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Urteil des EuGH Ungarisches Hochschulgesetz verstösst gegen EU-Recht

  • Das Gesetz verletze unter anderem EU-Grundrechte wie die akademische Freiheit, urteilten die Luxemburger Richter.
  • Aufgrund dieser gesetzlichen Grundlage wurde 2018 die von US-Milliardär George Soros gegründete Central European University (CEU) aus Ungarn vertrieben.
  • Das Gesetz der rechtsnationalen Regierung in Budapest sieht vor, dass ausländische Universitäten auch in ihrem Heimatland lehren müssen und der Betrieb von Ungarn vertraglich mit dem Heimatland vereinbart sein muss.
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Aus dem Archiv: Ungarns akademische Welt spürt Orbans Machthunger
06:09 min, aus Echo der Zeit vom 04.12.2018.
abspielen. Laufzeit 06:09 Minuten.

Die von Soros gegründete CEU war die einzige Universität aus dem Ausland, die diese neuen Anforderungen von 2017 nicht erfüllte. Ende 2018 verkündete die CEU ihren weitgehenden Umzug nach Wien. Betroffen davon waren Lehrgänge, die amerikanische Diplome vergeben – das Kernstück der CEU.

EU-Kommission hatte Verfahren lanciert

Die EU-Kommission sah durch das Gesetz EU-Recht verletzt und leitete im April 2017 ein sogenanntes Vertragsverletzungsverfahren gegen Budapest ein. Weil Ungarn die Bedenken nicht ausräumte, klagte die Brüsseler Behörde schliesslich vor dem EuGH.

Sie argumentierte, das neue Gesetz sei ein Verstoss «gegen die Freiheit von Hochschuleinrichtungen, in der gesamten EU Dienstleistungen anzubieten oder sich niederzulassen». Zugleich liefen die neuen Vorschriften «dem Recht auf akademische Freiheit, dem Recht auf Bildung und der unternehmerischen Freiheit» zuwider, die in der EU-Grundrechte-Charta verankert sind. Ausserdem würden Verpflichtungen aus dem internationalen Handelsrecht – dem Gats-Abkommen – verletzt.

Die Luxemburger Richter gaben der EU-Kommission nun weitgehend Recht. Das Gats-Abkommen werde verletzt und zudem werde gegen EU-Grundrechte wie die akademische Freiheit verstossen.

Orban und Soros sind Gegner

Kritikern zufolge setzt Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban die Zivilgesellschaft des Landes seit Jahren unter Druck. Den aus Ungarn stammenden Holocaust-Überlebenden Soros hat Orban als Feindbild auserkoren. Er überzieht ihn mit Verleumdungen und antisemitisch konnotierten Anfeindungen.

Das Urteil vom Dienstag ist nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass das höchste EU-Gericht dem rechtsnationalen Orban und seiner Regierung Einhalt gebietet. Im Mai erklärte der EuGH, dass grundlegende Teile des ungarischen Asylsystems gegen EU-Recht verstiessen. Im Juni erklärten die Luxemburger Richter das sogenannte NGO-Gesetz von 2017 für rechtswidrig.

SRF4 News, 06.10.20, 11.00 Uhr;

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Hast die EU nicht schon des öfteren angekündigt gegenUngarn und Polen Verfahren
    einzuleiten? Leere Worthülsen - denn man hat nachträglich nie wieder etwas gehört von Bestrafung. Die EU hält nicht ein was sie verspricht ausser gegen die Schweiz - da bleibt sie hart. Warum - weil wir uns das gefallen lasssen im Gegenteil von Ungarn.
  • Kommentar von Claire McQueen  (freedom)
    Es wäre super, wenn die EU ihre Energie auf den Kampf gegen das Corona-Virus konzentrieren und die seit 2015 andauernde Hexenjagd gegen Ungarn beenden würde.
  • Kommentar von Willy Boller  (Willy Boller)
    Dieses Urteil kümmert doch V. Orban einen feuchten Kehricht, um so mehr, als es sicher keinerlei Konsequenzen hat.