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Niederlage vor Supreme Court Ohnmächtige Zollwut: Trump erlebt die Grenzen seiner Macht

Der Supreme Court pfeift den Präsidenten zurück. Der «Kampf der Gewalten ist eröffnet», sagt die Juristin Constanze Stelzenmüller.

«Die institutionellen Kontrollmechanismen greifen»: Diesen Schluss zog SRF-Korrespondentin Barbara Colpi, als das Oberste Gericht Trumps Zölle für illegal erklärte.

Was folgte, war eine veritable Zollwut aus dem Weissen Haus: US-Präsident Donald Trump zeigte sich «zutiefst beschämt» über bestimmte Mitglieder des Supreme Courts.

Der US-Präsident beschimpfte die ablehnenden Gerichtsmitglieder als «Narren», «Schosshunde» und eine «Schande für die Nation und ihre Familien».

Schweizer Delegation fliegt in die USA

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Eine fünfköpfige Delegation aus Schweizer Parlamentarierinnen und Parlamentariern reist heute in die USA. Sie sollen dort ihre Kolleginnen und Kollegen im US-Kongress auf einen Schweiz-freundlichen Kurs bringen – auch in Sachen US-Zölle. Die Reise sei zwar von langer Hand geplant worden, könnte terminlich nun aber nicht besser gewählt sein, ist Delegationsmitglied und Mitte-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter überzeugt.

Empfindliche Niederlage

Das Wochenende war schliesslich geprägt von neuen Zolldrohungen des Präsidenten. Trump kündigte an, andere Wege zu nutzen, um seine Zölle weiterhin durchzusetzen.

Trump will weltweiten Zollsatz von 15 Prozent

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Trump kündigte am Samstag auf der Plattform Truth Social einen weltweiten Zoll auf Importe in die USA von 15 Prozent an – statt der kurz davor bereits veranschlagten 10 Prozent.

Damit schöpft Trump die Höchstgrenze eines Handelsgesetzes voll aus, auf das er sich beruft. Der Supreme Court hatte ihm am Freitag untersagt, unter Berufung auf ein Notstandsgesetz Zölle gegen den Import von Waren aus vielen Ländern zu verhängen.

Ob und in welcher Form Trump seine aggressive Zollpolitik weiterführen kann, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen. Fest steht: Für den US-Präsidenten ist der Gerichtsentscheid eine empfindliche Niederlage in einem Kernelement seiner zweiten Amtszeit.

Mann im blauen Anzug bei Pressekonferenz im Weissen Haus.
Legende: Trumps gereizte Reaktion zeigt auch: Der Macht des Präsidenten sind Grenzen gesetzt. Getty Images/Aaron Schwartz

«Nach einem Jahr von tumulthaften Entscheiden ist es das erste Mal, dass der Supreme Court den Präsidenten in die Schranken weist», sagt Constanze Stelzenmüller.

Die Juristin der US-Denkfabrik Brookings Institution in Washington spricht von wiederholten Angriffen auf die amerikanische Verfassungsordnung. Bislang habe sie der Gerichtshof schweigend hingenommen.

«Unabhängigkeitserklärung» der Obersten Richter

Nun aber wurde auch der Kongress «wieder ins Recht gesetzt» und eine Botschaft an den Präsidenten geschickt. Nämlich, dass er nicht beliebig den Notstand ausrufen kann, um seine Agenda durchzusetzen.

Mit Amy Coney Barrett und Neil Gorsuch haben zwei Mitglieder des Gerichts gegen Trump gestimmt, die er selbst ernannt hat. Für Stelzenmüller haben sie damit «eine Art Unabhängigkeitserklärung» abgegeben. Die Botschaft: Wir sind keine Richter von Trumps Gnaden.

Offensichtlich ist der Oberste Gerichtshof nun gewillt, dem Präsidenten Grenzen aufzuzeigen.
Autor: Constanze Stelzenmüller Direktorin des Europe Centers bei der Brookings Institution

Trump erklärte Anfang Januar gegenüber der «New York Times», dass nur seine eigene Moral seiner Macht Grenzen auferlege. Jetzt muss er sich dem Urteil des Obersten Gerichts fügen.

Sind die Checks and Balances also lebendiger, als manche glaubten? «Offensichtlich ist der Oberste Gerichtshof nun gewillt, dem Präsidenten Grenzen aufzuzeigen», schätzt Stelzenmüller.

Widerspruch aus der eigenen Partei

Und auch im Kongress sieht sie Anzeichen, dass die Abgeordneten den Präsidenten einhegen wollen. Widerstand – vereinzelt auch aus der eigenen Partei – gab es zuletzt etwa bei der Veröffentlichung der Epstein-Akten.

Auch die Annexionsdrohungen gegenüber Grönland stiessen Vertreter beider Parteien sauer auf, genauso wie das brutale Vorgehen Einwanderungsbehörde ICE.

Nun gibt es auch klare Worte mit Blick auf die Zölle. So schrieb etwa der republikanische Senator Rand Paul auf X, dass das Oberste Gericht die Verfassung verteidigt habe.

Sein Rats- und Parteikollege Mitch McConnell sekundierte: «Der Supreme Court hat dem Kongress seine jahrhundertealte Autorität (bei der Erhebung von Zöllen) zurückgegeben.»

Es gärt in Washington

Die Kritik aus dem Kongress wird lauter und selbstbewusster. «Auf der Münchner Sicherheitskonferenz konnte man sehr deutlich sehen, dass es im amerikanischen Parlament gärt», so Stelzenmüller.

Zwei Männer in Anzügen sitzen lächelnd in Sesseln vor Flaggen.
Legende: Namhafte Demokraten wie der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom (links, mit dem deutschen Kanzler Friedrich Merz) nutzten die Sicherheitskonferenz als vorgezogene Wahlkampfbühne. Vereinzelt übten auch Republikaner Kritik an Trumps Kurs. Keystone/EPA/Steffen Kugler

Ihr Fazit: Ein Jahr lang hätten der Kongress und der Supreme Court «mit sich Schlitten fahren lassen. Aber jetzt, neun Monate vor den Zwischenwahlen, ist der Kampf zwischen den Gewalten in Amerika eröffnet».

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US-Zölle und ihre Auswirkungen

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Seit Anfang August gelten weltweit die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle. Nun hat der Supreme Court in den USA den Entscheid gekippt. Hier lesen Sie alles Wissenswerte über die Auswirkungen der US-Zollpolitik.

SRF 4 News, 23.02.2026, 6:48 Uhr ; 

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