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Können Firmen einen Rolle in der Impfstrategie übernehmen?
Aus Info 3 vom 14.03.2021.
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Ausweg aus der Pandemie Impfen am Arbeitsplatz: Der schnelle Weg aus der Krise?

Ist die Covid-Impfung Aufgabe der Kantone oder könnten künftig auch private Firmen einen Beitrag dazu leisten?

Es dauert wohl noch eine ganze Weile, bis alle, die wollen, eine Covid-Impfung erhalten. Weil es auch dann noch langsam gehen könnte, wenn genügend Dosen da sind, will ein Zürcher Unternehmer ein eigenes Impfzentrum für Mitarbeitende und deren Angehörige aufbauen. Das berichtete die «SonntagsZeitung».

Mitte-Politikerin Ruth Humbel
Legende: Für Mitte-Politikerin Ruth Humbel könnte es eine Impfmotivation sein, wenn der Arbeitgeber die Covid-Impfung anbietet. Keystone/Archiv

Doch welche Rolle können Firmen in der Impfstrategie übernehmen? Das sei eine gute Idee, erklärt Ruth Humbel, Mitte-Politikerin und Präsidentin der nationalrätlichen Gesundheitskommission. «Wenn ich sehe, dass dieses Projekt zusammen mit einem Ärztenetzwerk erfolgt, finde ich das eine gute Sache, weil dann kann effizient, schnell und gut eine grosse Anzahl Menschen geimpft werden», sagt sie.

Wasserfallen: «Aufgabe der Kantone»

Wichtig sei, dass es im Rahmen der Impfstrategie des Bundes und der Kantone passiere. Und: Dass erst dann geimpft werde, wenn alle gefährdeten Personen, die das wollen, ihre Impfung erhalten hätten. Schliesslich gebe es auch bei der normalen Grippeimpfung Firmen, die gezielt mit Ärzten zusammenarbeiten.

Die Covid-Impfung sei Aufgabe der Kantone, sagt Flavia Wasserfallen, SP-Nationalrätin und ebenfalls Mitglied der Gesundheitskommission. Private Initiativen könnten erst längerfristig eine Aufgabe übernehmen. Aber erst, wenn genug Impfstoff da sei.

SP-Nationalrätin Flavia Wasserfallen
Legende: Die Covid-Impfung sei Aufgabe der Kantone, sagt SP-Nationalrätin Flavia Wasserfallen. Keystone/Archiv

Es gebe grundsätzlich zwei kritische Punkte, wenn private Unternehmen hier in die Covid-Impfung einsteigen wollen, sagt Wasserfallen. «Erstens, dass es wirklich den prioritären Zugang von besonders gefährdeten Menschen verletzt. Und hier plötzlich prioritär geimpft wird, wer einen Arbeitgeber hat, der tiefer ins Portemonnaie greift.»

Druck auf Mitarbeitende?

Das andere Problem sei, «dass damit auch Druck auf die Mitarbeitende ausgeübt wird – und wir wollen diese Impfung freiwillig behalten». Das sei zumindest kritisch zu betrachten, wenn Unternehmen ihren Mitarbeitenden das anbieten würden. Für Humbel könnte es eine Impfmotivation sein, wenn der Arbeitgeber die Covid-Impfung anbietet.

Wenn man sich einen grösseren Betrieb in einer Gemeinde vorstellt, der dieses Angebot für die ganze Gemeinde öffnet, würde das durchaus Sinn machen.
Autor: Thomas SteffenVorstand der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte und Schweiz

Thomas Steffen ist im Vorstand der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte Schweiz. Er sagt, dass die privaten Initiativen im Moment noch keinen Sinn machten. Aber zu einem späteren Zeitpunkt könnten diese einen wichtigen Beitrag leisten. «Wenn man sich einen grösseren Betrieb in einer Gemeinde vorstellt, der dieses Angebot für die ganze Gemeinde öffnet, würde das durchaus Sinn machen.»

Es dürfe einfach nicht nur für den Betrieb selbst sein. Man sei in seinem Kanton Basel-Stadt im Gespräch mit verschiedenen grösseren Firmen, ob und wie sie eine Rolle in der Impfstrategie des Kantons sein könnten.

Info 3; 14.3.21; 17 Uhr

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Olivier Klossner  (Oli61)
    Wenn ich bei mir im Impfzentrun sehe wie langsam das geht (10 min pro Patient) bin ich absolut für Privatinitiative!
    1. Antwort von Peter Weierstrass  (PWeierstrass)
      Sie beklagen 10 Minuten Zeitverlust, obwohl Sie einen kostenlosen Schutz gegen eine ernstzunehmende Krankheit erhalten? Und 10 Minuten in einem kantonalen Impfzentrum ist sehr wenig. (Ich arbeite selbst in einem.)
    2. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      Stimmt absolut nicht, ich habe mich gewundert wie schnell das geht und wie gut das organisiert ist. (Bl):der Zivilschutz sorgt für einen einwandfreien Durchgang. Auch bei den Parkplätzen, schnelles einordnen.
      Wir haben in einer recht vollen Halle, genau eine halbe Stunde gebraucht.
      Die Viertelstunde nach der Impfung ist ja für Ihre Sicherheit gedacht, keiner zwingt sie, diese einzuhalten.
    3. Antwort von Astrid Meier  (Swissmiss)
      Der Beipackzettel der Pfizer Impfung empfiehlt, Geimpfte noch 15 Minuten unter Beobachtung zu halten, für den Fall einer allergischen Reaktion. Abgesehen davon ist eine Aufklärung der Patienten über zu erwartende vorübergehende Nebenwirkungen Standart. Wieso sollte das abgekürzt werden?
  • Kommentar von Andi Raschle  (aras)
    Anstatt darüber nachzudenken, ob Arbeitgeber ein Impfangebot machen sollen, sollten sich die zuständigen Behörden besser darauf konzentrieren, die Impfstoffbeschaffung in den Griff zu kriegen. Hier soll einmal mehr das Pferd von hinten aufgezäumt werden.
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Keineswegs. Es handelt sich um Überlegungen zur Vorbereitung für die Zeit mit mehr Material. Dass aktuell die Kapazität der Zentren nicht das Problem ist, verstehen wohl fast alle. Aber sobald die Lieferungen steigen ändert sich das. Die Behörden können bei der Beschaffung praktisch nichts verbessern, der Takt der Lieferungen wird von der begrenzten Produktion bestimmt.
  • Kommentar von Peter Weierstrass  (PWeierstrass)
    Eine Firma, die vor den anderen eine Impfkampagne aufgleisen kann, hat einen Vorteil - deren Mitarbeiter müssen nicht mehr in die Quarantäne. Und wird produktiver sein. Und die kleinen Betriebe müssen warten, bis ihre Mitarbeiter gemäss der normalen Priorität geimpft sind...