Worum geht es? Am Super-Bowl-Finale der American-Football-Liga (NFL) tritt dieses Wochenende Grammy-Gewinner Bad Bunny auf. Der Superstar kommt aus Puerto Rico, das zu den USA gehört. An der Grammy-Verleihung sprach er sich deutlich gegen die Einwanderungsbehörde ICE aus und kritisierte Trumps Einwanderungspolitik. Damit ist er für die Anhänger von Donald Trump ein rotes Tuch. Die Organisation «Turning Point USA» führt darum erstmals eine Gegenveranstaltung durch. Bei der «All-American-Halftime-Show» tritt Kid Rock auf.
Warum eckt Bad Bunny bei Trump-Anhängern an? Dies hat laut Martin Lüthe von John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien in Berlin vor allem zwei Gründe: «Bad Bunny singt seine Lieder selbstbewusst auf Spanisch. Das ist im amerikanischen Mainstream-Pop noch eher ungewöhnlich.» Und es bestehe bei den konservativen Anhängern der Maga-Bewegung die Angst, dass Spanisch als Landessprache immer gegenwärtiger werde. Zudem mache Bad Bunny sehr sexualisierte Musik, die nicht eindeutig heterosexuell sei, sondern auch Queerness enthalte. «Das ist natürlich ein Albtraum für konservative Zuschauerinnen und Zuschauer», sagt Lüthe.
Warum gibt es die Gegenveranstaltung «All-American-Halftime-Show»? Trump hatte laut der New York Post bereits angekündigt, dass er beim diesjährigen Super Bowl nicht dabei sein werde. Zuvor hatte er die Wahl von Bad Bunny zum Show-Act als «lächerlich» kritisiert. Er habe noch nie von diesem Künstler gehört, sagte er dem TV-Sender Newsmax. Die Gegenveranstaltung «All-American-Halftime-Show» will der offiziellen Show Konkurrenz machen. «Wir gehen an diese Show heran wie David gegen Goliath», heisst es in einer Erklärung von Kid Rock. Kulturforscher Martin Lüthe sagt, Kid Rock habe sich ganz der Maga-Bewegung verschrieben: «Er ist ein loyaler Trump-Anhänger. Seine Musik steht für Familie, Glauben und amerikanische Werte.»
Wird es weitere Gegenveranstaltungen zur Halftime-Show geben in Zukunft? Es komme nun darauf an, auf was für einen Künstler oder Künstlerin die NFL im nächsten Jahr setze. «Ich kann mir gut vorstellen, dass die NFL nun eine weniger polarisierende Wahl treffen wird», sagt Lüthe. Und damit sei dann auch eine mögliche Gegenveranstaltung überflüssig. Denn einige Sportfans würden sicher sagen: «Ich möchte doch nur dieses Footballspiel sehen und zwar ohne politische Brille.»