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Wie können Einschränkungen im Handwerksbetrieb umgesetzt werden?
Aus Rendez-vous vom 19.03.2020.
abspielen. Laufzeit 03:59 Minuten.
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Arbeiten in Zeiten von Corona Weiter schreinern – so lange es geht

Manche Gewerbebetriebe werden hart getroffen – andere finden Lösungen, damit sie weiterarbeiten können. Wie diese Schreinerei.

In der Grossschreinerei im bernischen Gümligen tönt es nach Courant normal: Es wird gesägt, geschliffen und gehobelt. Doch der Eindruck täuscht, denn die grosse Halle ist fast leer. Nur vereinzelt ragt hinter einer Maschine ein Kopf hervor.

Schreinereichef Mark Röthlisberger erscheint in der Eingangstüre. Er führt das Familienunternehmen mit 65 Mitarbeitern in vierter Generation. Die Firma stellt Designermöbel her, baut Küchen und projektiert komplette Innenausbauten.

Arbeiten in zwei Schichten – zur Sicherheit

Seit Montag lässt Röthlisberger die eine Hälfte der Belegschaft am Morgen arbeiten und die andere Hälfte am Nachmittag. So versuche man sicherzustellen, dass bei einer allfälligen Infektion eines Mitarbeiters zumindest eine Schicht weiterarbeiten könnte. «Wir hoffen, so länger durchhalten zu können», sagt der Chef.

Fabrikgebäude der Röthlisberger AG in Gümligen/BE.
Legende: Auch bei Röthlisberger wird damit gerechnet, dass man bald Kurzarbeit einführen muss. zvg

Mit der Massnahme will Röthlisberger auch die Abstandsregel des Bundesamts für Gesundheit (BAG) einhalten. Doch das sei selbst mit den neuen Massnahmen nicht immer einfach, denn man arbeite mit Plänen aus Papier, auf denen Änderungen per Bleistift eingezeichnet würden. «Da steht man sehr schnell sehr nah beieinander.» Deshalb müsse man jeweils rasch in sich gehen und zwei Schritte zurückweichen.

Das hat noch niemand erlebt

Durch die Massnahmen werde die Arbeit etwas komplizierter, sagen die Schichtleiter. Man müsse sich gut absprechen, organisieren und alle arbeitsnotwendigen Informationen akribisch an die andere Schicht weitergeben.

Trotzdem sei die momentane Situation alles andere als Courant normal. «Mit den derzeit geschlossenen Läden wird es sicher ein Verkaufsloch geben», sagt Firmenchef Röthlisberger. Sein Bruder Jan, der für den Verkauf zuständig ist, hat eine ähnliche Situation noch nie erlebt. «Wir sind alle etwas ratlos», sagt er.

Schwarzweiss-Aufnahme von der Geschäftsleitung (fünf Männer).
Legende: Firmenchef Mark Röthlisberger (ganz links) und Verkaufschef Jan Röthlisberger (ganz rechts) mit der GL des KMU. Sie rechnen mit Einbussen infolge der Corona-Krise. zvg

Noch ist ihre Situation nicht so prekär, so wie das bei anderen kleinen und mittelgrossen Firmen in der Schweiz der Fall ist, die befürchten müssen Löhne und Fixkosten bald nicht mehr bezahlen zu können. Noch ist Röthlisberger recht gut ausgelastet.

Es wird noch länger schwierig bleiben

Die international tätige Firma verdient ihr Geld vor allem mit Grossaufträgen und Massanfertigungen für grosse Firmen, Hotels oder Museen. Das sind alles Kunden, die auch unter der Krise leiden und in den nächsten Monaten nicht investieren werden. «Während der Krise gibt es keine grossen Sprünge – und auch wenn es mal vorbei ist, wird es schwierig bleiben», ist Chef Röthlisberger überzeugt.

Deshalb glaubt er, dass es auch bei ihnen bloss eine Frage der Zeit ist, bis sie Kurzarbeit beantragen müssen. Denn für ein KMU sei es im Gegensatz zu einem Grossunternehmen viel schwieriger, finanzielle Reserven anzulegen.

Rendez-vous vom 19.3.2020; 12:30 Uhr; snep/eglc

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Frau Gabriella@Salat
    Hier geht es um
    Den Titel einverstanden ?
    Wir sind heute dermassen global verzinkt, ich denke es gibt fast keinen Betrieb mehr, der nicht vom Ausland abhaenig ist, sei es im Einkauf von Rohmaterialien (Chemie) Export gleich welcher Waren
    Made in Switzerland
    wir sind ein Teil des Welthandels in wir können. wollen und dürfen das Rad nicht zurück drehen das waere unser Untergang
    Export auch nach China
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  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Ganz blöder Titel
    Weiter Schreinern so lange es geht
    Was Schreinern sie? Särge?
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    1. Antwort von Gabriella Itin  (Salat)
      Vielleicht nicht der beste Titel ,aber Ihre Idee ist nicht schlecht. Vielleicht haben sie noch eine bessere Idee ? Wenn es ums überleben geht, kann man konstruktive Ratschläge brauchen, Mein Ratschlag, sofortige Änderungen mit Verträgen im Ausland. All die Abkommen wie u.a mit China die in meinen Augen überhand genommen haben, machen wirtschaftlich mehr kaputt als das sie gutes bringen würden, ( Inkl. Virus )Es sollte mind. 80% import gestoppt werden und Eigene Produktion an 1 Stelle stehen.
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  • Kommentar von Gabriella Itin  (Salat)
    Alle unsere Kleinbetriebe haben eine schwierige Zeit. Leider. Bei uns schaut man auf jede Kleinigkeit und neben der Grenze z.b DE da haben Hornbach Obi etc noch normal offen ? warum ?Früher sagte man, ein Land müsste sich immer selbst versorgen können. Es ist nicht nur das Geld und die Arbeit, viele haben Psychologische Probleme damit umzugehen und kommen einfach mit der Situation nicht klar. Wer ist den für diese Seite zuständig ? Für die Erholung der Natur, wenig Verkehr etc. freue ich mich.
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