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SRF-Korrespondent Düggeli: «Präsident Trump wirkte matt»
Aus News-Clip vom 30.09.2020.
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US-Präsidentschaftswahlen TV-Debatte: Biden nennt Trump Lügner – Präsident sieht Wahlbetrug

Fünf Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl lieferten sich die beiden Kandidaten einen chaotischen Schlagabtausch.

Gleich im ersten TV-Duell überzogen sich US-Präsident Donald Trump und Herausforderer Joe Biden mit persönlichen Angriffen und lieferten sich chaotische Wortgefechte. Biden bezeichnete Trump als «Rassisten», «Putins Welpen» und «den schlechtesten Präsidenten, den Amerika je hatte». Trump griff Bidens Sohn Hunter an und weigerte sich zu versprechen, sich nicht vor dem offiziellen Wahlergebnis zum Sieger zu erklären.

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Joe Biden: «Alle wissen, dass Trump ein Lügner ist»
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Schon beim ersten Thema, der Neubesetzung einer freien Stelle am obersten Gerichtshof, widersprachen sich die Kandidaten vehement. Trump sagte zu seiner Nominierung der Richterin Amy Coney Barrett: «Wir haben die Wahl gewonnen und deswegen das Recht, sie auszuwählen.» Biden forderte, mit der Besetzung der Stelle bis Februar 2021 zu warten, «weil wir bereits mitten in der Wahl sind».

Uneinigkeit herrschte auch bezüglich des Umgangs mit der Corona-Pandemie. Nachdem Trump betont hatte, einen Plan für die Gesundheitsversorgung zu haben, bezichtigte Biden ihn der Lüge. «Jeder weiss, dass Trump ein Lügner ist. Er wusste schon im Februar über die Gefahr durch Covid-19 Bescheid und hat nichts unternommen.» Angesichts von über 205'000 Corona-Opfern in den USA warf Biden ihm vor, dem Kampf gegen die Pandemie nicht gewachsen zu sein.

Ich habe die beste Wirtschaft in der Geschichte des Landes aufgebaut.
Autor: Donald TrumpRepublikanischer Präsidentschaftskandidat

«Wenn wir auf Biden gehört hätten, wären die Grenzen weit offen gewesen und es wären mehr Bürger gestorben», konterte Trump. Er aber habe mit seinem Krisenmanagement womöglich Millionen Tote verhindert. Er habe einen grossartigen Job gemacht und die beste Wirtschaft in der US-Geschichte aufgebaut.

Trump und Biden stehen an der Debatte je hinter einem Rednerpult.
Legende: Trump und Biden während der ersten TV-Debatte. Es war ein ausufernder und angriffiger Auftritt der beiden Präsidentschaftsanwärter. Keystone

Moderator Wallace fragt die Kandidaten nach ihrer Haltung zum Thema Rassismus und den Black-Lives-Matter-Protesten. «Bisher gab es keinen Präsidenten, der so viele unangebrachte Sprüche zu Rassismus platziert hat wie Trump. Er hat nichts gemacht für die afroamerikanische Gemeinschaft», sagte Joe Biden.

Trump: «Ich habe Millionen Dollar an Steuern bezahlt»

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Im TV-Duell reagierte US-Präsident Donald Trump auch auf einen Bericht der «New York Times», wonach er in zehn der 15 Jahre bis 2017 keine Bundessteuern bezahlt haben soll. Moderator Chris Wallace fragte ihn, wie viel Einkommenssteuer auf Bundesebene er 2016 und 2017 gezahlt habe. Trump antwortete: «Ich habe Millionen Dollar an Steuern bezahlt.» Er werde das schon noch offenlegen, wolle aber eigentlich keine Steuern zahlen.

Die «New York Times» hatte in einem Artikel berichtet, dass Trump in den Jahren 2016 und 2017 lediglich jeweils 750 Dollar Einkommenssteuer auf Bundesebene zahlte. Möglich gemacht hatten das laut der Zeitung Abschreibungen und Gutschriften unter anderem wegen hoher Verluste.

Trump hat anders als für US-Präsidentschaftskandidaten zuletzt üblich bereits im Wahlkampf 2016 nicht seine Steuererklärungen öffentlich gemacht. Er erklärt, er werde sie öffentlich machen, wenn die seit Jahren laufende Buchprüfung der Steuerbehörde IRS abgeschlossen sei.

Donald Trump entgegnete, er hätte gerne mit mehr Recht und Ordnung in die Proteste eingegriffen, aber die demokratisch regierten Bundesstaaten hätten Frieden und Ordnung verhindert.

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Donald Trump: «Joe, du willst den Begriff ‹Law Enforcement› nicht mal in den Mund nehmen»
Aus News-Clip vom 30.09.2020.
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Biden sprach Publikum direkt an

Trump malte zudem einmal mehr das Szenario von massivem Betrug bei Briefwahlen und wich der Frage aus, ob er eine Niederlage akzeptieren würde. Zudem weigerte er sich, Rechtsradikale und bewaffnete rechte Gruppen eindeutig zu verurteilen. «Fast alles, was ich sehe, ist vom linken Rand, nicht vom rechten Rand», sagte er.

Ihr Leute zu Hause, wie geht es Euch?
Autor: Joe BidenPräsidentschaftskandidat der Demokraten

Präsidentschaftskandidat Joe Biden nutzte die TV-Debatte mehrmals, um sich direkt an die Wähler zu wenden. In der Coronakrise sei es Millionären und Milliardären wie Trump gut ergangen, «aber Ihr Leute zu Hause, wie geht es Euch?», sagte Biden zum Beispiel in die Kamera.

Trump fiel Biden immer wieder ins Wort

Trump fiel Biden während des TV-Duells immer wieder ins Wort und musste von Foxnews-Moderator Chris Wallace mehrmals ermahnt werden. Biden reagierte häufiger mit einem ironischen Lächeln auf Äusserungen des Amtsinhabers.

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Chris Wallace ermahnt Trump, Biden weniger zu unterbrechen - Trump reagiert trotzig
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Die 90-minütige Debatte wurde von einem Millionenpublikum verfolgt. Für beide Kandidaten stand viel auf dem Spiel. Trump lag bis zuletzt in landesweiten Umfragen hinter Biden. Biden musste die Gelegenheit nutzen, um zu zeigen, dass er trotz seiner 78 Jahre in der Lage ist, das Land zu lenken.

Biden leistete sich diesmal keine verbalen Patzer und es gelang dem Ex-Vizepräsidenten, Ruhe zu bewahren. In einer Umfrage des Senders CBS sah denn auch eine knappe Mehrheit den demokratischen Herausforderer als Sieger im Schlagabtausch mit Trump.

Tagesschau, 30.09.2020, 03:00 Uhr;

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Gerber  (1Berliner)
    Trump mobilisiert die Extremisten unter seinen Anhängern. Sie sollen Chaos auf die Strassen tragen, falls er die Wahl verliert.
    Wenn er denn die Wahl verlieren sollte, dann ist sein Ziel, verbrannte Erde zu hinterlassen.
    Die Behauptung, die Briefwahl sei nicht sicher, ist die Rückversicherung, dass die ultrrechte Fraktion seiner Wähler das Land im Falle seiner Abwahl mit Terror überzieht.
    Es geht darum, Biden das blanke Chaos zu hinterlassen.
  • Kommentar von Nick Schaefer  (Nick Schaefer)
    Diese "Debatte" war auf dem Niveau eines Raufgelages.

    Das Land befindet sich in einem katastrophalen Zustand.
    Für den Zustand des Landes ist der aktuelle Präsident verantwortlich: Er hatte die Mehrheit in Kongress und Senat, er hatte alle Mittel, und nur er allein ist für die Katastrophe verantwortlich.

    Während Biden deutlich gesitteter und kohärenter unterwegs ist.

    Fazit: Trump hat den Schaden angerichtet. Trump muss abgewählt werden, um noch viel schlimmeres zu verhindern.
  • Kommentar von Marina Zingg  (openyourmind)
    Was für eine grausige Debatte, die führende Westliche Nation ist in einem desolaten Zustand mit DT.