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Brand in Athen zerstört 80 Häuser
Aus Tagesschau vom 04.08.2021.
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Waldbrand und Hitze Brände in Griechenland gefährden antike Stätte Olympia

  • Im Norden Athens konnten die Brände weitgehend eingedämmt werden. Mehr als 80 Häuser sind bisher den Flammen zum Opfer gefallen.
  • Nun gefährdet ein neuer Brand das Dorf Olympia auf der Halbinsel Peloponnes.
  • Der griechische Zivilschutz ordnete per SMS die Einwohner an, den Ort zu verlassen.

In unmittelbarer Nähe befindet sich die berühmte antike Stätte Olympia, bei der vor den Spielen stets das Olympische Feuer entzündet wird. «Wir haben eine Verteidigungslinie rund um die antike Stätte und das Dorf gebildet», sagte der Gouverneur der Region Nektarios Farmakis im Staatsfernsehen.  

Verheerender Brand 2007

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Bei verheerenden Bränden waren 2007 im Westen des Peloponnes Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Auch die antike Stätte von Olympia war damals schwer beschädigt worden, das eigene Löschsystem hatte nicht funktioniert. Betroffen war vor allem die Anhöhe über dem Heiligen Hain, die unter dem Namen «Kronoshügel» bekannt ist. Dort findet jeweils einige Monate vor den Sommer- und Winterspielen das Zeremoniell zur Entfachung des Olympischen Feuers statt.

«Wir haben all unsere Einsatzkräfte nach Olympia geschickt, um Menschenleben und unsere antike Tradition zu retten», sagte der Bürgermeister von Pyrgos dem griechischen Sender Open. Kulturministerin Lina Mendoni sei auf dem Weg von Athen nach Olympia, berichtete derweil das griechische Staatsradio.

Athen unter einer Rauchglocke

Die Feuerwehr in Griechenland spricht von einem Teufelskreis: Der Wind in der Brandregion im Norden Athens hat zwar nachgelassen, sodass das Feuer weitgehend eingedämmt werden konnte. Dafür steckt die ganze Hauptstadt jetzt unter einer gewaltigen Rauchglocke, die sich mangels Wind auch nicht verflüchtigt. Helfen würden nur frische Böen, die jedoch das Feuer neu entflammen könnten.

Die Ruhe an der Feuerfront ist momentan also nur vorläufig. Mehr als 80 Häuser sind den Flammen bisher zum Opfer gefallen, seit der Brand am Dienstag seinen Lauf nahm. Der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis sprach bei einem Besuch in der Region am Mittwochmorgen von einem «Albtraumbrand».

Grosse Feinstaubbelastung in der ganzen Stadt

Gleichzeitig herrscht grosse Erleichterung, dass der Brand nach jetzigem Stand keine Menschenleben gekostet hat. Die Bewohner der evakuierten Orte wurden vorerst auf Staatskosten in Hotels untergebracht. Regierungschef Mitsotakis versprach den Wiederaufbau der Häuser.

Derweil leiden so gut wie alle Bewohnerinnen und Bewohner Athens nicht nur unter der Gluthitze, sondern auch unter einer enormen Feinstaubbelastung durch den Rauch. Zwischenzeitlich meldete die griechische Gesundheitsbehörde für das Stadtzentrum eine Belastung von bis zu 465 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft.

In der EU gilt als Grenzwert ein Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm. Wer in Athen ans Fenster tritt, merkt das sofort: die Augen tränen, die Luft kratzt im Hals und das Atmen fällt schwer. Die Einwohner sind aufgerufen, die Häuser nicht zu verlassen und die Fenster geschlossen zu halten.

Feuer sind auch ausgebrochen auf den Inseln Rhodos und Kos sowie auf der Insel Euböa. Insgesamt kämpfte die Feuerwehr landesweit gegen 40 grössere Brände, wie der Zivilschutz mitgeteilt hat. Landesweit sind ersten Schätzungen zufolge hunderte Häuser verbrannt oder beschädigt worden.

Waldbrände in der Mittelmeerregion

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Auch in Italien sprach die Feuerwehr von landesweit 530 Waldbrandeinsätzen. Mehr als die Hälfte davon in Sizilien, Kalabrien und Apulien. Die Zivilschutzbehörde stuft die gesamte Insel Sizilien in die höchste Brandrisikostufe ein. Zudem werden für Palermo und Catania Hitzewellen mit Temperaturen um 40 Grad Celsius vorausgesagt.

Seit Tagen wüten Feuer auch an der türkischen Mittelmeerküste. Besonders betroffen sind die Regionen Antalya und Mugla. Etliche Menschen mussten vor den Bränden fliehen. Für acht Menschen kam jede Hilfe zu spät. Landwirte mussten teilweise ihr Vieh dem Feuer überlassen und flüchten. Laut dem türkischen Forstamt sind acht Brände nicht unter Kontrolle. Ein Kohlekraftwerk musste den Flammen überlassen werden, nachdem explosives Material weggeschafft worden war.

In Albanien und in Kosovo sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Während im Süden Albaniens die Waldbrände gelöscht werden konnten, brachen auf der im Norden gelegenen Adria-Halbinsel Karaburun neue Feuer aus.

Auch in Kroatien, in der Adria-Region um Labisnica bei Split, brannten bis rund 1600 Hektar Büsche, Pinien und Olivenhaine.

In Bulgarien sind die Temperaturen in den vergangenen Tagen kontinuierlich angestiegen. Ausgebrochene Waldbrände sind mittlerweile unter Kontrolle.

SRF 4 News, 03.08.2021, 15:30 Uhr;

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    Es wird hier kommentiert dass internationale Koordination nötig ist.
    Wie es damit ist, sieht man an Corona. Koordination glänzt durch Abwesenheit.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Patrick Janssens: Internationale Kooperation ist immer schwierig. 191 Länder haben es aber immerhin geschafft, das Pariser Klimaabkommen zu unterschreiben und zu ratifizieren. Der Schweizer Beitrag ist vorerst an der Urne gescheitert. Vermutlich würde er heute komfortabel angenommen. Gerade Corona hat gezeigt, dass man die Welt, wenn man denn wollte, in Windeseile ändern kann. Ich sehe das jetzt als positives, nicht negatives Beispiel, wie Sie. Wo ein Wille, da ein Weg.
    2. Antwort von Patrick Meier  (Pat69)
      Ich habe ja nicht geschrieben, dass ich daran glaube, dass bezüglich Pariser Klimazielen eine umsetzungsorientierte internationale Koordination installiert wird. Es wäre aber erforderlich. Die CH könnte Netto-0 aufgrund des Speicherpotenzials (Pumpspeicher) möglicherweise autark erreichen. Die meisten Länder nicht. Am besten wäre es, wenn in den Wüsten Solarthermiekraftwerke Wasserstoff produzieren würden um die unglaublichen zusätzlichen Mengen Strom bereitstellen zu können.
  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    Wir werden lernen müssen damit zu leben, stimmt.
    Das wichtige dabei, warum?
    Antwort: weil man die letzten 50 Jahre nichts gemacht hat.
    Warum hat man nichts gemacht? Diese Frage muss man der Politik stellen.
    Teilantwort: als Folge der Lobbyarbeit/Druck aus der Wirtschaft.
  • Kommentar von Sascha Ehring  (MountainmanSG)
    Damit werden wir leben lernen müssen, besser wird es nicht mehr. Ich dachte bei Covid-19 schon das Muttererde uns dezimieren will weil wir es übertreiben aber jetzt zeigt sie uns wer am längeren Hebel sitzt.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Sascha Ehring: Wenn wir damit leben müssen ist es unser selbstgewähltes Elend. Wir wissen seit 40 Jahren um den Zusammenhang zwischen Treibhausgasen und Erderwärmung und hätten genug Zeit gehabt, eine treibhausgasfreie Energieversorgung zu etablieren.