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«Comeback Kid» Joe Biden überrascht
Aus HeuteMorgen vom 04.03.2020.
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Vorwahlen am «Super Tuesday» «Comeback Kid» Joe Biden feiert Siegesserie

  • Nach Prognosen von TV-Sendern konnte Joe Biden 9 der 14 Bundesstaaten gewinnen, in denen es am Dienstag Vorwahlen gab.
  • Die Sender NBC, ABC und Fox News sehen den Ex-Vizepräsidenten auch im zweitwichtigsten Bundesstaat Texas als Sieger.
  • Bei der wichtigsten Vorwahl im Bundesstaat Kalifornien lag nach Berechnungen der Sender allerdings der linke Senator Bernie Sanders vorne.

Joe Biden (77) hat laut Prognosen neben Texas in den Bundesstaaten Alabama, Arkansas, Massachusetts, Minnesota, North Carolina, Oklahoma, Tennessee und Virginia gesiegt. Bernie Sanders (78) sagten die Prognosen Siege in seinem Heimat-Bundesstaat Vermont, in Colorado, in Utah und womöglich in Kalifornien voraus. Im Bundesstaat Maine liefern sich die beiden Kandidaten ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Für die Nominierung als Präsidentschaftskandidat beim Parteitag der Demokraten braucht ein Bewerber eine Mehrheit von 1991 regulären Delegiertenstimmen. Mehr als ein Drittel davon waren bei den Vorwahlen am Dienstag zu holen.

Keine grossen Erfolge konnte am «Super Tuesday» der frühere Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, verbuchen. Er stand am Dienstag erstmals auf den Wahlzetteln.

Das sagt SRF-Korrespondentin Isabelle Jacobi

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Im Rennen um die demokratische Kandidatur für die US-Präsidentschaft zeichnet sich nach dem «Super Tuesday» ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Bernie Sanders und Joe Biden ab – zumal die Delegiertenstimmen bei den Demokraten proportional, nach Wähleranteil, vergeben werden. Das Comeback von Biden am «Super Tuesday» war dabei nicht unbedingt erwartet worden. Es dürfte zum einen auf den Obama-Effekt zurückgehen: Die Afroamerikaner vertrauen dem Vizepräsidenten von Barack Obama. Entsprechend gut schneidet Biden bei ihnen ab. Zudem gewann er die Suburbs in Texas sowie die weisse Arbeiterschaft in Oklahoma und Massachusetts, womit sich eine breitere Mitte-Koalition für ihn abzeichnet. Zugute kommt Biden auch, dass Amy Klobuchar und Pete Buttigieg ihre Kandidaturen aufgegeben haben und jetzt Biden unterstützen. Damit ist der Ex-Vizepräsident jetzt klarer Kandidat der Mitte unter den demokratischen Wählerinnen und Wählern. Michael Bloomberg dagegen kann trotz bereits eingesetzter 500 Millionen Dollar für Werbung in keinem Bundesstaat gewinnen – ein sehr schlechtes «Return on Investment». Bedenklich ist das schlechte Abschneiden von Elizabeth Warren. Sie ist im Kampf zwischen Mitte und linkem Flügel der Demokraten regelrecht zerrieben worden.

Bloomberg siegte Prognosen zufolge nur im US-Aussengebiet Amerikanisch-Samoa. Der 78-Jährige lag in mehreren Bundesstaaten aber oberhalb der Schwelle von 15 Prozent. Damit kann er sich einzelne Delegiertenstimmen sichern. Trump spottete auf Twitter, «Mini Mike» Bloomberg sei der «grösste Verlierer» des Abends.

Eine herbe Niederlage musste die Senatorin Elizabeth Warren (70) einstecken: Sie kam in ihrem Heimat-Bundesstaat Massachusetts nach Prognosen nur auf Platz drei. Die fünfte Kandidatin – die Kongressabgeordnete Tulsi Gabbard (38) – spielte am «Super Tuesday» keine Rolle.

Der Sieger kriegt nicht alles

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Alleine in Kalifornien werden 415 Delegiertenstimmen vorgeben - von 1344, die bei den Vorwahlen am «Super Tuesday» in 14 Bundesstaaten insgesamt zu holen sind. In Texas sind es 228 Delegiertenstimmen. Nicht alle Delegiertenstimmen gehen an den Sieger in den jeweiligen Bundesstaaten: Sie werden in der Regel unter Kandidaten verteilt, die mehr als 15 Prozent der Stimmen gewinnen konnten.

Biden kann auf starken Rückhalt bei schwarzen Wählern bauen und konnte teils spektakuläre Erfolge in mehreren südlichen Bundesstaaten einfahren. So lag er in Alabama nach vorläufigen Ergebnissen bei mehr als 63 Prozent der Stimmen, Sanders kam dort auf knapp 17 Prozent. In Virginia lag Biden nach vorläufigen Ergebnissen rund 30 Prozentpunkte vor Sanders.

Vor dem «Super Tuesday» hatte Sanders bei den Demokraten nach vier Vorwahlen in Führung gelegen. Zuletzt hatte am Samstag allerdings Biden im südlichen Bundesstaat South Carolina deutlich gewonnen. Am Abend vor dem «Super Tuesday» hatte Biden zudem einen kräftigen Schub bekommen: Die ausgeschiedenen demokratischen Präsidentschaftsbewerber Pete Buttigieg, Amy Klobuchar und Beto O'Rourke riefen ihre Anhänger dazu auf, seine Kandidatur zu unterstützen.

Biden zeigte sich vor Anhängern siegessicher. «Erst vor wenigen Tagen haben die Presse und die Experten diesen Wahlkampf für tot erklärt», sagte er in Los Angeles. Biden fügte hinzu: «Wir sind besser als dieser Präsident. Also steht wieder auf und holt Euch das Land zurück.»

Video
Joe Biden: «Wir sind besser als dieser Präsident» (engl.)
Aus News-Clip vom 04.03.2020.
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Auch Sanders zeigte sich zuversichtlich, das Rennen um die Nominierung der Demokraten gewinnen zu können. «Heute Abend sage ich Euch mit absoluter Zuversicht, dass wir die demokratische Nominierung gewinnen werden und wir den gefährlichsten Präsidenten in der Geschichte dieses Landes schlagen werden», sagte Sanders in Vermont.

Video
Bernie Sanders: «Wir werden gewinnen» (engl.)
Aus News-Clip vom 04.03.2020.
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Präsident Trump hat innerhalb seiner Partei keine ernstzunehmende Konkurrenz. Die Republikaner haben daher in mehreren Bundesstaaten ihre Vorwahlen abgesagt. Am Dienstag hielten sie aber auch in 13 der 14 «Super Tuesday»-Staaten Vorwahlen ab. Trump erklärte sich in allen diesen Bundesstaaten zum Sieger.

Heute Morgen vom 4.3.2020; agenturen/arnf/roso

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27 Kommentare

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  • Kommentar von Ted Stinson  (Ted Stinson)
    @SRF: in der Grafik oben gibt es ab North Carolina zahlreiche Fehler. Mehrmals wird ein Kandidat mit tieferem Prozentsatz an Wahlstimmen aufgelistet, der dann aber mehr Delegierte erhält als der Kandidat mit höherem Anteil an Wählern. Da wurden wahrscheinlich einige Zahlen durcheinander gebracht... Beste Grüsse
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    1. Antwort von SRF News (SRF)
      Vielen Dank für den Hinweis. Sie haben Recht, da ist etwas durcheinander geraten. Wir gehen der Sache nach.
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  • Kommentar von Peter Müller  (PeRoMu)
    Da die Demokraten aktuell gegen Trump nullkommanull Chancen haben, sollten sie's doch wie folgt machen: Einen Spitzenkandidaten für die Nach-Trump-Ära (ab 2025) aufbauen (ein Typ wie Sebastian kurz: jung, eloquent, schlau). Statt das Geld in den aktuell aussichtslosen Wahlkampf zu stecken, die (Bloomberg-/Biden-/Sanders/etc.)-Milliarden in den nächsten vier Jahren an jene Wähler/-innen ausschütten, die es im Hinblick auf 2024 dazuzugewinnen gilt. Das wäre doch mal eine alternative Strategie ...
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  • Kommentar von Haller Hans  (H.Haller)
    Ach ja, da gibt es noch einige Sachen, die bis zur Wahl im November stattfinden werden und den DEMS bzw. dem DNC auf den Magen schlagen werden. Leider wird das in den hiesigen Medien nicht so recht beachtet. Aber es läuft da was. Mit Biden allein wird es für die DEMS doch schon schwieriger, da muss noch was dazu kommen.
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