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Vorschau auf die Senatswahlen in Georgia
Aus HeuteMorgen vom 05.01.2021.
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US-Senatswahl Georgia entscheidet, wie mächtig Biden wird

Im US-Bundesstaat Georgia werden heute die zwei letzten offenen Senatssitze besetzt. Die Wahl wird das Land prägen.

Die Vereinigten Staaten blicken heute gebannt auf den Bundesstaat Georgia. Dort werden die beiden letzten offenen Senatssitze besetzt. Es ist dies eine Stichwahl, die nicht nur entscheidet, welche Partei im Senat die Mehrheit haben wird, sondern auch, wie stark der künftige Präsident Joe Biden seine politischen Vorhaben überhaupt umsetzen kann.

«So etwas habe ich noch nie erlebt»

Über drei Millionen Menschen haben schon vorzeitig gewählt, ähnlich wie im vergangenen November. Noch nie hätten so viele Menschen ihre Stimme bei einer Stichwahl abgegeben, sagt ein Wähler in einem Vorort von Atlanta.

Ein spanisches Wahlschild an der Beltline (Spaziermeile) in Atlanta fordert Latinos auf, für die Demokraten zu wählen.
Legende: Matthias Kündig

Die Stimmung in Georgia kurz vor der Wahl sei sehr aufgeladen. «Ich bin 34 Jahre alt. So etwas habe ich noch nie erlebt.» Ein anderer erklärt sich die Stimmung damit, dass sich die Bevölkerung Georgias der Tragweite des Entscheids bewusst sei: «Unsere Wahl hat Auswirkungen auf das ganze Land.»

Multimillionär gegen Pfarrer

Die Kandidierenden der beiden Parteien könnten unterschiedlicher nicht sein. Auf republikanischer Seite treten die Amtsinhaber Kelly Loeffler und David Perdue an. Die beiden Multimillionäre haben ihre früheren Überzeugungen über Bord geworfen und unterstützen die Wahlbetrugsbehauptungen von Donald Trump vorbehaltlos.

Bei den Demokraten kandidieren der junge Dokumentarfilmer Jon Ossof und der bekannte schwarze Pfarrer Raphael Warnock. Beide versprechen vor allem eins: Wandel.

Wahlschild in Atlanta
Legende: Matthias Kündig

Der Wahlkampf in Georgia kostete nicht nur mehrere hundert Millionen Dollar, er wurde auch sehr gehässig geführt. Kelly Loeffler habe keinen Bezug zu Leuten, die weniger reich seien als sie selbst, hiess es etwa vonseiten Warnocks. Das sei eine Lüge und Warnock ein «Radikaler», konterte Loeffler.

Das Rennen wird knapp

In den Umfragen liegen beide Parteien fast gleichauf. Das Rennen dürfte also knapp werden. Entscheidend wird deshalb sein, welches Lager die eigene Basis besser zum Urnengang motivieren kann.

Ein blauer Plastikkorb mit Klebern demokratischer Wahl-Aktivisten.
Legende: Demokratische Wahlaktivisten verteilen solche Kleber an Personen, die bereits gewählt haben. Sie fordern dazu auf, drei weitere Leute zum Wählen zu motivieren. Matthias Kündig

Den Demokraten fällt das derzeit leichter. Der Sieg Bidens habe bei vielen die Hoffnung geweckt, dass in Georgia eine Überraschung gelingen könnte, sagt etwa eine demokratische Jungwählerin in Atlanta.

Verunsicherte Trump-Anhänger

Bei den Republikanern ist die Lage komplizierter. Viele Wähler sind durch Trumps Wahlbetrugsvorwürfe verunsichert und fragen sich, ob sie überhaupt zur Urne gehen sollen.

Manche Trump-Wähler sind zudem wütend, weil die republikanischen Politiker Trump zu wenig unterstützen würden: «Ich finde, dass alle republikanischen Amtsträger zurücktreten sollen. Jede und jeder muss ersetzt werden», fordert etwa eine Trump-Anhängerin. Auf die Frage, ob sie heute wählen gehe, antwortet sie, das wisse sie noch nicht.

Video
Präsident Trump setzt Wahlbeauftragten von Georgia unter Druck
Aus Tagesschau vom 04.01.2021.
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SRF 4 News, HeuteMorgen vom 05.01.2021, 06:00 Uhr

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27 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    Für die Checks and Balances ist es besser, wenn die Mehrheiten nicht in allen Gewalten gleich verteilt sind.
    1. Antwort von Franz Lehmann  ((DrFranz))
      Haben Sie das bei DT auch so beurteilt? Aha.
    2. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Stimme ich grundsätzlich zu. Keine Partei sollte alleine die Mehrheit in beiden Kammern haben. Allerdings bedeutet dies in einem 2-Parteien-System, dass man kaum vernünftig regieren kann. Hat man viele Parteien, so sind Kompromisse einfacher möglich und man regiert weniger radikal nach der eigenen Linie.
    3. Antwort von Maria Müller  (Mmueller)
      Naja, sind ja nur 2 Jahre (bis Midterms.) Und der "nächste Trump" (ich denke da nicht einmal unbedingt an seinen Sohn oder ihn selber) wird irgendwann kommen. Er wird, keine Angst.
    4. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Franz Lehmann: Ja! Die Präsidentenpartei spielt keine Rolle. Ich bin weder Trump- noch Biden-Fan, da ich als Schweizer ja sowieso zum Zuschauer verdammt bin. Wo es hinführt, wenn alle 3 Gewalten bei einer Partei/Person konzentriert sind, sieht man z.B. in der Türkei.
  • Kommentar von Hans Hegetschweiler  (hansicomment)
    Die Bedeutung dieser Wahlen wird etwas aufgebauscht. Wenn die beiden Demokraten gewinnen, dann gehen die Präsidien der Senatsausschüsse an die Demokraten und es wird etwas leichter für Biden, die Richterposten zu besetzen. Im Übrigen aber ist es nicht so, dass er dann wie weiland Roosevelt freie Hand hat. Er muss jeden einzelnen der 50 demokratischen Senatoren von einem Gesetz (oder Staatsvertrag) überzeugen, und dafür Gegenleistungen für deren Wahlkreise erbringen.
    1. Antwort von Max Wyss  (Pdfguru)
      Die Bedeutung der Wahlen wird NICHT aufgebauscht.

      Bei 50/50 wird der Anführer der Partei der Vizepräsidentin zum Speaker des Senats. Diese Position hat die Macht, Gesetzesvorlagen aus dem Repräsentantenhaus mehr oder weniger schnell zur Diskussion und Abstimmung vorzulegen.

      Der zur Zeit amtierende Speaker des Senats hat diese Macht sehr stark eingesetzt (aka missbraucht). Es gibt Vorlagen, welche er seit einem Jahr eigenhändig blockiert.
  • Kommentar von Sam Brenner  (Sam Brenner)
    Dann drücke ich den Amis mal alle meine Daumen. Mit etwas Glück fährt der Karren nicht mehr weiter in den Bananenrepublik-Sumpf, in den er seit 4 Jahren steuert.
    1. Antwort von Maria Müller  (Mmueller)
      Keine Angst: Die machens. (Die 2 Dems.)
    2. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Müller: die Hoffnung stirbt zuletzt :-)