Zum Inhalt springen

Header

Video
Brände bedrohen griechische Hauptstadt Athen
Aus Tagesschau vom 06.08.2021.
abspielen
Inhalt

Verheerende Waldbrände Feuer in Griechenland ausser Kontrolle – Schweiz schickt Hilfe

  • Fast 60 Dörfer und Siedlungen im Süden Griechenlands sind bis zum frühen Freitag evakuiert worden.
  • Binnen 24 Stunden gab es landesweit 86 neue Waldbrände, wie die griechische Feuerwehr auf Twitter mitteilte.
  • Wegen der unkontrollierten Waldbrände im Norden von Athen fällt in der Hauptstadt vielerorts der Strom aus.
  • Die Schweiz entsendet am Samstag drei Armeehelikopter sowie Personal zur Verstärkung der Brandbekämpfung.

Der griechische Zivilschutz-Chef Nikos Chardalias bestätigt inzwischen über 56 aktive Brände im ganzen Land. Nördlich von Athen hat sich das Feuer in Richtung der Gemeinde Marathon ausgebreitet, die Evakuierung von weiteren 13 Siedlungen laufe.

Selbst Dutzende Kilometer von den Bränden entfernt sehen die Menschen gewaltige gelbe Rauchwolken am Himmel. Hunderte von Häusern sind beschädigt, grosse Acker- und Waldflächen zerstört.

Menschen wurden evakuiert

Auf der Insel Euböa und auf dem Peloponnes wüten die Feuer teils unkontrolliert. Am Morgen sei versucht worden, die Ausbreitung der Brände zu verhindern, berichtete die Nachrichtenagentur ANA. Wegen der starken Winde könne von einer Kontrolle der Brände keine Rede sein.

Hunderte von Feuerwehrleuten gruben Brandschneisen und löschten die Flammen. Der Verkehr wurde auf der wichtigsten Autobahn des Landes, die Athen mit Nordgriechenland verbindet, gestoppt – die Einsatzkräfte versuchten, die Strasse als Barriere zu nutzen, um das Vorrücken der Flammen zu verhindern.

Premierminister Kyriakos Mitsotakis warnt vor starken Westwinden am Freitag und spricht von einem «noch nie da gewesenen Zustand, weil die vergangenen Tage der Hitze und Trockenheit das Land in ein Pulverfass verwandelt haben».

Legende: Dicker Rauch über Athen sorgt für hohe Feinstaubbelastung. Reuters

Waldbrände haben drastische Folgen

In der griechischen Hauptstadt wird zudem der Strom ausgeschaltet. Der staatliche Stromnetzbetreiber kündigte an, einzelne Athener Stadtteile vorübergehend und planmässig vom Stromnetz zu nehmen, um die Versorgung insgesamt aufrechterhalten zu können.

In Athen hat sich ein dichter gelber Nebel mit Kleinpartikeln und Asche aus den brennenden Vororten im Norden gebildet. Die Chefärztin der Pneumologischen Klinik im Spital Sotiria, Nina Gaga, warnte die Bevölkerung, wegen der belasteten Luft nicht nach draussen zu gehen. Übliche Hygienemasken gegen Corona würden nichts nützen. Wer hinausgehe, müsse sich mit einer Partikel-Schutzmaske vom Typ P95 oder höher schützen, sagte die Ärztin.

Hilfe kommt – auch aus der Schweiz

Die Schweiz hat auf ein internationales Hilfsersuchen der griechischen Behörden reagiert und entsendet am Samstag drei Armeehelikopter des Typs Super Puma und 40 Mitarbeitende der Armee nach Athen. Ab Sonntag sollen erste Löschoperationen geflogen werden.

Legende: Eine Voraus-Detachement ist am Freitag bereits nach Griechenland geflogen. Twitter @EDA_DFAE

Am Freitagnachmittag ist ein Soforteinsatzteam mit einem Flugzeug der Schweizer Luftwaffe nach Griechenland geflogen. Das zehnköpfige Team wird die Voraussetzungen für den Helikoptereinsatz schaffen und die Koordination mit den Behörden sicherstellen.

Voraus-Detachement unterwegs

Box aufklappen Box zuklappen

Zur Unterstützung in der Brandbekämpfung ist am Freitagnachmittag ein Soforteinsatzteam nach Griechenland geflogen. Dieses Team besteht aus Angehörigen des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe des Bundes, Brandbekämpfungsspezialisten des Lehrverbandes Genie/Rettung/ABC sowie einem Voraus-Detachement der Luftwaffe. Die Spezialisten organisieren vor Ort den geplanten Helikoptereinsatz.

Weitere Hilfe mit Feuerwehrleuten, Wasserflugzeugen und Helikoptern aus Zypern, Frankreich, Rumänien und Schweden sollen laufend in Griechenland eintreffen.

Waldbrände auch in der Türkei und auf dem Balkan

Box aufklappen Box zuklappen

Die türkischen Küstenregionen Antalya, Marmaris und Milas sind von den Waldbränden besonders betroffen. In Milas wurden 19 Wohnviertel evakuiert, die Flammen rücken unvermindert vor. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen und wurden teils in Schulen und Sportstadien untergebracht. In der Antalya sind zwei Grossbrände unter Kontrolle gebracht worden, auch weil der Wind abflaute. Acht Menschen kamen ums Leben, Schätzungen zufolge sind mindestens 100'000 Hektar Wald und Felder den Flammen zum Opfer gefallen.

Auch auf dem Balkan kämpfen Feuerwehrleute gegen Waldbrände. Meteorologen erwarten eine regnerische Kaltfront, die die Brandgefahr vermindern dürfte.

In Nordmazedonien hat die Regierung den Krisenzustand ausgerufen angesichts von acht aktiven Bränden.

In Albanien gab es am Freitag noch einen heftigen Brandherd im Norden bei Kukes. Alle anderen Waldbrände sind unter Kontrolle.

Auch in Kosovo kam es zu Waldbränden, die mit Unterstützung der dort stationierten KFOR-Truppe der Nato gelöscht werden.

Video
Riesige Brandschäden im Südwesten der Türkei
Aus Tagesschau vom 06.08.2021.
abspielen

SRF 4 News, 06.08.2021, 11 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

45 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Andreas Benz  (ABE)
    Wie sieht es aus mit Brandstiftung? In Griechenland wohl sehr bewährt, weil abgebranntes Land als Bauland und für die Immobilienspekulation genutzt wird und nicht wieder aufgeforstet werden muss. Klimaveränderung hat auch seinen Einfluss klar, aber dieses Korruptions-Phänomen dürfte noch verstärkend wirken. Schlimm, irgendwann ist alles Steppe und Wüste, Flora und Fauna zerstört. Unglaublich, wie der Mensch mit seinem "gemieteten" Planeten umgeht.
  • Kommentar von Esther Jordi  (ejejej)
    @SRF News
    "... Nina Gaga warnte, nicht aus dem Haus zu gehen."
    Sie warnte sicher, aus dem Haus zu gehen. Ihre Formulierung bedeutet genau das Gegenteil.
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Esther Jordi
      Die Meldung stimmt. Liebe Grüsse, SRF News.
    2. Antwort von Esther Jordi  (ejejej)
      @SRF News
      So ist es richtig und unmissverständlich:
      „Gehen Sie nicht aus dem Haus“, warnte sie.
      https://www.rnd.de/panorama/braende-in-griechenland-werden-durch-wind-angefacht-einsatzkraefte-arbeiten-trotz-brandwunden-4WEZWWEAVKSIPIHIL6SQLQWIZU.html
      Ich bleibe dabei, es ist das Gegenteil von dem, was im SRF-Text steht.
      Freundliche Grüsse
    3. Antwort von SRF News editor
      @Esther Jordi
      Wir schauen es uns nochmals an, merci. Liebe Grüsse, SRF News.
    4. Antwort von Esther Jordi  (ejejej)
      @SRF News
      Danke für die Änderung.
    5. Antwort von SRF News editor
      @Esther Jordi Danke für den Hinweis!
    6. Antwort von SRF News editor
      @Esther Jordi danke für den Hinweis!
    7. Antwort von Lothar Drack  (spprSso)
      Ist aber schön, hat die Redaktion das nochmals angeschaut.
  • Kommentar von Ricardo Lang  (RicRic)
    Über Umweltverschmutzung und Klimaveränderung zu reden ist ja prima. Bin auch für Umweltschutz. Aber warum reden wir nie übt die rasante Verschiebung der magnetischen Pole oder Polsprung?
    1. Antwort von Chiara Lauber  (Chiara)
      Schon mal versucht dagegen was zu unternehmen??? Dass ein Polsprung kommen wird (irgendwann) ist sicher aber im Gegensatz dazu stehen wir der Klimaveränderung nicht hilflos gegenüber… Also rein theoretisch gemacht werden soll ja immer was von den anderen… blöd nur dass uns das othering hier nicht hilft da wir alle auf dem einzigen Planeten leben den wir haben.
    2. Antwort von Ricardo Lang  (RicRic)
      Die Häufigkeit der Umweltkatastrophen ist teilweise auf das wandern der magnetischen Pole zurückzuführen und nicht nur wegen die Umweltverschmutzung
    3. Antwort von Tinu Sado  (Tinu2)
      da fehlt doch jeglicher Zusammenhang. Einerseits können wir da gar nicht beeinflussen, andererseits dürften die Auswirkungen auf Mensch und Natur durchaus überschaubar sein. Das GPS könnte verrückt spielen, der Kompass nicht mehr stimmen und Zugvögel müssen sich anpassen. Derweil wird uns der Klimawandel über kurz oder lang vernichten, ich denke das ist durchaus problematischer ...