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USA schliessen Abzug aus Afghanistan ab
Aus Newsflash vom 31.08.2021.
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US-Truppenabzug beendet Letzter US-Soldat verlässt Afghanistan

  • Mit dem Abzug ihrer letzten Soldatinnen und Soldaten vom Flughafen Kabul haben die USA den Militäreinsatz in Afghanistan nach fast 20 Jahren beendet.
  • «Ich bin hier, um die Vollendung unseres Abzugs aus Afghanistan zu verkünden», sagte US-General Kenneth McKenzie, der das US-Zentralkommando Centcom führt, in einer Videoschaltung mit Journalisten im Pentagon.
  • Damit ende auch die militärische Mission zur Evakuierung von amerikanischen Bürgerinnen und Bürgern, Verbündeten und schutzsuchenden Afghaninnen und Afghanen.

Das letzte US-Militärflugzeug habe eine Minute vor Mitternacht (Ortszeit) vom Kabuler Flughafen abgehoben. Nach Angaben des Weissen Hauses brachten die USA und ihre Verbündeten bei der Evakuierungsmission seit dem 14. August rund 116'700 Menschen in Sicherheit. Immer noch befinden sich aber Zehntausende Menschen in Afghanistan, die vor den Taliban fliehen wollen – bei den meisten handelt es sich um Afghaninnen und Afghanen.

«Es ist ein historischer Moment: Nach knapp 20 Jahren haben die USA Afghanistan verlassen», sagt SRF-Korrespondent Jonas Bischoff im jordanischen Amman. «Bezeichnenderweise feiern die Taliban ihre Machtübernahme mit Freudenschüssen.» Es sei der Moment, vor dem sich viele Menschen in Afghanistan gefürchtet haben. «Da ist die Angst vor den Taliban und ihrer Ideologie. Die Angst vor Verfolgung und Unterdrückung. Aber auch die Angst vor neuen Anschlägen und vor einem möglichen Bürgerkrieg.»

Legende: Generalmajor Chris Donahue geht an Bord eines C-17-Transportflugzeugs, als letztes Mitglied der US-Streitkräfte, das den Flughafen von Kabul verlässt (30. August 2021). Reuters

Afghanistan stehe nun am Beginn eines neuen Kapitels. «Viele Afghaninnen und Afghanen sehnen sich nach nichts mehr als nach Ruhe und Friede. Doch danach sieht es bisher nicht aus.» US-Präsident Joe Biden dankte den US-Soldaten, die die «grösste Luftbrücke in der Geschichte der USA» mit Mut, Professionalität und Entschlossenheit betrieben hätten. «Jetzt ist unsere 20-jährige Militärpräsenz in Afghanistan beendet.»

US-Aussenminister Antony Blinken sagte in einer Ansprache, nun beginne die diplomatische Mission in Afghanistan. Die dafür zuständigen US-Diplomatinnen und US-Diplomaten würden vorerst aus Katar arbeiten. Nicht alle Personen, die Afghanistan verlassen wollten, hätten dies bisher tun können. Blinken erinnerte an die Versprechen der Taliban, dass auch künftig Afghaninnen und Afghanen mit gültigen Papieren ausreisen dürften, wenn sie wollten.

Resolution im UNO-Sicherheitsrat

Die USA und die westlichen Partner haben wiederholt betont, dass es auch nach dem Ende des Einsatzes die Möglichkeit geben soll, Menschen in Sicherheit zu bringen. Der UNO-Sicherheitsrat erhöhte am Montag den Druck auf die militant-islamistischen Taliban in Afghanistan, die Menschenrechte zu wahren und Ausreisewillige ungehindert passieren zu lassen. In seltener Einigkeit verabschiedete das mächtigste UNO-Gremium eine entsprechende Resolution.

Biden hatte im April angekündigt, alle US-Soldaten spätestens bis zum 11. September bedingungslos aus Afghanistan abzuziehen. Das Datum markiert den 20. Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001, die den US-geführten Militäreinsatz in Afghanistan auslösten. Im Juli zog Biden das Datum für den vollständigen Abzug auf den 31. August vor.

Tagesschau, 30.08.2021, 19:30 Uhr;

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14 Kommentare

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  • Kommentar von thorsten Koopmann  (Koopmann)
    „ Letzter US-Soldat verlässt Afghanistan“ und in mir steigt das ungute Gefühl. Ich hoffe der Westen hält die Entwicklungen und das Verhalten der taliban genau im Auge. Und reagiert bei Bedarf entsprechend. Mir fehlt allerdings der Glaube !
  • Kommentar von Peter M Haller  (Peter M Haller)
    Gorbatschow kommentierte 2019 gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Interfax die Beschlüsse des damaligen NATO-Gipfels in Warschau, Truppen in den baltischen Staaten zu stationieren mit den Worten: "Die NATO bereitet sich vor, aus einem Kalten Krieg einen Heißen zu machen. Die ganze Rhetorik in Warschau schreit geradezu nach dem Streben, Russland den Krieg zu erklären. Sie reden nur von Verteidigung, de facto jedoch bereiten sie sich auf einen Angriff vor."
  • Kommentar von Daniel Stüdi  (25-45)
    Bin absolut kein Fan von Biden, aber der Abzug alleine macht ihn aus meiner Sicht zum erfolgreichsten Presidenten der letzten 20 Jahre.
    1. Antwort von Hermann Roth  (Dr. Wissenschaftler)
      Abzug ja, aber doch nicht so....
    2. Antwort von Daniel Gion  (dgion)
      Der Abzug wurde Von Trump in die Wege geleitet. Was man immer sonst von ihm halten mag das war sein Werk nicht das von Biden.
      Biden's Werk hingegen war das "wie" der Abzug durchgeführt wurde und ich glaube es gibt kaum jemanden der das als "erfolgreich" einstufen würde..