viele Jahre mit Epstein befreundet; das Epstein-Opfer Virginia Giuffre hatte ihm vorgeworfen, sie als Minderjährige missbraucht zu haben. Andrew wies das stets zurück. Auch diesen Komplex erwähnte Charles nicht.

Laute Lacher im Publikum: Wie Elizabeth II. sorgte Charles in seiner Rede immer wieder für laute Lacher im Saal. Die nicht besonders gross gewachsene Königin hatte ihre Rede 1991 mit der Frage eröffnet, ob jeder sie gut sehen könne. Charles sorgte mit einem Zitat von Oscar Wilde für heitere Stimmung: «Wir haben heutzutage wirklich alles mit Amerika gemeinsam, ausser natürlich der Sprache.»

Tagesschau, 28.4.2026, 12:45 Uhr ; 

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