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Wird es Erleichterungen für Geimpfte geben?
Aus Tagesschau vom 13.03.2021.
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Privilegien für Geimpfte Ethikkommission: Befreiung von Quarantänepflicht «sinnvoll»

Impfprivilegien sorgen vielerorts für Diskussionen. Der Bundesrat will nun Geimpfte von der Quarantänepflicht befreien. Das sei sinnvoll, so die Ethikkommission – unter einer Bedingung.

Sollen Menschen, die gegen das Coronavirus geimpft sind, gewisse Privilegien erhalten? Über diese Frage wird seit Wochen in vielen Ländern immer wieder diskutiert – auch in der Schweiz.

Am 12. März hat der Bundesrat nun mitgeteilt, dass er Geimpfte von der Quarantänepflicht befreien möchte, wenn sie Kontakt mit einer infizierten Person hatten. Definitiv entschieden wird am 19. März.

Zwei-Klassen-Gesellschaft befürchtet

Zulässig und sogar notwendig findet das die Nationale Ethikkommission – macht aber zugleich Einschränkungen.

Denn die Angst vor einer solchen Zwei-Klassen-Gesellschaft ist durchaus verbreitet – und auch die Nationale Ethikkommission im Bereich der Humanmedizin wendet sich gegen vorschnelle Entscheidungen. Allerdings unterstützt sie im Grundsatz die Absicht des Bundesrates, Geimpfte von der Quarantänepflicht zu befreien.

Quarantäne sei Einschnitt in Freiheitsrechte

Wie Rechtsprofessorin Andrea Büchler, die Präsidentin der Nationalen Ethikkommission, gegenüber Radio SRF erklärte, sei ein solcher Schritt sogar notwendig.

Denn die Quarantäne sei ein erheblicher Eingriff in die persönlichen Freiheitsrechte. Und ein solcher Eingriff sei nur zulässig, wenn er unbedingt nötig sei und es keine Alternativen gebe.

Befreiung nur unter einer Bedingung ethisch

Für die Befreiung von der Quarantäne gebe es aber eine Voraussetzung, die die Ethikkommission bereits vor einem Monat in einer Erklärung festgehalten hat: Es müsse nämlich gesichert sein, dass Geimpfte nicht nur selber geschützt sind, sondern das Coronavirus auch nicht weitergeben.

Ob das jetzt schon klar genug sei, müsse die medizinische Wissenschaft beurteilen. Vorläufige Studien aus Grossbritannien und Israel machen auf jeden Fall Hoffnung. Demnach ist das Risiko, dass sich eine geimpfte Person infiziert und das Virus weitergeben kann, massiv reduziert.

Quarantäne nicht gleich Event

Gleichzeitig macht die Präsidentin der Ethikkommission deutlich, dass die Befreiung von der Quarantäne etwas anderes sei, als wenn man Dienstleistungen oder den Zugang zu kulturellen Veranstaltungen exklusiv nur Geimpften gewähren würde.

So etwas wäre, wenn überhaupt, nur dann zulässig, wenn die ganze Bevölkerung bereits die Möglichkeit gehabt hätte, sich impfen zu lassen. Und das ist – wie alle wissen – derzeit nicht der Fall.

Echo der Zeit; 13.3.21; 18 Uhr;

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136 Kommentare

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  • Kommentar von Ursula Stöckli  (Lac Léman-Fan)
    Ich empfinde die Kommentare hier zu diesem ethisch heiklen Thema unwürdig, menschenfeindlich, rückständig.
    1. Antwort von Valentin Haller  (Projektionsfläche)
      Mit Verlaub, Frau Stöckli:

      Die Formulierung Ihres Kommentars ist reichlich unglücklich gewählt, denn damit diskreditieren Sie restlos alle Beiträge, was hoffentlich nicht Ihre Absicht war, ansonsten würden die verwendeten Prädikate letztlich auch auf Ihren eigenen Kommentar zutreffen.

      Schade ist auch, dass Sie uns in der Sache an sich Ihre eigene Betrachtungsweise vorenthalten. Wiewohl Ihnen Ihre Empfindungen unbenommen bleiben, so stiften sie doch keinen unmittelbaren Diskussionsnutzen.
  • Kommentar von Guido Fontana  (Boxster)
    Herr Haller. Betreffend der Ursachen dieser Pandemie gebe ich Ihnen recht. Ich sehe das genau so. Frau Nussbaumer. Leider haben sie recht was die Hygienemassnahmen anbelangt. Wenn wir aber glauben nach dem impfen könnten wir wieder so tun als wäre nichts geschehen wird uns der nächste Vorfall schonungslos unsere Limiten aufzeigen. Darum Frau Nussbaumer ist es nur mit dem Impfen eben nicht getan
    1. Antwort von Hans Meuri  (hmeuri)
      Völlig einverstanden, denn die Welt wird nie mehr so sein wie sie einmal war. Auch ohne Corona war die Welt im 2019 nicht die gleiche wie im 1999. Der Mensch passt sich laufenden an, in der jetzt vorliegenden Situation vollziehen wir lediglich in kürzerer Zeit einen grösseren Sprung als üblich.
    2. Antwort von Angela Nussbaumer  (Angela N.)
      Wo, Herr Fontana, habe ich geschrieben, NUR das Impfen werde "es tun"?
      Es ist für mich eine absolute Selbstverständlichkeit, die Hygienemassnahmen weiterhin zu befolgen. Das können Sie auch in einem anderen meiner Kommentare nachlesen ;-)
  • Kommentar von Janus Patrick  (Hello_world)
    Es gibt nur einen Grund für die Aussetzung der Freiheitsrechte:
    Schutz des Gesundheitssystems vor Überlastung

    Sobald die Risikogruppe geimpft ist und Tode bzw. schwere Verläufe recht selten sind gibt es keinen Grund mehr für Einschränkungen.

    Damit ist die Debatte hinfällig, da es offensichtlich keinen Grund mehr gibt für die Einschränkungen, wenn geöffnet werden kann.
    1. Antwort von Hans Meuri  (hmeuri)
      Die Freiheitsrechte wurden nie ausgesetzt, lediglich minimal eingeschränkt. Und Gründe dafür gibt es nach wie vor mehr als genug:

      - Fallzahlen sind so hoch wie beim Höhepunkt der ersten Welle, Tendenz steigend
      - Täglich im Schnitt 8 Todesfälle, Tendenz stagnierend
      - Bis zu 25% der Infizierten können von LongCovid betroffen sein
      - Weniger als 50% der Risikogruppe ist geimpft