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Historisches Treffen zwischen Tsipras und Zaev
Aus Tagesschau vom 02.04.2019.
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Versöhnung unter Nachbarn Historischer Besuch in Nordmazedonien

Historischer Besuch: Erstmals in der Geschichte besucht mit Alexis Tsipras ein griechischer Regierungschef das nördliche Nachbarland Nordmazedonien. Er trifft in Skopje seinen Kollegen Zoran Zaev. Die beiden Politiker hatten jüngst den Streit um den Namen des kleinen Nachbarn Griechenlands beigelegt. Seit dem 12. Februar heisst die frühere Teilrepublik Jugoslawiens offiziell Nordmazedonien, weil Athen wegen seiner eigenen nördlichen Provinz Mazedonien das Balkanland nicht unter demselben Namen anerkennen wollte.

Austausch intensivieren: Tsipras' Besuch ist vor allem ein symbolischer. «Er soll unterstreichen, dass aus zwei Nachbarländern, die kaum diplomatische Beziehungen hatten, jetzt Verbündete werden», sagt Rodothea Seralidou, freie Journalistin in Athen. Was bis vor Kurzem noch als unmöglich angesehen wurde, werde nun Realität. Dabei gehe es vor allem um eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit. Deshalb reisten auch 140 griechische Wirtschaftsvertreter mit Tsipras nach Skopje.

Zaev macht ein Handy-Selfie mit Tsipras.
Legende: Zaev hält den historischen Besuch Tsipras' gleich selber fest. Reuters

Hoffen auf Investitionen: Auch Nordmazedonien will eine bessere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Griechenland. Investitionen aus dem Nachbarland wären sehr gern gesehen, auch im Tourismus orten beide Seiten Potenzial. Zudem hat das Binnenland Nordmazedonien keinen Zugang zum Meer. Der Hafen von Thessaloniki könnte hier Abhilfe schaffen, hofft Skopje.

Zusammenarbeit bei der Sicherheit: Tsipras und Zaev wollen ein Memorandum signieren, das eine engere Zusammenarbeit bei der Verteidigung vorsieht. Unter anderem sollen künftig griechische Kampfjets den Luftraum über Nordmazedonien überwachen. Das hätte auch die Türkei gerne übernommen, die ihrerseits seit Jahrzehnten schwierige Beziehungen mit Griechenland führt. Athen unterstützt auch einen Nato-Beitritt Nordmazedoniens – wie übrigens einen solchen zur EU.

Vertrag ist nicht kündbar: Die griechische Opposition versucht, Tsipras' Besuch in Skopje herunterzuspielen – das sei vor allem in den konservativen Medien stark spürbar, sagt Seralidou. Allerdings wird die konservative Partei Nea Demokratia, sollte sie bei den Wahlen im Herbst wieder an die Macht kommen, das Abkommen mit Nordmazedonien nicht mehr rückgängig machen können – auch wenn sie stets lautstark dagegen opponiert hatte. Denn der von der Regierung Tsipras unterzeichnete Vertrag ist völkerrechtlich bindend.

Nicht alle freut die Annäherung: Weite Teile sowohl der griechischen wie auch der mazedonischen Bevölkerung sind gegen das von Tsipras und Zaev unterzeichnete Namensabkommen. Das versuchen die konservativen Parteien in beiden Ländern – sie befinden sich derzeit sowohl in Griechenland wie in Nordmazedonien in der Opposition – auszuschlachten. «Es wird noch einige Zeit dauern, bis auch die Kritiker vom Nutzen des Abkommens überzeugt sind», glaubt die Journalistin Seralidou deshalb.

Audio
Zaev und Tsipras wollen die Beziehungen ihrer Länder verbessern
08:50 min, aus SRF 4 News aktuell vom 02.04.2019.
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Legende: Der Namensstreit ist beigelegt, die Grundlage für intensivere Zusammenarbeit gelegt. SRF

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5 Kommentare

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  • Kommentar von A. Zuckermann  (azu)
    Die EU ist eben für viele Regionen immer noch ein Integrations-Projekt, und das ist toll! Zusammen reden, statt herum poltern... ein schönes Zeichen, gerade in der heutigen Zeit!
    Den ewiggestrigen Nationalisten wird das eh nicht passen, das ist klar.
    1. Antwort von David Neuhaus  (Um Neutralität bemüht)
      Und ohne rosarote Brille wird das "Integrationsprojekt" schnell einmal zu einem neoliberalen Ausbeutungs- und Führungsinstrument der Finanz-und Konzernoligarchie! Schaffung von billigen Arbeitssklaven und Absatzmärkte auf denen man deren Minimallöhne gleich wieder einkassieren kann! In Anbetracht dessen, dass die Wirtschaft auf widernatürliches ewiges Wachstum gepolt ist, wie lange kann das gut gehen?
  • Kommentar von Martin Meier  (M.Meier)
    Demokratie-Heuchlerei. Auf Volksebene nicht durchgekommen, dann irgendwie durch die Parlamente geboxt und jetzt wird gütig gelächelt.
    Und so soll Demokratie in Europa aussehen?
    1. Antwort von Pascal Ringenbach  (stuhlflechter)
      Ja gell, wo kommen wir den da hin wenn alle nur noch friedlich nebeneinander leben wollen!
    2. Antwort von Ilir Iseni  (I.Iseni)
      Herr Meier, das Abkommen wurde nicht irgendwie durchgeboxt, wie Sie das behaupten. Die nordmazedonische Verfassung schreibt ganz klar eine 2/3-Mehrheit vor für deren Änderung. Die Volksabstimmung hat nur beratenden Charakter und nicht bindenden wie hier in der Schweiz.