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US-Präsident in China Taiwan unter Druck: Was planen Trump und Xi in Beijing?

Die Präsidenten der mächtigsten Länder der Welt treffen sich bald in Beijing. Donald Trump reist angeschlagen nach China. In Taiwan befürchtet man, dass er für einen guten «Deal» Zugeständnisse an China machen könnte.

In Taiwans Hauptstadt Taipei, nahe dem Tamsui-Fluss, steht eine nachgebaute Freiheitsstatue. Sie ist gut instand gehalten, allerdings blättert hier und dort die Farbe ab. Es scheint, als ob sie die taiwanisch-amerikanischen Beziehungen widerspiegelt: beständig, aber derzeit mit ungewisser Zukunft.

Ab Donnerstag wird Donald Trump sich in Beijing mit Xi Jinping gleich drei Mal treffen: zuerst zu einem bilateralen Treffen, dann beim Staatsbankett und dann noch zum Tee und Business-Lunch.

Männer im Anzug begrüssen sich mit Handschlag
Legende: Das letzte Mal traf US‑Präsident Donald Trump Chinas Staatspräsidenten Xi Jinping im November 2025 zu einem bilateralen Gespräch am Flughafen Gimhae in Südkorea. Reuters/Evelyn Hockstein

Der US-Präsident, der mit einem guten «Deal» nach Hause reisen möchte, hat dieses Mal nicht viel in der Hand. Die Befürchtung in Taiwan: Er könnte sich deswegen über die seit Jahrzehnten etablierte US-Aussenpolitik gegenüber China und Taiwan hinwegsetzen.

Risiko für die Beziehung zwischen Taiwan und China

China beansprucht Taiwan als Teil der Volksrepublik und droht, die demokratisch regierte Insel notfalls auch militärisch anzugreifen. Chinas Aussenminister Wang Yi sagte kürzlich, das Thema stelle «das grösste Risiko» für die Beziehungen der zwei Länder dar.

Ich glaube nicht, dass Trump Konzessionen machen wird.
Autor: Tony Hu Ehemaliger Militär

Es wird erwartet, dass Xi Jinping die sogenannte «Wiedervereinigung» Taiwans mit China als «historische Notwendigkeit» präsentieren wird. Wie wird Trump reagieren?

«Xi könnte darauf pochen, dass Trump sagt, dass die USA gegen eine Unabhängigkeit Taiwans sind», sagt Tony Hu. Er hat als Oberstleutnant in der US-Luftwaffe gedient und war Direktor für China und Taiwan im US-Verteidigungsministerium. «Aber ich glaube nicht, dass Trump Konzessionen machen wird», sagt der ehemalige Militär.

Älterer Mann sitzt draussen und lächelt.
Legende: Tony Hu rechnet damit, dass Chinas Präsident Xi von Donald Trump ein klares Bekenntnis gegen die Unabhängigkeit Taiwans verlangen könnte – Zugeständnisse Trumps hält er jedoch für unwahrscheinlich. SRF/Nicolas Axelrod

Tony Hu glaubt, dass Trump die Wichtigkeit von Taiwan verstehe. Die USA haben die Selbstbestimmung von Taiwan immer unterstützt. «Ich glaube, Trump wird standhaft bleiben», sagt Hu.

Wir planen bereits mit Worst-Case-Szenarien.
Autor: Shen Ming-Shih Sicherheitsexperte

Die USA vertreten bis heute gegenüber China und Taiwan offiziell eine Strategie der Zweideutigkeit: Man beliefert die Insel mit Waffen, lässt aber offiziell offen, ob man im Ernstfall eines chinesischen Angriffs mit US-Truppen eingreifen würde.

Auch Shen Ming-Shih, Sicherheitsexperte beim Institut für nationale Verteidigungs- und Sicherheitsforschung INDRS, ist sich sicher, dass Xi beim Treffen Taiwan auf den Tisch bringen wird.

Älterer Mann arbeitet am Computer in einem Büro.
Legende: Shen Ming‑Shih warnt vor weitreichenden Folgen für Taiwan, sollte die Unterstützung der USA wegfallen. SRF/Nicolas Axelrod

«Wie kann Taiwan ohne die USA militärisch, geschäftlich, wirtschaftlich und diplomatisch überleben? Das ist eine sehr wichtige Frage. Wir planen bereits mit Worst-Case-Szenarien», sagt er.

Die Mehrheit der Menschen in Taiwan hofft, dass es beim Status quo bleibt und sich Donald Trump für einen wirtschaftlichen «Deal» nicht von Taiwan ab- und China zuwendet.

Tagesschau, 9.5.2026, 19:30 Uhr

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