Darum geht es: 5000 amerikanische Soldaten sollen aus Deutschland abgezogen werden. Dies hat US-Verteidigungsminister Pete Hegseth gemäss Angaben seines Ministeriums angeordnet, wie unter anderem CBS News berichtet. Die Soldaten sollen in den nächsten sechs bis zwölf Monaten verlegt werden. Der offizielle Grund: eine Prüfung der Truppenpräsenz in Europa, der Bedingungen vor Ort und der Anforderungen der Einsatzgebiete insgesamt.
Die Reaktion aus Berlin: Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius betonte, dass die Präsenz amerikanischer Soldaten in Europa und in Deutschland sowohl im europäischen wie amerikanischen Interesse sei; «für Frieden und Sicherheit in Europa, für die Ukraine und zur gemeinsamen Abschreckung». Die USA bündelten in Deutschland aber auch andere militärische Funktionen, etwa für sicherheitspolitischen Interessen in Afrika und im Mittleren Osten. Abgesehen davon mache die US-Ankündigung klar, dass die Nato «europäischer» werden müsse. «Wir Europäer müssen mehr Verantwortung für unsere Sicherheit übernehmen.»
Die Vorgeschichte: Der US-Präsident hatte bereits vor einigen Tagen mit einem Abzug gedroht – nach Spannungen mit dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz rund um den Iran-Krieg. Auch hatte Trump schon in seiner ersten Amtszeit angekündigt, er wolle 12'000 der damals rund 35'000 US-Soldaten aus Deutschland abziehen. Sein Nachfolger Joe Biden stoppte diese Pläne.
US-Soldaten in Europa: Gut 68'000 US-Soldaten waren im Dezember 2025 laut Daten des Pentagons auf europäischen Stützpunkten stationiert. Über die Hälfte davon – etwa 36'400 – befanden sich in Deutschland. Für Mitte April werden die Zahlen mit 86'000 in Europa und 39'000 in Deutschland angegeben – die Zahlen verändern sich regelmässig, etwa wegen Rotationen und Übungen.
Darum gibt es US-Stützpunkte: Der Ursprung der US-Stützpunkte in Europa liegt im Kalten Krieg. Doch auch heute schützen die Basen Europa vor möglichen russischen Aggressionen. Zudem sind sie strategisch sinnvoll für ein Land wie die USA, das von vielen Konfliktregionen der Welt weit entfernt liegt. Mit ihrer Präsenz sind die US-Stützpunkte also sowohl ein Wirtschafts- als auch ein Sicherheitsfaktor für Deutschland.
Die deutsch-amerikanische Krise: Die Beziehungen zwischen Trump und Merz haben sich im Zuge des Iran-Kriegs dramatisch verschlechtert – und das in wenigen Tagen. Ausgangspunkt war Merz' Kritik am Montag am Vorgehen der USA im Iran-Krieg. Der deutsche Kanzler hatte Trump vorgeworfen, «ohne wirklich überzeugende Strategie» in den Krieg gezogen zu sein, und die Iraner würden die USA in den Verhandlungen zur Beendigung des Krieges «demütigen». Der US-Präsident feuerte heftig zurück: Merz habe keine Ahnung, wovon er rede, und sei mit Blick auf den Ukraine-Krieg «völlig wirkungslos geblieben». Trump bilanzierte gar: «Ich meine, er hat einen schrecklichen Job gemacht.»
Was würde ein Abzug für Deutschland bedeuten? Der Abzug einiger Soldaten könnte zeitlich begrenzt sein, die Schliessung ganzer Militärstandorte wäre hingegen ein erheblicher Schritt. Für die Sicherheit Deutschlands hätte dies laut Experten keine unmittelbaren Folgen, aber es würde womöglich am Beistandsversprechen der USA in der Nato nagen. Zudem stellt sich die Frage, welche Truppen aus Deutschland abgezogen werden sollen. Details sind dazu bislang keine bekannt.