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«The Ocean Cleanup» Plastikmüll-Fänger gestartet

Legende: Video Wie kommt das viele Plastik ins Meer? abspielen. Laufzeit 04:16 Minuten.
Aus Clip und klar! vom 20.08.2018.
  • Mit dem Projekt «The Ocean Cleanup», das am Samstag in Kalifornien startete, will ein Niederländer den Plastikmüll auf den Weltmeeren reduzieren.
  • Für seine millionenschwere Entwicklung konnte der 24-jährige Teamchef Investoren sowie zahlreiche Universitäten und Unternehmen als Unterstützer gewinnen.
  • Wissenschaftler sprechen von 1,8 Billionen Plastikteilen – alleine im am stärksten verschmutzten Pazifikgebiet, das sich über eine Fläche von 1,6 Millionen Quadratkilometern erstreckt. Mehr als viermal die Fläche Deutschlands.

In der Bucht von San Francisco hat am Samstag das Projekt «The Ocean Cleanup» Kurs auf den grössten Müllteppich der Welt genommen.

«The Ocean Cleanup» im Livestream

Ein 600 Meter langes schwimmendes Rohr, an dem eine Art Vorhang drei Meter tief ins Wasser hängt, wurde dazu mit Hilfe eines Schleppschiffs von Alameda bei San Francisco auf das offene Meer gezogen.

Wie Fangarme sollen sich später die Enden des Schwimmkörpers im Great Pacific Garbage Patch – dem Pazifischen Müllwirbel zwischen Kalifornien und Hawaii – um Berge von Plastikabfall legen, der dann von Schiffen eingesammelt wird.

Tests an der Nordseeküste

Das Team um den 24-jährigen Niederländer Boyan Slat will die Konstruktion zunächst knapp 500 Kilometer vor der kalifornischen Küste weiteren Tests unterziehen, bevor die Reise fortgesetzt wird. Slat konnte Investoren sowie zahlreiche Universitäten und Unternehmen für sein Millionenprojekt gewinnen. Die Zentrale ist im niederländischen Delft, vor der Nordseeküste wurden die ersten Prototypen getestet.

Vorausgesetzt, bei der Generalprobe in Kalifornien mit «System 001» läuft alles wie geplant, sollen 60 derartige Anlagen installiert werden.

Erstes Zielgebiet zwischen Kalifornien und Hawaii

In der Bucht von San Francisco lag bisher der riesige Schwimmkörper für die einzigartige Säuberungsaktion bereit. Wie Fangarme sollen sich die Enden des 600 Meter langen Kunststoffrohrs um Berge von Plastikmüll legen – zunächst auf dem Pazifik zwischen Kalifornien und Hawaii.

Im Hafen von Alameda, gegenüber der Skyline von San Francisco, wurde die Konstruktion für das Projekt «The Ocean Cleanup» seit März zusammengebaut und getestet. Nun wird es ernst.

Plastikinseln_Muell

Nach Tests schleppt das Team um Boyan Slat den riesigen Müllfänger zum Nordpazifikwirbel – dem sogenannten Great Pacific Garbage Patch (dt. Grosser Pazifikmüllfleck). Das Gebiet gehört zu den fünf grössten Strömungswirbeln weltweit, an denen sich gigantische Mengen Plastikmüll sammeln.

Wissenschaftler von «The Ocean Cleanup» und verschiedenen Universitäten sprechen von 1,8 Billionen Plastikteilen – alleine im am stärksten verschmutzten Pazifikgebiet, das sich über eine Fläche von 1,6 Millionen Quadratkilometern erstreckt, mehr als viermal die Fläche Deutschlands.

Legende: Video FOKUS: Ein junger Forscher kämpft gegen Plastik abspielen. Laufzeit 02:15 Minuten.
Aus 10vor10 vom 06.06.2017.

«Mehr Plastik als Fische»

Der Schwimmkörper, an dem eine Art Vorhang drei Meter tief ins Wasser hängt, soll durch den Plastikteppich treiben und den Müll einsammeln. Der werde dann später von Schiffen, die als «Müllwagen der Weltmeere» zu den Anlagen fahren, entsorgt und das Sammelgut zur weiteren Verarbeitung an Land gebracht, so die Vorstellung des jungen Erfinders Slat.

Schon mit 16 Jahren sei ihm beim Tauchen in Griechenland die Idee gekommen, als er im Wasser «fast mehr Plastik als Fische» sah.

Bis zu 150 Millionen Tonnen schwimmen in Meeren

Verpackungen, Flaschen, Tüten – gigantische Mengen Plastik verschmutzen die Weltmeere. Wie viel es genau ist, weiss keiner. Schätzungen gehen von bis zu 150 Millionen Tonnen aus. Slat und sein Team haben mit Blick auf diese ungeheuren Mengen hochgesteckte Ziele.

Doch das Projekt wirft auch Fragen auf und wird von vielen Experten eher kritisch gesehen. Ein Kritikpunkt: «The Ocean Cleanup» kratze buchstäblich nur an der Oberfläche. Eben Schwartz von der California Coastal Commission, Link öffnet in einem neuen Fenster, einer staatlichen Behörde für Küstenschutz, verweist darauf, dass sich der Grossteil des Plastikmülls in den Weltmeeren unter der Wasseroberfläche ansammelt, bis zum Meeresboden.

Auf dem Weg ins Zielgebiet

Slat stelle die wahren Ausmasse des Problems nicht deutlich genug dar. «Natürlich gibt es eine Menge Plastikmüll an der Oberfläche des Garbage Patch, aber der macht nicht einmal drei Prozent der gesamten Plastikmasse aus, die jährlich in die Weltmeere wandert», sagt Schwartz. Slat habe bestimmt die «besten Absichten», Müll zu entfernen, doch viel wichtiger sei es, von vornherein zu verhindern, dass weiter Plastik in die Ozeane gelangt.

Wir brauchen viele Lösungsansätze, nicht nur ein Pflaster, nachdem die Verschmutzung bereits passiert ist
Autor: Eben SchwartzCalifornia Coastal Commission

Bedenken von Forschern, dass sich Meerestiere in der schwimmenden Barriere verfangen, weist das Team von «The Ocean Cleanup» weitgehend zurück. Mit der Wasserströmung könnten sie unbeschadet unter der Anlage wegtauchen, heisst es auf der Webseite der Stiftung, Link öffnet in einem neuen Fenster.

«Coastal Cleanup Day»

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Zu den Lösungsansätzen gegen die Verschmutzung der Weltmeere gehört auch der «Coastal Cleanup Day», den die Behörde entlang der kalifornischen Küste seit 1985 organisiert. Freiwillige Helfer sammeln dabei einmal im Jahr Müll an den Stränden ein. 2017 machten mehr als 63'000 Menschen mit, sie entfernten über 362 Tonnen Müll. In diesem Jahr startet die Aktion am 15. September, eine Woche nach dem Stapellauf von Slats «System 001» in der Bucht von San Francisco.

«Sie sind sehr gut darin, ihr Projekt zu verkaufen», sagt Schwartz über die Initiative, die er zugleich als «sehr beeindruckend und innovativ» beschreibt. «Wir brauchen aber viele Lösungsansätze, nicht nur ein Pflaster, nachdem die Verschmutzung bereits passiert ist.»

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32 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Selbst die zivilisierten Leute rund um den Bodensee bringen es nicht fertig, keinen Müll mehr darin zu entsorgen - wie will man denn mit Kosmetikmassnahmen ganze 2/3 der Weltoberfläche Wasser sauber bekommen ? Hawkins gab dieser Art von Menschen noch max. 1000 Jahre. Ich denke er wird Recht bekommen .
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Man kann die Welt nur retten , wenn jeder Mensch bei sich selbst anfängt .
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  • Kommentar von Alex Volkart (Lex18)
    Ein sehr interessantes Projekt, nur kommt es sehr spät. Was ist mit den Plastikteilchen die schon am Meeresgrund sind? Hört der Mensch dann auf Abfall in die Gewässer zu werfen? Wohl kaum! Viele Menschen lernen nur wenn sie gebüsst werden, also sollte es hohe Bussen geben wenn Abfall ausserhalb eines dafür vorgesehene Ortes entsorgt wird. Man sollte aber auch die Hersteller von Wegwerfartikeln in die Pflicht nehmen.
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Alle Leute ausser Slat hatten Jahre Zeit früher etwas zu bringen. Die Leute die wie Schwartz jetzt motzen und meinen die Lösung müsste anderswo gesucht werden, haben bis jetzt auch keine Lösung gebracht. Ausserdem: Der Plastik der im Meer schwimmt ist leichter als Salzwasser, also sinkt er nicht auf Grund. Natürlich gibt es Müll der sinkt, doch das ist ein anderes Problem. Slat kann die Welt nicht allein retten. Also?
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