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Legende: Video Gletscher Okjökull in Island offiziell für tot erklärt abspielen. Laufzeit 01:39 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.08.2019.
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Opfer der Erderwärmung Island erklärt Gletscher für tot

  • Der 700 Jahre alte Gletscher Okjökull gilt formell nicht mehr als solcher, weil er mit nur noch 15 Metern Eisdicke zu leicht geworden ist, um sich vorwärts zu schieben.
  • Island hat den Gletscher deshalb mit einer Abschiedszeremonie am Sonntag offiziell für tot erklärt.
  • An der Zeremonie nahmen rund hundert Menschen teil, darunter auch Islands Regierungschefin Katrin Jakobsdottir.

Jakobsdottir erinnert daran, dass auf Island rund 400 Gletscher durch die Erderwärmung bedroht sind. An Ort und Stelle wurde eine Tafel enthüllt mit der Überschrift «Ein Brief an die Zukunft».

Darauf heisst es weiter: «In den nächsten 200 Jahren ist zu erwarten, dass alle unsere wichtigsten Gletscher den gleichen Weg gehen. Diese Gedenktafel dient dazu, anzuerkennen, dass wir wissen, was vor sich geht und was zu tun ist.»

Auf der Tafel ist zudem die im Mai gemessene CO2-Konzentration von 415 Teilen pro Million (ppm) vermerkt. Dies war der höchste jemals gemessene Kohlendioxid-Gehalt in der Erdatmosphäre.

Gesicht der Klimakrise

«Ich hoffe, dass diese Zeremonie als Inspirationsquelle nicht nur für uns hier in Island, sondern auch für den Rest der Welt dient», sagte Regierungschefin Jakobsdottir weiter. Schliesslich sei hier «ein Gesicht der Klimakrise» zu sehen.

An der Zeremonie nahmen auch die frühere UNO-Menschenrechtskommissarin Mary Robinson sowie zahlreiche isländische Forscher und Wissenschaftler der Rice University in den USA teil, die das Anbringen der Gedenktafel initiiert hatten.

Gletscherschwund ein globales Problem

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Schmelzende Gletscher verlieren weltweit nach neuen Schätzungen jährlich rund 335 Milliarden Tonnen Eis. Zu diesem Schluss kommen Forscher aus Zürich, die Satellitenmessungen und Beobachtungen vor Ort ausgewertet haben.

Der federführende Forscher Michael Zemp von der Universität Zürich sagte im April, die Welt verliere damit jährlich rund drei Mal das verbleibende Gletschervolumen der Europäischen Alpen. Die Gletscher hätten zwischen 1961 und 2016 mehr als 9000 Milliarden Tonnen Eis verloren.

Anfang des Monats hatte der Weltklimarat IPCC in einem Sonderbericht festgestellt, dass der weltweite Temperaturanstieg über den Landflächen im Vergleich zur vorindustriellen Zeit bereits bei 1,53 Grad liegt.

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37 Kommentare

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  • Kommentar von Jeanôt Cohen  (Jeanot)
    Stark inszeniert dieses so emotionale Theater, herrlich wie die jungen Menschen ausgenutzt werden. Greenpeace und Co, mit Millionen geschäftemacherei wird es freuen. Die Politiker können so auch besser abzocken durch Klima Rappen etc. Und in die nächste Ferien können wieder viele nach Island fliegen zum dieses sinnlose Plakat anzuschauen. Und wann wird echt etwa unternommen?
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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Ich vermisse die Gedenktafeln an all die verschwundenen (gestorbenen) Gletscher auf den Jurahöhen der letzten Eiszeit...
    Und keiner fragt, Warum der Gletscher in Island "nur" 700Jahre alt wurde? Was war denn vorher dort? Muss mal einen Vikinger fragen was er dazu meinte als im Jahre 1300 sein Land zueiste...Eine Strafe Gottes wegen ungebührlichen Benehmens?
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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Es stimmt mich doppelt traurig, dies zu lesen. 1) Es ist an und für sich sehr schade, wenn Gletscher, wie dieser, wegschmelzen. Sie sehen schön aus und helfen wichtige Wasserreservoire bilden. 2) Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte müssen wir eingestehen,dass wir mit den z.B. CO2-Ausstössen wesentlich zum schnellen Wegschmelzen beitragen. Es geht auch unseren Wasserreservoiren in den Bergen an den "Kragen". Also, ein Mit-einander, um zur Eindämmung der Erderwärmung beizutragen, tut not.
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    1. Antwort von Patrik Müller  (P.Müller)
      Ich darf sie beruhigen: Auf mein Nachfragen zu genau diesem Thema kam die wissenschaftliche Aussage, dass unser alltägliches Wassernur minimal von den Gletschern abhängig ist, sondern durch die Niederschläge gespiesen wird.
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