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Aus dem Archiv: Nur vereinzelte Pendler sind mit Maske unterwegs
Aus Tagesschau vom 11.05.2020.
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Auswertung von Handy-Daten Die Schweizer werden wieder mobiler

In die Schule, in den Baumarkt oder kurz mal zum Coiffeur: Mit der langsamen Lockerung der Massnahmen seit dem 27. April steigt auch der Bewegungsradius der Bürgerinnen und Bürger. Bisheriger Höhepunkt ist der 8. Mai mit 13.2 zurückgelegten Kilometern pro Person.

«Am 11. Mai, am ersten Tag, an dem die meisten Geschäfte wieder geöffnet sind, hat die Mobilität nicht sprunghaft zugenommen», sagt Peter Moser vom Statistischen Amt des Kantons Zürich zu den Zahlen. «Sie liegt etwa im selben Rahmen wie am Montag zuvor. Doch die Erfahrung zeigt, dass sich Lockerungsschritte jeweils mit Verzögerung auf das Mobilitätsverhalten auswirken.»

Am wenigsten bewegt hat sich in den letzten Wochen die Altersgruppe der 65- bis 79-Jährigen. Das zeigt, dass den älteren Menschen nicht pauschal Leichtsinnigkeit vorgeworfen werden darf.

«Die Mobilität der Seniorinnen und Seniorinnen, die gerade an den Montagen stetig zunahm, hat entgegen diesem Trend sogar etwas abgenommen», so Peter Moser. Mit den Lockerungen hat aber auch bei dieser Gruppe der Bewegungsradius übers Ganze betrachtet wieder zugenommen. Einen regelrechten Sprung gab es zwischen dem 5. und 7. Mai. Die individuell zurückgelegte Distanz hat sich dabei mehr als verdreifacht von 3.9 auf 12.4 Kilometer.

Den grössten Sprung verzeichnen am 11. Mai die 30- bis 64-Jährigen. Sie legten 12.8 Kilometer zurück. Eine Woche zuvor, am 4. Mai, waren es «nur» 11.2 Kilometer. Vermutlich kehrten viele wieder an ihren Arbeitsort zurück und waren entsprechen als Pendler unterwegs.

Und wie verhält es sich mit dem viel zitierten «Stadt-Land-Graben»? Es gibt ihn, wenn es die Mobilität während der «ausserordentlichen Lage» betrifft. Die Bevölkerung im ländlichen Raum hatte einen deutlich grösseren Bewegungsradius als die Einwohner in der Stadt. Der Weg zum Arbeitsplatz, Supermarkt oder Coiffeur ist in der Stadt halt meist kürzer als auf dem Land und die Infrastruktur einfach engmaschiger.

Datenquelle der Mobilitätsstudie

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Das Statistische Amt des Kantons Zürich lässt zusammen mit der ETH Zürich den Standort von rund 2'500 Personen erheben. Die Firma «Intervista» sammelt seit 2018 die Handy-Positionsdaten von Freiwilligen und gibt sie anonymisiert weiter. Daraus ergibt sich eine für die Schweiz repräsentative Mobilitätsstudie.

Die Differenz zwischen Stadt und Land ist permanent. Am Tag der ersten Lockerungen, dem 27. April, gab es die grösste Differenz: An jenem Tag haben die Menschen aus dem ländlichen Raum mit 14.6 Kilometern eine fast doppelt so grosse Distanz zurückgelegt als ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger aus den Städten, nämlich 7.4 Kilometer.

Im zweiten Lockerungsschritt manifestiert sich die Differenz noch deutlicher. Eine Person auf dem Land hat demnach 15.9 Kilometer zurückgelegt – jene aus dem städtischen Raum 8.7 Kilometer.

SRF 4 News; 12.05.2020; 06:00 Uhr;

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Mit Hilfe dieser Daten kann z.B. auch ganz klar nachvollzogen werden, warum in den Stadten die Mobilität mit dem ÖV bevorzugt wird und auf dem Land die mit dem PW.
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  • Kommentar von markus ellenberger  (ELAL)
    Gibt es eigentlich auch ein App welches die Bevölkerung hochladen kann um die Parlamentarier zu kontrollieren wo und welches Mandat sie innen halten. Damit bei den nächsten Wahlen diejenigen gewählt werden, welche keine Mandanten haben und neutral sind.
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    1. Antwort von Roger Infanger  (A470264)
      ja, hier: https://lobbywatch.ch/de/daten/parlamentarier
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    2. Antwort von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
      Ja, Lobbywatch war für mich auch eine Hilfe bei den letzten Wahlen. Aber ich sage bewusst kleine Hilfe. Sie hat doch enorme Mängel. So weiss man nur etwas über die amtierenden Amtsinhaber. Nichts über die neuen, auch nicht über die die schon in Kantonsparlamenten sitzen. Auch ist es immer noch sehr untransparent. So weiss ich von sehr vielen Grünen und SP das sie in Lobbygruppen sind, aber Volontär. Wenn es aber um die Finanzielle Entschädigungen geht herrscht große Intransparenz.
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  • Kommentar von Esther Jordi  (EstherJ.)
    Die Auswertung wird mit der hier verlinkten App erstellt:
    https://github.com/statistikZH/covid19monitoring_mobility_intervista
    Die Teilnahme ist freiwillig, und wer die App nicht will, muss sie auch nicht installieren. Wer es macht, wird sich wohl bewusst sein, worum es geht, sonst hat er sich nicht richtig informiert. Das hat mit Schindluder überhaupt nichts zu tun.
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