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Wahlen in Grossbritannien Schwere Verluste für Labour bei britischen Kommunalwahlen

  • Premierminister Keir Starmer und seine Labour-Partei rutschen nach einer historischen Niederlage bei den Regional- und Kommunalwahlen in eine schwere Krise.
  • Die Sozialdemokraten verloren in England mehr als tausend Mandate in kommunalen Gremien. Die Rechtspopulisten von Reform UK gehen mit mehr als 1400 Mandaten als klarer Sieger hervor.
  • Britische Medien spekulierten erneut über eine mögliche Ablösung des Regierungschefs durch seine Partei.

Starmer sagte in einer ersten Reaktion, er übernehme die Verantwortung für die «harten Ergebnisse». Er fügte jedoch hinzu: «Tage wie diese ändern nichts an meiner Entschlossenheit, den Wandel herbeizuführen, den ich versprochen habe.»

Starmer vor Labour-Mitglieder.
Legende: Der britische Premierminister Keir Starmer informiert am Tag nach der Wahl Labour-Mitglieder über die Wahlen. Keystone/Stefan Rousseau/PA via AP

Nach Auszählung von 129 Bezirken in England verzeichnete die Reform-Partei von Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage mehr als 1400 gewonnene Mandate in kommunalen Gremien.

Die Sozialdemokraten von Labour verloren mehr als 1300 Sitze. Die oppositionellen Konservativen büssten mehr als 550 Mandate ein. In Newcastle-under-Lyme in den Midlands errang Reform UK die absolute Mehrheit in einem Bezirksrat.

Reform-Chef Farage sprach von einem «historischen Wandel in der britischen Politik». Angesichts starker Zugewinne seiner Partei in früheren Labour-Hochburgen sei die traditionelle Unterscheidung zwischen rechts und links obsolet, sagte Farage laut der Nachrichtenagentur PA.

Nigel Farage zeigt einen Daumen nach oben
Legende: Der Vorsitzende der britischen Partei Reform UK, Nigel Farage, nach Bekanntgabe der Ergebnisse der Kommunalwahlen im Londoner Stadtteil Havering. REUTERS/Jack Taylor

In einigen Regionen ging Labour komplett leer aus. So verlor die Partei in Tameside im Grossraum Manchester erstmals seit fast 50 Jahren die Kontrolle über den Stadtrat, nachdem Reform UK alle 14 zur Wahl stehenden Sitze erobert hatte. Zudem musste Labour in der ehemaligen Bergbaustadt Wigan 20 Mandate an die Partei von Farage abgeben.

Starmer weist Rücktrittsforderungen zurück

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Der britische Premierminister Keir Starmer will trotz eines sich abzeichnenden Wahldebakels bei den britischen Kommunal- und Regionalwahlen nicht zurücktreten. «Ich werde nicht davonlaufen und das Land ins Chaos stürzen», sagte der Labour-Politiker in einem Interview mit dem Nachrichtensender Sky News nach Auszählung erster Ergebnisse der Kommunalwahl.

«Die Ergebnisse sind wirklich hart, ich will das nicht beschönigen», sagte der Premier. Er sei aber im Juli 2024 für eine fünfjährige Amtszeit gewählt worden und habe die Absicht, das durchzuziehen. Er wolle seine Partei auch in die nächste Parlamentswahl führen.

Sozialdemokraten auch in Wales und Schottland hinten

In Wales findet die jahrzehntelange Dominanz der Labour-Partei nach vorläufigen Ergebnissen der Regionalwahl ein bitteres Ende. Die Sozialdemokraten von Starmer landeten bei der Wahl zum walisischen Regionalparlament, dem Senedd, nur auf Platz drei. Damit endet die 27-jährige Regierungszeit und die mehr als 100 Jahre andauernde Serie von Wahlsiegen der Labour-Partei im Westen Grossbritanniens.

Die Chefin der walisischen Labour-Partei und scheidende Regierungschefin des britischen Landesteils, Eluned Morgan, verlor ihren Sitz im Senedd und kündigte ihren Rücktritt als Parteivorsitzende an. Die Ergebnisse zeigten, «dass die Labour-Regierung national einen Kurswechsel braucht», sagte Morgan laut der Nachrichtenagentur PA. Starmer bezeichnete Morgan in einem Beitrag auf X als eine «unermüdliche Kämpferin für Wales» und dankte ihr für ihren Einsatz.

Stärkste Kraft wurde die Unabhängigkeitspartei Plaid Cymru vor den Rechtspopulisten von Reform UK, die auf dem zweiten Platz landeten.

Auch in Schottland, wo die Unabhängigkeitspartei SNP vorn liegt, gibt es für die Sozialdemokraten keinen Grund zur Freude.

Kommunalwahlen als Stimmungstest

Die Wahlen von über 136 Kommunalvertretungen in England sowie der Regionalparlamente in Schottland und Wales gelten als wichtigster Stimmungstest vor der nächsten regulären Parlamentswahl im Jahr 2029.

Starmer war 2024 mit dem Versprechen angetreten, nach Jahren des politischen Chaos für Stabilität zu sorgen. Seine bisherige Amtszeit war jedoch von zahlreichen Kurswechseln und Skandalen geprägt, darunter die Entlassung des britischen US-Botschafters Peter Mandelson wegen dessen Verbindungen zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.

SRF 4 News, 8.5.2026, 5 Uhr ; 

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