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Legende: Video Wird sie die erste Präsidentin? abspielen. Laufzeit 01:49 Minuten.
Aus Tagesschau vom 30.03.2019.
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Wahlen in der Slowakei Liberale Bürgeranwältin wird Präsidentin

  • Die liberale Bürgeranwältin Zuzana Caputova hat die Präsidentschaftswahl in der Slowakei deutlich gewonnen.
  • Nach dem am Sonntagmittag veröffentlichten offiziellen Endergebnis erreichte die 45-Jährige im entscheidenden zweiten Wahlgang 58,4 Prozent der Stimmen.
  • Damit steht in der Slowakei erstmals eine Frau an der Staatsspitze.

Ihr Gegner in der Stichwahl, der von den regierenden Sozialdemokraten nominierte EU-Kommissar Maros Sefcovic, kam auf 41,6 Prozent. Die Wahlbeteiligung war mit 41,8 Prozent niedriger als beim ersten Durchgang Mitte März, als sie knapp 49 Prozent erreichte.

Hoffnungsträgerin in der Krise

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  • Der Urnengang in der Slowakei war überschattet von einem noch nicht vollständig aufgeklärten Journalistenmord vor einem Jahr. Der Investigativjournalist Jan Kuciak und seine Verlobte wurden am 21. Februar 2018 in ihrem Haus östlich von Bratislava erschossen. Kuciak hatte über Verbindungen der sozialdemokratisch geführten Regierung zu zweifelhaften Unternehmern recherchiert.
  • Die Tat stürzte das Land in eine schwere innenpolitische Krise, die trotz eines von Massendemonstrationen gegen Korruption ausgelösten Regierungswechsels noch immer anhält.
  • Caputova sei es gelungen, sich zur Hoffnungsträgerin der Demonstrationsbewegung zu machen, die eine grundlegende Veränderung wünsche, sagte der Meinungsforscher Pavel Haulik vor der Wahl. «Diese Demonstrationsbewegung hat einen grossen Teil der Bevölkerung erreicht, aber keine Partei hat sie politisch abgedeckt. Caputova hat das genützt und wurde damit von einer politisch unbekannten Kandidatin zur Favoritin dieser Wahlen», erinnerte Haulik an Slogans der Kandidatin.
  • Caputova hatte im Wahlkampf mehrmals fast wortgleich mit den Demonstranten «mehr Anstand in der Politik und mehr Gerechtigkeit» gefordert. Auch ihren Erfolg im ersten Wahlgang Mitte März interpretierte sie in einer ersten Reaktion als «Ruf nach Veränderung», wie auch in manchen Sprechchören während der seit über einem Jahr zeitweise wöchentlich und dann in grösseren Abständen erneut stattfindenden Demonstrationen zu hören gewesen war.

Caputova hatte bereits in den Umfragen deutlich vor Maros Sefcovic, dem von den regierenden Sozialdemokraten nominierten Vizepräsidenten der EU-Kommission, geführt.

Schon im ersten Wahlgang am 16. März errang die 45-jährige Umweltaktivistin mit fast 41 Prozent einen deutlichen Vorsprung auf den 52-jährigen Diplomaten, der mit nicht ganz 19 Prozent Zweiter wurde. Der parteilose Amtsinhaber Andrej Kiska war nicht mehr angetreten.

Viele Slowaken eigens angereist

Insgesamt waren am Samstag mehr als 4,4 Millionen Stimmberechtigte zur Wahl ihres neuen Staatsoberhaupts für die nächsten fünf Jahre aufgerufen. Bei sonnigem Frühlingswetter verlief die Wahl bis zum Abend ohne nennenswerte Zwischenfälle.

Auch viele Slowaken, die in den österreichischen und ungarischen Nachbargemeinden der Hauptstadt Bratislava oder in Tschechien leben, fuhren eigens über die Grenze, um an der Wahl teilnehmen zu können, die nur im Inland möglich ist. Die Wahllokale waren am Samstagabend bis 22 Uhr geöffnet.

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