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«Die Leute sind in ihren Zimmern isoliert»: Interview mit Markus Wittwer vom Alterszentrum Rosental
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 09.12.2020.
abspielen. Laufzeit 05:45 Minuten.
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68 Corona-Fälle in Altersheim Pflegeleiter: «Das Virus hat sich rasant verbreitet»

  • Im Winterthurer Alterszentrum Rosental wurden 51 von 105 Bewohnerinnen und Bewohnern positiv auf das Corona-Virus getestet.
  • Eine Bewohnerin ist am Dienstag verstorben.
  • Auch 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind mit dem Virus infiziert.

Nachdem vier Personen im Alterszentrum Symptome gezeigt hatten, wurden alle Bewohnerinnen und Bewohner sowie alle Mitarbeitenden getestet. Die Bilanz: Die Hälfte der Bewohnenden waren mit dem Virus infiziert. Allerdings zeigten 45 Personen fast keine Symptome. «In der Zwischenzeit ist es so, dass sechs Personen schwere Symptome zeigen», sagt Markus Wittwer, Leiter des Bereichs Alter und Pflege. Drei Bewohner sind im Spital. Eine Frau sei am Dienstag verstorben.

Mitarbeitende in einem Altersheim
Legende: Symbolbild: Das Alterszentrum rekrutiert zusätzliches Personal. Keystone

Derzeit befindet sich das gesamte Alterszentrum in Quarantäne, Besuche sind nicht erlaubt. Für die Bewohnenden sei das eine Herausforderung: «Sie sind in ihren Zimmern isoliert und das belastet enorm.» Um die Bewohnenden zu unterstützen, hat das Heim weiteres Personal rekrutiert.

Die Bewohnenden sind in ihren Zimmern isoliert und das ist enorm belastend für sie.
Autor: Markus WittwerLeiter des Bereichs Alter und Pflege

«Wie das Virus ins Haus kam, können wir nicht mit Sicherheit sagen», so Markus Wittwer. Viele der Bewohnerinnen und Bewohner seien noch sehr mobil und hätten einen engen Kontakt zueinander. «Dadurch gehen wir davon aus, dass sich das Virus unter den Bewohnenden mit einer rasanten Geschwindigkeit verbreitet hat.»

Wittwer betont, das Alterszentrum halte sämtliche Schutzvorgaben der Behörden strikt ein. «Aber offenbar gibt es trotz Schutzmassnahmen ein Risiko, dass es zu Ansteckungen kommen kann.»

Alterszentrum wünscht Verschärfungen

Wittwer verweist darauf, dass ein Alterszentrum ein Abbild der gesellschaftlichen Entwicklung sei: «Bei hohen Fallzahlen in der Gesellschaft steigt auch das Risiko in den Alterszentren massiv». Deshalb wünscht sich der Leiter des Bereichs Alter und Pflege strengere Massnahmen. Dies wirke sich auch auf das Alterszentrum aus. «Während des Lockdowns in der ersten Covid-Welle spürten wir eine massive Entlastung im Betrieb.»

Ein Corona-Schnelltest
Legende: Mit Schnelltests wurden die Bewohner und Mitarbeiterinnen des Alterszentrums getestet. Keystone

Am Donnerstag werden alle Bewohnerinnen und Mitarbeiter nochmals getestet, die beim ersten Resultat negativ waren. Sollten weitere Corona-Fälle auftauchen, würde sich die Quarantäne-Zeit weiter ausdehnen. Wittwer rechnet damit, dass dies bis Weihnachten dauert. Sobald die Quarantäne aufgehoben ist, sind Besuche mit Schutzmassnahmen wieder erlaubt.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 09.12.2020, 12.03 Uhr;

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29 Kommentare

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  • Kommentar von Mike Baumgartner  (Mike47)
    Eine weitere Erklärung für die Ursache der Ausbreitung - dies sagt der Leiter natürlich nicht gerne - Schlamperei bei seinen Angestellten bei der Umsetzung der Regeln. Und eines ist sowieso sicher: Von denen weiss niemand von nichts.
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  • Kommentar von Dominik Meier  (echoderzeit)
    "68 Corona-Fälle in Altersheim"

    Was sollen Verschärfungen, wenn die am meisten betroffenen Cluster, d.h. Alters- und Pflegeheime, noch immer nicht wirksam geschützt werden? Meine Damen und Herren, wir können uns alle Massnahmen im Land sparen, solange die Mängel im Sicherheitsdispositiv dieser Einrichtungen so offenkundig sind.
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  • Kommentar von Barbara Giordano  (Barby)
    Sind wir doch bitte ehrlich, ein Altersheim ist immer ein Ort wo alles Risikopatienten sind. Wir denken, mit Masken und Handschuhen , eine Überschütze schützen wir uns und die Anderen.. aber das Virus findet scheinbar andere .. irgendwie hat das mit Ungleichgewicht zutun,.. das Konrad Lorenz Institut für Evolutions- und Kognitionsforschung hat eine Studie gemacht: COVID-19 und andere Pandemien entstehen durch negative menschliche Einflüsse auf die Diversität der gesamten Umwelt ... lesenswert!
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    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Bei dieser Art von Studie wäre ich extrem vorsichtig. Eine Virale Pandemie entsteht durch exponentielle Ansteckung. Inwiefern es mit Diversität zu tun haben soll ist nicht einsichtig. Dass Covid-19 eine Zoonose ist, dürfte als gesichert gelten. Hier kommt es darauf an, dass ein solches Virus so mutiert, dass es sich in Menschen verbreiten kann. Passiert dies, braucht es lediglich einen einzelnen Menschen, der sich bei einem Tier ansteckt. Diversität ist offenbar auch hier nicht im Spiel.
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    2. Antwort von Alina Brack  (Schützedenwald)
      Ich habe die Studie in den Publikationen auf der Homepage nicht gefunden. kannst du mir evt mit einem Link weiterhelfen?
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