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Nach Hantavirus-Fällen Drei mutmasslich erkrankte Passagiere vom Schiff evakuiert

  • Laut Weltgesundheits­organisation (WHO) sind drei Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf eine Infektion durch das Hantavirus vom Kreuzfahrtschiff «Hondius» evakuiert worden.
  • Spanien hat dem von Hantavirus-Fällen betroffenen Schiff das Anlaufen eines Hafens der Kanarischen Insel Teneriffa erlaubt – in Absprache mit der EU und der WHO.
  • Derzeit ankert das Schiff mit insgesamt knapp 150 Menschen an Bord vor Kap Verde.
  • Die Regionalregierung der Kanarischen Inseln hat sich derweil gegen eine Anlegeerlaubnis für das betroffene Schiff ausgesprochen.

Drei Passagierinnen und Passagiere mit Infektionsverdacht sind vom Kreuzfahrtschiff evakuiert worden. Dies schreibt der Generaldirektor der WHO, Tedros Adhanom, auf X. Sie sind nun per Flugzeug auf dem Weg in die Niederlande.

Derzeit wird zudem ein infizierter Mann im Universitätsspital Zürich behandelt. Laut Bundesamt für Gesundheit ist er bei der Ankunft umgehend isoliert worden.

Eine weitere Person soll zudem in der Universitätsklinik Düsseldorf vorsorglich untersucht werden, weil sie Kontakt zu einem Hantavirus-Fall gehabt hat, wie die Klinik berichtet.

Laufende Untersuchungen auf dem Kreuzfahrtschiff

Das vor Kap Verde liegende Kreuzfahrtschiff werde vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) eingehend untersucht, wie das spanische Gesundheitsministerium mitteilt. Die ECDC soll feststellen, welche Personen dringend von Kap Verde aus evakuiert werden müssten.

Die übrigen Passagiere werden mit dem Kreuzfahrtschiff demnach zu den Kanarischen Inseln fahren, wo sie voraussichtlich am Samstag auf der Insel Teneriffa anlegen werden.

Der Präsident der Kanarischen Inseln, Fernando Clavijo, erklärte, er sei gegen diesen Schritt. Er bat um ein dringendes Treffen mit Ministerpräsident Pedro Sánchez. Die Entscheidung liegt aber bei der Zentralregierung, die den regionalen Behörden übergeordnet ist.

Nächstgelegener Ort mit Kapazität für Hilfe

Die WHO habe erklärt, dass Kap Verde diesen Einsatz nicht selbst durchführen könne, betonte das spanische Ministerium. Die Kanarischen Inseln seien deshalb der nächstgelegene Ort mit den notwendigen Kapazitäten.

Das Schiff liegt vor der Küste von Kap Verden
Legende: Die WHO geht derzeit von insgesamt sieben Erkrankungsfällen aus. EPA/ELTON MONTEIRO (Archiv)

Spanien habe eine moralische und rechtliche Verpflichtung, diesen Menschen zu helfen; unter ihnen seien auch mehrere spanische Staatsbürger. Deshalb habe die Regierung in Madrid auch zugestimmt, dass der Arzt, der sich in kritischem Zustand befinde, noch in den kommenden Stunden mit einem Lazarettflugzeug auf die Kanarischen Inseln geflogen werde, teilte das Gesundheitsministerium weiter mit.

Auf den Kanarischen Inseln sollen Besatzung und Passagiere untersucht, gegebenenfalls medizinisch versorgt und in ihre jeweiligen Heimatländer zurückgebracht werden, wie es in der Mitteilung des Ministeriums weiter hiess.

Drei Personen verstorben

Bislang sind drei Passagiere gestorben, ein älteres niederländisches Ehepaar und eine Person aus Deutschland, bei der es sich nach Angaben des Schiffsbetreibers Oceanwide Expeditions um eine Frau handelt.

Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem mittlerweile verstorbenen niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien noch an Land angesteckt haben könnte.

SRF 4 News, 6.6.2026, 1 Uhr ; 

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