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Nein zu Bargeld-Initiative Bargeld-Initiative und Gegenentwurf – die Reaktionen

Die Schweizer Bevölkerung will den Schweizer Franken besser schützen. Die Stimmberechtigten haben zwar gegen die Bargeld-Initiative gestimmt, befürworten aber den Gegenentwurf.

Das Bargeld muss besser geschützt werden, darin war sich die Schweizer Stimmbevölkerung einig. Wie genau, darin haben sich die Geister geschieden. Während die Initiative den Bund in die Verantwortung nehmen wollte, wird beim Gegenvorschlag die Nationalbank zuständig sein für die Sicherstellung der Bargeldversorgung.

Mann in Anzug mit Mikrofon.
Legende: die Schweiz entschiedet sich gegen die Bargeld-Initiative, aber für den Gegenvorschlag Keystone/PETER KLAUNZER

Unterstützt wurde die Vorlage von der Eidgenössisch-Demokratischen Union (EDU), sowie auch von der SVP. Der Gegenvorschlag hingegen erfreute sich schon im Vorfeld grösserer Beliebtheit. Einzig die GLP beschloss eine Nein-Parole.

Sieg trotz Niederlage

Der Initiant der Bargeld-Initiative Richard Koller verbucht den Entscheid des Volkes als Erfolg. «Für uns ist es ein Sieg. Das Volk hat gesagt: Wir wollen das Bargeld in der Verfassung», so Koller.

Die Ziele der Volksinitiative seien die gleichen, wie die des Parlamentes und des Bundesrates. Dadurch sei es «wunderbar», dass das Volk heute so entschieden habe, meint Koller.

Es sei zu erwarten gewesen, dass der Gegenvorschlag angenommen wird, sagt Nationalrat Beat Flach (GLP/AG). Er sei froh, dass die Initiative abgelehnt worden ist. Mit einer Annahme wäre die Schweiz in eine «apokalyptische Inflation gerast», meint der Nationalrat.

Bargeld ist schützenswert

Vroni Thalmann-Bieri (SVP/LU) hatte sich für die Bargeld-Initiative stark gemacht. «Es ist wichtig, dass das Bargeld bleibt. Nun haben wir einen Anhaltspunkt, dass wir so weitergehen können», sagt die Nationalrätin. Für Thalmann-Bieri ist «Bargeld wahres Geld». Zudem dürfe man es nicht riskieren, bei einem Ausfall der App nicht mehr zahlen zu können.

Einig ist man sich beim Spenden oder beim «Batzen» für das Göttikind. Das soll weiterhin mit Bargeld möglich sein, das meint auch Nationalrat Ueli Schmezer (SP/BE).

Bargeld sei etwas sehr Emotionales. Er hatte sich für den Gegenentwurf eingesetzt. Wenn Bargeld verschwinde, dann verschwinde wieder etwas Vertrautes.

Schmezer betont jedoch: «Wir müssen schauen, dass wir den Menschen keine falschen Hoffnungen machen. Es heisst ja nicht, dass wir in 15 Jahren immer noch überall mit Bargeld bezahlen können. Aber ich finde es gut, dass wir das mit dem Gegenvorschlag in die Verfassung schreiben.»

Das sagt der Bundesrat:

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Bundesrätin Karin Keller-Sutter äusserte sich im Namen des Bundesrates zur Bargeld-Initiative und dessen Gegenentwurfs:

Mit dem Entscheid bestehe nun Klarheit über den verfassungsrechtlichen Rahmen, sagt die Bundesrätin an der Pressekonferenz. «Für Bevölkerung und Wirtschaft ändert sich im Alltag nichts. Es entstehen auch keine zusätzlichen Kosten für Bund oder Steuerzahlende», betont Keller-Sutter. Bargeld habe in der Schweiz weiterhin eine grosse Bedeutung. Auch wenn es von den Bürgerinnen und Bürgern im Alltag weniger genutzt werde, bliebe es ein wichtiges Zahlungsmittel. «Mit der Annahme des Gegenentwurfes bleiben die bewährten institutionellen Zuständigkeiten erhalten», unterstreicht sie.

Das Thema ist noch nicht vom Tisch

Der St. Galler SVP-Nationalrat Rino Roland Büchel will nach der wahrscheinlichen Annahme des Gegenentwurfs zur Bargeld-Initiative «weiter gehen». Er kündigt einen parlamentarischen Vorstoss in der laufenden Session an. Bargeld müsse nicht nur zur Verfügung stehen, sondern auch angenommen werden, sagt Büchel.

Im öffentlichen Bereich, im öffentlichen Dienst und im öffentlichen Raum müsse die Infrastruktur erhalten bleiben, damit wirklich mit Bargeld bezahlt werden könne. Auch Nationalrat Oliver Feller (FDP/VD) ist der Meinung, dass, sobald der Staat involviert sei, Münzen und Banknoten angenommen werden müssten. Er nennt als Beispiel den öffentlichen Verkehr. Er spricht sich aber gegen eine allgemeine Pflicht aus, Bargeld anzunehmen. Private sollen selber entscheiden können. Er stehe hinter der Wirtschaftsfreiheit.

Abstimmungsdossier

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SRF 4 News, 8.3.2026, 12 Uhr ; 

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