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Kanton Graubünden zieht positive Bilanz aus Massentests
Aus Tagesschau vom 31.03.2021.
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1500 Betriebe machen mit Graubünden: Stagnierende Fallzahlen dank Massentests

  • 45 Prozent der mobilen Bündner Bevölkerung lässt sich regelmässig testen.
  • Dadurch werden offenbar Ausbrüche an Schulen und in Firmen vermieden.
  • Gemäss Kanton werden so Millionenverluste verhindert: Eine Schliessung der Skigebiete hätte 320 Millionen Franken gekostet.

Seit dem 1. Februar wird im Kanton Graubünden auf Hochtouren getestet. An der Testoffensive nehmen inzwischen 45 Prozent der mobilen Bevölkerung teil. Seit an Schulen und in Betrieben wiederholt getestet wird, wurden keine Ausbrüche mehr verzeichnet. Experten ziehen ein erstes positives Fazit.

Gratis zeigt Wirkung

«Was hier im Kanton Graubünden läuft, ist ein Leuchtturmprojekt in Europa» erklärt Joachim E. Fischer, Professor für Public Health. Er begleitet die Teststrategie und führt den Erfolg unter anderem auf die hohe Testmotivation der Bevölkerung, sowie auf das durchdachte Schutzkonzept und die Impfwilligkeit der Menschen zurück. Inzwischen beteiligen sich schon 1500 Betriebe und fast 22'000 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen an der Testoffensive.

Martin Bühler, Chef des Kantonalen Führungsstabs Graubünden, ist begeistert: «Am Anfang mussten sich die Betriebe an den Testkosten beteiligen. Als der Kanton am 26. Februar kommuniziert hat, dass das Testen kostenlos ist, gab es nochmals einen starken Anstieg.» Im Rahmen dieser Betriebstests konnten rund 200 asymptomatische, positive Fälle identifiziert werden.

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Martin Bühler: «Das Testen in den Betrieben zeigt nachhaltige Effekte»
Aus News-Clip vom 31.03.2021.
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Auch wenn diese Zahl minimal erscheint – dadurch können infizierte Personen ausfindig gemacht werden, die überhaupt nichts von ihrer Krankheit wissen und so andere Menschen anstecken würden. «Die Infektionsketten schnell zu unterbrechen, ist eminent wichtig in der Bekämpfung der Pandemie», mahnt Martin Bühler.

Neu auch in Kleinbetrieben

Nicht nur grosse Firmen, auch kleine KMU sollen fürs Testen begeistert werden. Kleinbetriebe unter fünf Angestellten können sich seit letzter Woche ebenfalls online auf einer Plattform anmelden. Inzwischen ist das regelmässige Spucken für viele Tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Routine geworden. Damit wird Vertrauen geschaffen. Aktiv etwas zur Pandemiebewältigung beizutragen, mache die Menschen stolz, so der Tenor des Wirtschaftsforums Graubünden.

Fallzahlen stagnieren

Trotzdem sinken die Coronafallzahlen im Kanton Graubünden aber nicht, sondern verharren auf einem konstanten Niveau. Das sei ein sehr gutes Ergebnis, bilanziert Martin Bühler. Denn während in der ganzen Schweiz die Zahlen grösstenteils ansteigen, würden diese in Graubünden konstant bleiben, sagt der Chef des kantonalen Führungsstabs. Dies trotz der hohen Mobilität, nicht zuletzt im Tourismus.

Aufgrund dieser hohen Mobilität war während den Wintermonaten ein Anstieg der Fallzahlen von rund 20 Prozent erwartet worden. Dank den präventiven Testungen in den Betrieben sind die Zahlen allerdings stagniert. So konnten weitere einschneidende Massnahmen vermieden und beispielsweise auch die Skigebiete durchgehend offengehalten werden. Eine Skigebietsschliessung hätte nach Berechnungen des Wirtschaftsforums Graubünden zusätzlich 320 Millionen Schweizer Franken gekostet.

Tagesschau 31.03.2021, 19.30 Uhr

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Ich weiss/glaube das dies nicht stimmen kann. Wenn ich wirklich suchen würde könnte ich viele Gründe nennen. Hier mal 2. Beispiele. Flöche GR 7000 2km plus. Einwohnerzahl 200000. Flöche Kanton Zürich, 1728 2km, Einwohnerzahl 1,6 Millionen. Es liegt also nicht am Test sondern der Virenkontakte Flöche p. Person. Ist in Zürich so oder so 20 mal höher. Dann die mathematische Logik der Inzidenzen. 55% Prozent lassen sich ja nicht regelmässig teste. Hier stimmt also einiges nicht.
  • Kommentar von Helen Gersbach  (Soliris)
    WIr verdanken dem Kanton Graubünden eine sehr gute Strategie!
    Dieses Pionier-Projekt hat gesamtschweizerisch Druck aufgebaut die Massnahmen anzupassen und Massentests grossflächig einzusetzen.
    Das einzig Richtige nebst der Impfung.
    Danke für diese Innovation!
    Leider kann man vom BAG z.Z. keine solchen zukunftsweisenden Ideen erwarten.
    Dort wartet man ab und beobachtet die Situation aufmerksam. :-)
  • Kommentar von Jean-Pierre Schibich  (spectator)
    Wenn wir endlich die Restaurants wieder öffnen und weitere Lockerungen wollen, sind stagnierende Zahlen schon mal ein guter Anfang.

    @SRF: Haben Angestellte im Kt.Graubünden, die sich nach einem Test in Quarantäne oder Isolation begeben müssen, mit einer Lohneinbusse zu rechnen? Dies ist m.E. entscheidend für den Erfolg dieser Tests. Nicht alle Arbeitnehmer/innen können auf einen Teil ihres Lohns (freiwillig) verzichten.
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Jean-Pierre Schibich Guten Tag, das Gesundheitsamt Graubünden hat die Quarantäneregelung für Mitarbeitende, die sich im Rahmen der Betriebstestungen in einem teilnehmenden Unternehmen regelmässig testen lassen, angepasst: Mitarbeitende, die engen Kontakt (weniger als 1,5 Meter während mehr als 15 Minuten ohne geeigneten Schutz) zu einer infizierten Person hatten, müssen nicht in Quarantäne. Sie können weiterhin arbeiten, sofern sie im Rahmen der Betriebstestungen täglich negativ getestet werden. Im Falle eines positiven Resultats bleibt selbstverständlich die 10-tägige Isolation bestehen. Liebe Grüsse, SRF News