Zum Inhalt springen

Header

Video
Mutmassliche Anschläge auf 5G-Antennen
Aus Schweiz aktuell vom 17.03.2021.
abspielen
Inhalt

Anschlagsserie im Kanton Bern Militanter Kampf gegen 5G: Die Attacken nehmen zu

Es gibt immer mehr mutmassliche Attacken auf 5G-Antennen. Beim jüngsten Fall bei Thun entstand enormer Sachschaden.

Tatort Strättligwald bei Thun. Vor rund einer Woche ist dort eine 5G-Antenne fast komplett abgebrannt. Kritzeleien vor Ort deuten darauf hin, dass das Ziel die 5G-Technik war. Es ist einer der bisher heftigsten Attacken dieser Art. Die Antenne wird von Sunrise betrieben. Auf Anfrage heisst es dort, dass man den gesamten Schaden noch nicht exakt abschätzen könne. «Er könnte sich auf mehrere Hunderttausend Franken belaufen.»

Der Tatort ist mit Polizeiband abgesperrt. Im Hintergrund das Häuschen der Antenne.
Legende: Die Polizei hat den Tatort abgesperrt. Joël Baumann/SRF

Die Berner Kantonspolizei geht von einem Brandanschlag aus. Bei einer anderen Antenne in der Region wollten Polizisten einen verdächtigen Mann kontrollieren, welcher versuchte zu flüchten. «Ein Diensthund konnte ihn stellen. Ob ein Zusammenhang besteht, ist unklar. Die Ermittlungen laufen», sagt Christoph Gnägi, Sprecher der Kantonspolizei Bern.

Kanton Bern als Hotspot der Attacken

Im Kanton Bern häufen sich solche und ähnliche Fälle. Ab Ende 2018 gab es mutmassliche Attacken auf 5G-Anlagen in Burgdorf, Langenthal und Grosshöchstetten. Etwas später eine in Thun. Und seit Ende Februar sind in der Region Thun drei weitere Fälle hinzugekommen. Unter anderem der Anschlag auf die Sunrise-Antenne im Strättligwald. Das sind total sieben Vorfälle im Kanton Bern in den letzten zwei Jahren. Ob es einen Zusammenhang gibt, ist laut Polizei unklar.

Beim Verband der Mobilfunkanbieter stellt man schweizweit eine Zunahme solcher Vorfälle fest. Die meisten davon seien im Kanton Bern passiert, weitere in der Romandie und im Wallis, sagt Peter Grütter, Präsident Verband der Telekommunikation Asut.

Das sind keine Lausbubenstreiche.
Autor: Peter GrütterPräsident Verband der Telekommunikation Asut

«Da steckt enorme kriminelle Energie dahinter. Es geht um Brandanschläge oder Sabotieren von Halterungen.» Das seien keine Lausbubenstreiche, so Grütter.

5G und der Widerstand dagegen

Box aufklappenBox zuklappen
Ein Junge mit einem Schild "Stop 5G!"
Legende: Archiv/SRF

Mit 5G ist die fünfte Generation des mobilen Internets gemeint. Vor rund zwei Jahren haben die Mobilfunkanbieter begonnen, 5G voranzutreiben. Sie gillt als Schlüsseltechnologie der Digitalisierung.

Doch die Technologie ruft auch Gegner auf den Plan. Sie kritisieren, dass 5G der Gesundheit schade. Im letzten Jahr sind in der Schweiz tausende auf die Strasse gegangen und haben gegen 5G demonstriert.

Der Verein «Schutz vor Strahlung» kämpft gegen 5G. Laut eigenen Angaben zählt der Verein anderthalbtausend Mitglieder. Die Präsidentin Rebekka Meier betont, dass ihr Verein ausschliesslich mit legalen Mitteln gegen 5G kämpfe: «Das ist eine sehr erschreckende Entwicklung und wir verurteilen diese Anschläge», so Meier. Gleichzeitig stelle sie bei ihren Mitgliedern zunehmend eine Frustration und Ohnmacht fest. Für sie gehe die Einführung von 5G viel zu schnell.

5G ist auch oft Teil von Verschwörungstheorien

Der Genfer Investigativjournalist Sami Zaibi hat intensiv zu 5G recherchiert. Der Protest gegen 5G sei zu 98 Prozent friedlich, sagt er. Warum radikalisiert sich also ein kleiner Teil der Bewegung? «Ich denke, die Situation der Pandemie spielt eine Rolle. Einige stehen mit dem Rücken zur Wand», so Zaibi. Auch die Algorithmen in sozialen Medien, welche radikale Ansichten favorisieren, spielen laut ihm eine Rolle.

Demolierte Türe mit Kritzeleien: "5G = Scheisse".
Legende: Die Vandalen hinterliesen Botschaften am Tatort. Joël Baumann/SRF

Vor allem in sozialen Medien würden zum Teil auch Verschwörungstheorien eine Rolle spielen, sagt Sami Zaibi, Journalist beim Online-Magazins Heidi.news. Er hat monatelang verdeckt in Kreisen von Verschwörungstheoretikern recherchiert. 5G sei immer wieder Thema, so Zaibi.

Rebekka Meier vom Verein «Schutz vor Strahlung» hofft unterdessen, dass es keine weiteren Attacken auf Antennen gibt. «Wir haben in den letzten Jahren einen konstruktiven Dialog aufgebaut.» Attacken auf Antennen würden nur diesem Dialog schaden, so Meier.

SRF 1, Schweiz aktuell, 17.03.2021, 19.00 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

20 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Kari Raeschter  (K. Raeschter)
    Matthias Jundt (M. Jundt): dass ist pure Verschwörungstheorie gegen 5G. Zudem sind diese Anschläge einfach nur Schwachsinn von einigen Militanten, die hoffentlich gänzlich den Schaden selber zahlen müssen, den sie angerichtet haben.
  • Kommentar von Mike Steiner  (M. Steiner)
    Gegen 5G, aber die Hütte voll WLAN, einen Induktionsherd und an der Kasse bargeldlos zahlen? Kein Problem: basteln Sie Ihre esoterische Gegenthese zu wissenschaftlichen Fakten mit dem Schwurbomat: https://michi83.github.io/schwurbomat/ :-)
  • Kommentar von Markus Berner  (Markus Berner)
    Dabei wäre die Sache ganz einfach: Wer Angst hat vor 5G soll sich einfach kein 5G-Handy kaufen! Die Strahlenbelastung, die vom Handy ausgeht, ist viel grösser als diejenige vom Masten, ganz einfach, weil sich das Handy viel näher beim Nutzer befindet. Das macht die geringere Sendeleistung des Handys um ein Vielfaches wett. Also einfach 4G verwenden, das läuft noch Jahre... und sollte an den Gefahren von 5G tatsächlich was dran sein, so merkt man das bis dann, es gibt ja genügend 5G Anwender.