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Neu fährt einmal pro Woche ein Zug voller Waren zwischen China und der Schweiz.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 24.04.2020.
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11'000 Kilometer Von Frenkendorf nach China per Zug

Das Baselbieter Logistikunternehmen Swissterminal bietet neu eine Direktverbindung nach Fernost für den Warentransport an.

Jeweils einmal pro Woche fährt seit Anfang April ein Zug mit 40 Containern in Frenkendorf los. Sein Ziel: Die Millionenstädte und Industriezentren Hefei und Xian im Landesinnern von China. Lanciert hat diese, für die Schweiz einmalige, Direktverbindung mit China das Baselbieter Logistikunternehmen Swissterminal.

Das Interesse sei gross, sagt der Mitinhaber und Geschäftsführer Roman Mayer: «Wir kriegen sehr viele Preisanfragen.» Vor allem Speditionsfirmen wollten auf dem Landweg Waren - von Elektronikgeräten über Textilprodukten bis hin zu Fussbällen - zwischen der Schweiz und China transportieren. Rund zwei Wochen braucht der Zug um die Strecke über Deutschland, Polen und Russland bis nach China zurückzulegen.

China investiert gigantische Summen in den Schienenverkehr nach Europa.
Autor: Roman MayerGeschäftsführer Swissterminal AG

«Der Zug ist ein Zwitter zwischen dem Transport zu Wasser und Luft», sagt Mayer. Der Zug ist günstiger als das Flugzeug und schneller als das Schiff, wenn auch teurer. Dennoch sei und bleibe der Transport per Zug eine kleine Nische, so Mayer. Schon allein deswegen, weil sein Transportvolumen nicht so gross ist. Zum Vergleich: Ein Seeschiff lädt über 20'000 Container, der Zug nur 40. Doch der Landtransport nach Fernost sei im Aufwind, vor allem dank gigantischen Subventionen aus China, sagt Mayer.

Solche Anschubfinanzierungen tätigt China im Zuge des Infrastrukturprojekts «Neue Seidenstrasse», sagt der Professor und China-Experte Ralph Weber der Universität Basel. Dass ein Schweizer Unternehmen nun eine solche Zugstrecke lanciert, sei für China ebenfalls ein Erfolg, mögen die Warenvolumina noch so klein sein, die so transportiert werden.

Je mehr europäische Akteure mit von der Partie sind, desto besser für China.
Autor: Ralph WeberProfessor an der Universität Basel

Denn: «China geht es darum, ein positives Bild von sich als verlässlichen Partner auf der globalen Bühne zu festigen.» Und dies gelinge besser, je mehr europäische Akteure an der «Neuen Seidenstrasse» beteiligt seien, sagt Weber. Diese wirtschaftliche Vernetztheit drohe jedoch, ethische Differenzen in den Hintergrund zu rücken.

Swissterminal-Geschäftsführer Mayer will die neue Zugverbindung nicht verpolitisieren: «Wir decken die Bedürfnisse unserer Kunden ab. Für Schweizer Importeure und Produzenten ist es wichtig, dass sie ihre Produkte günstig am Markt absetzen können. Wir sorgen dafür, dass sie an wichtige Destinationen angedockt sind.» Destinationen wie Xian und Hefei.

Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr;

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