Abschaffung Ruhegehalt Regierungsmitglieder
Kanton Graubünden: Volksinitiative «Nein zum lebenslangen Ruhegehalt»
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JA
37'995 Stimmen
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NEIN
20'137 Stimmen
Gegenvorschlag Ruhegehalt
Kanton Graubünden: Gegenvorschlag des Grossen Rats
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JA
26'659 Stimmen
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NEIN
29'836 Stimmen
Das Ruhegehalt für ehemalige Regierungsräte des Kantons Graubünden wird abgeschafft. Die SVP-Initiative zur ersatzlosen Streichung des «Fallschirms» wurde deutlich angenommen: In 98 der 100 Gemeinden überwog die Zustimmung, lediglich zwei sprachen sich dagegen aus. Insgesamt resultierte ein Ja-Anteil von rund 65 Prozent.
Der Gegenvorschlag der Regierung, der eine auf drei Jahre befristete Übergangsleistung von jährlich 110'000 Franken vorgesehen hätte, wurde mit 53 Prozent Nein-Stimmen verworfen.
Bisher erhielten abgewählte, zurücktretende oder pensionierte Regierungsmitglieder – abhängig von der Amtsdauer – maximal rund 115'000 Franken pro Jahr und dies lebenslang. Diese Leistung entfällt nun vollständig. Die Initiantinnen und Initianten argumentierten, das Regierungsratsgehalt von rund 270'000 Franken pro Jahr sei ausreichend, um sich finanziell abzusichern.
Ich befürchte, dass Regierungsmitglieder bereits während ihrer Amtszeit nach neuen Jobs suchen und im letzten Amtsjahr nicht mehr unabhängig handeln könnten.
Die Regierung unterstützte die vollständige Abschaffung nicht. Sie stellte einen Gegenvorschlag vor, der von allen Parlamentsparteien ausser der SVP getragen wurde. Man respektiere den Volksentscheid, sagte Regierungsrat Martin Bühler gegenüber SRF.
Gian Michael, Mitte-Parlamentarier und Leiter des Gegenvorschlagskomitees, warnt: «Ich befürchte, dass Regierungsmitglieder bereits während ihrer Amtszeit nach neuen Jobs suchen und im letzten Amtsjahr nicht mehr unabhängig handeln könnten.»
In einer Medienmitteilung fordert das überparteiliche Komitee nun, die strenge Bündner Amtszeitbeschränkung zu lockern. Diese sei schweizweit einzigartig streng und ohne Übergangsregelung noch schwerer zu bewältigen, heisst es.
Die Bevölkerung will keine Sonderprivilegien mehr für die Regierung.
SVP-Grossrat Walter Grass, der sich an vorderster Front für die Abschaffung des Ruhegehalts eingesetzt hatte, zeigt sich erfreut über das deutliche Resultat: «Die Bevölkerung will keine Sonderprivilegien mehr für die Regierung. Es war Zeit, diesen alten Zopf abzuschneiden.»
Viele hätten gar nicht gewusst, dass Regierungsräte bisher ein lebenslanges Ruhegehalt erhielten. Die Initiative habe das Thema sichtbar gemacht – «und die Stimmbevölkerung hat klar entschieden».