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Waldbrände in Spanien «Die Feuer bei Madrid entwickeln regelrechte Feuerstürme»

Nicht nur in Frankreich, auch in Spanien wüten heftige Waldbrände. Rund um die Hauptstadt Madrid sind zwei der drei Brände zu einem einzigen riesigen Feuer verschmolzen. Die Hintergründe erläutert der Journalist Hans-Günter Kellner in Madrid.

Hans-Günter Kellner

Journalist

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Der freie Journalist Hans-Günter Kellner lebt in Madrid und ist Korrespondent für verschiedene Medien.

SRF News: Wie ist die aktuelle Situation im Brandgebiet?

Hans-Günter Kellner: Die Lage ist ausserordentlich komplex. Sie betreffen ein schwieriges, sehr gebirgiges Gelände. Ausserdem hat sich der Wind am Wochenende nicht wie erhofft gelegt. Immerhin haben es die Löschmannschaften geschafft, dass sich das Feuer nicht weiter ausdehnt.

Es werden wieder mehr Winde und höhere Temperaturen erwartet.

Das bedeutet aber nicht, dass es unter Kontrolle ist. Es werden wieder mehr Winde und höhere Temperaturen erwartet, was die Bekämpfung wieder schwieriger machen könnte. Trotzdem zeigen sich die Behörden derzeit vorsichtig optimistisch.

Zehntausende Evakuierte bei Madrid

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Mehr als 75’000 Personen mussten in der Region Madrid wegen der Brände bereits evakuiert werden, weitere 30’000 Personen wurden angewiesen, in ihren Wohnungen zu bleiben. Die Regierung rief den Notstand aus, die Chefin des spanischen Katastrophenschutzes sprach von einer massiven Krise. Bereits sind dem Feuer von Avila 50’000 Hektar Vegetationsfläche zum Opfer gefallen, die Behörden sprechen vom grössten Waldbrand der jüngeren Geschichte.

Wie schwierig gestalten sich die Löscharbeiten?

Gerade in der Schweiz kann man sich wohl vorstellen, wie schwierig es ist, Brände in gebirgigem Terrain löschen zu müssen. Zudem werden die Brände hier in Spanien wegen des immer heisseren Klimas immer komplexer. Man spricht inzwischen von Feuern der 6. Generation: Sie entwickeln ein eigenes Mikroklima, regelrechte Feuerstürme, in denen es noch heisser ist und die Löscharbeiten massiv erschweren.

Inwieweit sind die Feuer bei Madrid für Spanien eine Ausnahmesituation?

Innenminister Fernando Grande-Marlaska sagte, es habe noch nie so aggressive Brände gegeben in Spanien. Bereits ist die in diesem Jahr abgebrannte Fläche sechsmal grösser als zum gleichen Zeitpunkt 2025.

Die Politiker sagen, dass diese extreme Situation zur neuen Normalsituation werden könnte.

Und dabei war schon das letzte Jahr ein sehr schlimmes, was die Brände angeht. Insofern handelt es sich tatsächlich um eine Ausnahmesituation. Allerdings sagen die Politiker auch, dass diese Situation wegen des Klimawandels zur neuen Normalsituation werden könnte. Deshalb müsse man sich darauf einstellen und entsprechende Vorsorgemassnahmen treffen.

Wie geht die Bevölkerung mit den Bränden um?

Jene, die ihre Häuser verlassen mussten, werden in den Aufnahmezentren mit viel Fürsorge empfangen und betreut. Die Helferinnen und Helfer, aber auch die Betroffenen sind richtig stolz darauf, wie viel geleistet wird. Aber die Leute sind auch müde. Nach vier, fünf Tagen in der Turnhalle möchten sie eigentlich wieder nach Hause. Trotzdem: Bisher folgt die Bevölkerung den Anweisungen der Behörden.

Waldbrände bei Bordeaux und bei Madrid – die Bilder

Gibt es auch Kritik an den Behörden?

Ja. Man hört immer wieder, dass die Wälder in Spanien nicht genügend gepflegt würden. Das Unterholz in den Wäldern werde nicht entfernt, zu viel trockenes Gestrüpp liege dort herum. Das alles ist Nahrung für die Feuer. Früher sei diese Vegetation in den Wäldern entfernt worden, heute bleibe das aus, heisst es. Dafür haben die Leute kein Verständnis und werfen das den Behörden und der Politik als Versäumnis vor.

Das Gespräch führte Radka Laubacher.

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Rendez-vous, 27.7.2026, 12:30 Uhr ; 

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