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Westen im Abseits Nordkorea-Frage spaltet die UNO

Der Westen will die Sanktionen gegen Pjöngjang bekräftigen, China und Russland verlangen dagegen eine Lockerung.

Legende: Audio Nordkorea-Frage spaltet die UNO abspielen. Laufzeit 01:18 Minuten.
01:18 min, aus HeuteMorgen vom 28.09.2018.

US-Aussenminister Mike Pompeo sieht einen Neuanfang in den Beziehungen zu Nordkorea. Gleichzeitig betonte er im Sicherheitsrat aber: Das sei nur möglich geworden dank der Einigkeit im UNO-Sicherheitsrat, der Mal um Mal die Sanktionen verschärft habe. Deshalb müssten die Sanktionen weiter strikte durchgesetzt werden, bis Nordkorea vollständig atomar abgerüstet habe.

Mann in Anzug tuschelt mit Gruppe Männer und Frauen.
Legende: US-Aussenminister Mike Pompeo hat die Weltgemeinschaft aufgefordert, die Sanktionen gegen Nordkorea «energisch» durchzusetzen. Keystone

Diese Ansicht teilen die Vetomächte Frankreich und Grossbritannien. Der britische Aussenminister Jeremy Hunt sagte, dass es auf nordkoreanischer Seite bisher an konkreten Schritten fehle. «Auf Worte müssen Taten folgen.» Nordkorea müsse seine Atomwaffen komplett, nachweislich und unumkehrlich aufgeben, um das Land auf den richtigen Weg zu bringen.

Russland und China wollen Sanktionsbeschlüsse anpassen

Doch Russland und China liessen die USA, welche die Sondersitzung einberufen hatten, auflaufen. Russlands Aussenminister Sergej Lawrow forderte, gewisse Sanktionen jetzt schon aufzuheben. Sein chinesischer Amtskollege Wang Yi meinte, die Sanktionsresolutionen enthielten eine Klausel, die eine Aufweichung der Boykotte möglich mache, wenn sich Nordkorea kooperativ verhalte. Das sei heute der Fall.

Das UNO-Sanktionsregime wankt also. Nach Jahren der Einigkeit ist der Sicherheitsrat nun auch in der Nordkorea-Frage gespalten. Das Signal ist umso stärker, als sich der Dissens nicht in einer normalen Sitzung äusserte, an der die UNO-Botschafter die Mitgliedländer vertreten, sondern an einer Sondersitzung auf Ebene der Aussenminister.

Fredy Gsteiger

Fredy Gsteiger

Diplomatischer Korrespondent, SRF

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Der diplomatische Korrespondent ist stellvertretender Chefredaktor bei Radio SRF. Vor seiner Radiotätigkeit war er Auslandredaktor beim «St. Galler Tagblatt», Nahost-Redaktor und Paris-Korrespondent der «Zeit» sowie Chefredaktor der «Weltwoche».

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Volkart (Lex18)
    Die Sanktionen gegen Nordkorea sollen aufrecht erhalten werden und erst gelockert werden wenn sich Nordkorea wirklich ändert. Bisher gab es von Seiten Nordkoreas keine wirklichen Taten sondern nur Versprechungen.
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  • Kommentar von Marc Bühler (Capten Demokratie)
    Die UNO sollte endlich eine Demokratische Reform durchmachen. Endweder zihen die Vetostaaten mit, oder sie verzichten in Zukunft auf eine Mitgliedschaft. Was aber Sanktionen jedes einzelnen nicht Vetostaates auslösen sollte. Wir sollten die Mächtigen zur Demokratie zwingen.
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Da wird man fest an den Sanktionen festhalten müssen. Da geht es nicht nur gegen die USA, da geht es bereits um die Glaubwürdigkeit der UNO selber und diese ist in manchen Belangen eben doch in Frage zu stellen. - Wenn's da ein Ausscheren geben soll, so kann man die Beiträge noch drastischer als bisher kürzen. Und vielleicht sollte das Trump tatsächlich auch in Betracht ziehen.
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