Die bürgerlichen Parteien in der Stadt Freiburg haben zusammengespannt und ihr Wahlziel erreicht: Sie holen den Sitz zurück, welchen die FDP vor fünf Jahren verloren hat. Damit sind sie wieder zweifach in der fünfköpfigen Stadtregierung vertreten.
Allerdings ist es nicht die FDP, die den zweiten bürgerlichen Sitz ergattert, sondern die Mitte. Zwei Vertreter der Partei schaffen die Wahl in den Gemeinderat: Simon Murith und Isabelle Sob. Simon Murith erzielte mit 3919 Stimmen das beste Wahlergebnis.
Mitte-Links-Partei verliert Sitz
Bislang hatte die Mitte einen Sitz im Gemeinderat: Diesen hatte Laurent Dietrich inne, welcher nicht mehr zur Wahl angetreten ist. «Ich freue mich sehr über den Erfolg der Mitte, gleichzeitig habe ich Mitgefühl mit unseren Bündnispartnern», so Sob. «Die Werte, die wir im Bündnis teilen, werden aber in den nächsten fünf Jahren unsere Arbeit prägen.»
Der Erfolg der bürgerlichen Allianz geht auf Kosten der Mitte-Links-Partei (ehemals CSP): Die Partei verliert ihren Sitz, Pierre-Olivier Nobs wird nach zehn Jahren im Amt nicht wiedergewählt. «Natürlich bin ich enttäuscht», sagt der Sicherheits- und Verkehrsdirektor, «aber ich gehe mit dem Gefühl, meine Pflicht erfüllt zu haben.»
Frauen in der Überzahl
Bei den anderen beiden linken Parteien bleibt alles wie gehabt: Die SP bleibt mit zwei Sitzen vertreten. Elias Moussa (bisher) und Marine Jordan (neu) sind gewählt. Jordan folgt somit auf Thierry Steiert, der nach 15 Jahren im Gemeinderat nicht mehr angetreten ist. Auch Mirjam Ballmer von den Grünen schafft die Wiederwahl.
Was sich allerdings mit den Wahlen in der Stadtregierung verändert, ist das Geschlechterverhältnis: Zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt sind mehr Frauen als Männer in der Regierung. «Ein schönes Zeichen zum Weltfrauentag», findet Mirjam Ballmer von den Grünen. «Das wird nicht die ganze Welt auf den Kopf stellen, aber es zeigt, dass wir Frauen unserer Platz in der Politik haben.»
Gemeinderatswahl: 26 Kandidierende auf 6 Listen
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Bild 1 von 6. Liste 1: L'Entente (Mitte, FDP, SVP). Océane Gex, David Krienbühl, Isabelle Sob, David Papaux, Simon Murith (v.l.n.r.). Bildquelle: L'Entente Fribourgeoise.
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Bild 2 von 6. Liste 2: Sozialdemokratische Partei. Marc Vonlanthen, Marine Jordan, Elias Moussa, Sophie Delaloye, Thomas Gremaud (v.l.n.r.). Bildquelle: SP Freiburg.
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Bild 3 von 6. Liste 4: Mitte-Links. Vincent Pfister, Marie-Claire Rey-Baeriswyl, Pierre-Olivier Nobs, Isabelle Truong, Gérald Collaud (v.l.n.r.). Bildquelle: Mitte-Links Freiburg.
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Bild 4 von 6. Liste 6: Grünliberale. Ana Fontes Martins, Mathias Rossi, Caroline Revaz, Fabienne Etter, Leonardo Gomez Mariaca (v.l.n.r.). Bildquelle: Keystone.
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Bild 5 von 6. Liste 7: Grüne und Junge Grüne. Margot Chauderna, Liliane Galley, Mirjam Ballmer, Valentine Mauron, Josée Cattin Kuster (v.l.n.r.). Bildquelle: Grüne Freiburg/Francesco Ragusa.
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Bild 6 von 6. Liste 9: Partei-Klub der Künstler. Claudio Rugo kandidiert alleine auf einer Liste. Bildquelle: Künstlerpartei.
Die GLP und die Künstlerpartei, welche je mit einer eigenen Liste angetreten sind, bleiben erfolglos. Insgesamt traten für die Stadtregierung 26 Kandidierende an – darunter 14 Frauen.
Die Freiburgerinnen und Freiburger wählen am Sonntag auch ein neues Stadtparlament. Die Resultate liegen noch nicht vor.