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Erstmals beziffert das BAG, wie viel Hanf für Pilotprojekte in etwa benötigt wird.
Aus HeuteMorgen vom 02.07.2021.
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BAG-Pilotprojekte Wer liefert das verbotene Cannabis?

Ab 2022 sollen die ersten Pilotversuche zur kontrollierten Abgabe starten. Dafür braucht es tonnenweise Cannabis.

Die ersten Pilotversuche sollen anfangs 2022 zur kontrollierten Abgabe von Cannabis zu Genusszwecken starten. Das Projekt wird streng wissenschaftlich kontrolliert. Die Studien führt nicht der Bund selbst durch, sondern beispielsweise interessierte Gemeinden, Städte oder Universitäten. Dazu ist viel Hanf nötig.

Es braucht dann schon eine Produktion im Umfang mehrerer Tonnen.
Autor: Adrian GschwendBundesamt für Gesundheit (BAG)

«Bis zu mehreren Tonnen», sagt Adrian Gschwend vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) und erklärt: «Das ist sehr schwierig einzuschätzen. Eine qualitative Studie kann 10 Personen haben und eine andere 5000. Dann braucht es dann schon eine Produktion im Umfang mehrerer Tonnen.»

Wer soll diese mehreren Tonnen produzieren?

Bis jetzt ist der Anbau von Cannabis mit einem THC-Gehalt von über einem Prozent verboten. Das ist die Menge, mit der eine berauschenden Wirkung erzielt werden kann. Nun geht es aber um Cannabis mit einem THC-Gehalt von bis zu 20 Prozent.

Glasdose mit CBD-Cannabis
Legende: In einer kürzlich durch das Forschungsinstitut Sotomo durchgeführten Befragung war das Ergebnis, dass knapp zwei Drittel die anstehenden Pilotversuche zur kontrollierten Abgabe von Cannabis zu Genusszwecken unterstützen würden. Keystone/Archiv

Infrage kommen Herstellerinnen von Medizinalhanf oder Produzenten von legalem CBD-Hanf. Gschwend hat eine weitere Idee: «Es gibt sicher auch diese Hanfpioniere aus den 80er- und 90er-Jahren, die hier noch aktiv sind und immer wieder aktiv werden.» Das sind also Produzentinnen und Produzenten, die bis jetzt oft illegal Cannabis anbauten.

Unterschied zwischen CBD und THC?

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Tetrahydrocannabinolhat (THC) weist eine andere chemischen Zusammensetzung und wirkt deshalb psychoaktiv und führt zu einem Rausch. Cannabidiole (CBD) hingegen wirken wegen ihrer abweichenden Beschaffenheit im Vergleich zu THC anders auf unsere Zellreize ein und ist nicht psychoaktiv. Der Konsum von Cannabis mit hohem THC-Gehalt ist in der Schweiz verboten.

Adrian Gschwend vom BAG sagt dazu: «Das wird sehr streng kontrolliert, was auch aufgrund des internationalen Rechts notwendig ist. Das heisst, die Produzentinnen und Produzenten brauchen eine Ausnahmegenehmigung von uns. Wir müssen das sehr genau verfolgen.»

Woher das Cannabis kommen soll, ist noch unklar

Wer baut also für die kontrollierte Abgabe von Cannabis zu Genusszwecken wie viel Hanf an? Vieles ist noch unklar. Bis jetzt ist noch kein Projekt eingereicht worden. Erste werden im Laufe des Sommers erwartet und dann geprüft. Erste Studienergebnisse sollen in drei Jahren vorliegen.

Video
Aus dem Archiv: Jung und bekifft – Was Cannabis auslösen kann
Aus DOK vom 15.04.2021.
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HeuteMorgen, 02.07.2021, 06:00 Uhr

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36 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Haben die Zuständigen vom BAG (Bundesamt für "Gesundheit") ein Ablenkungsthema (legalisierte Abgabe von Cannabis....) gefunden, um sich weiterhin vor der effektiv lebensnotwendigen Aufgabe zu drücken, die immense "Masse an chemisch-pharmazeutischen Giften" , welche seit vielen Jahren: NATUR - Erde, Wasser/Trinkwasser und damit Tier und damit TIER und MENSCH/Bevölkerung vergiftet, gesundheitlich "legal" schädigt, endlich und aktiv zu stoppen, zu verbieten!!!
    "Volks-WOHL-Politik" ???
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    BAG -Zuständige = anstatt sich endlich und aktiv um reale Gesundheits-Sorgen (Bevölkerung) zu kümmern (immense Masse an chemisch-pharmazeutischen GIFTEN, welche seit vielen Jahren ERDE - WASSER/TRINKWASSER und damit Tier und MENSCH, bewusst gesundheitlich schädigt, vergiftet (Industrien, industrialisierte LW, Medizin-Medikamente, Privat-Konsum), startet das BAG ein "lebenswichtiges" "Pilot-Projekt Cannabis", natürlich "kontrollierte Abgabe" !??? Ojeeeee, wer liefert der Schweiz das Cannabis???
  • Kommentar von Maria Müller  (Mmueller)
    Ich finde den Vergleich mit Alkohol immer auch ein Stück weit unpassend:

    Weil Alkohol ist schon seit Menschengedenken fast allen Kulturen gesellschaftl. akzeptiert. Dagegen ist Cannabis in genauso "weltumspannend" in fast allen Kulturen gesellschaftlich "verpönt".

    Das wird wohl durchaus seine Gründe haben.
    1. Antwort von Marc Blaser  (PrCh)
      Sie bilden sich also Ihre Meinung über den Vergleich anhand dessen, dass das Eine eher akzeptiert ist in der Gesellschaft als das Andere? Eigene Meinung evtl.?
      Und ja, es gibt Gründe dafür. Fragen Sie mal die Pharmaindustrie...
    2. Antwort von Maria Müller  (Mmueller)
      Natürlich habe ich eine eigene Meinung (die ich auch des Oefteren hier schreibe.)

      Dennoch finde ich es nicht schlecht, auch einmal die Lage in anderen Kulturkreisen anzuschauen. Und dort ist Cannabis eben sinnigerweisen in vielen Kreisen (nicht allen) weltweit genauso "verpönt" (im Gegensatz zu Alkohol.)

      Das wird wohl seine Gründe haben. (Die sicher nicht in der "bösen Pharmabranche" liegen. Ach herrje, fehlt nur noch Christoph Blocher ... )

      Soviel zum Thema Verschwörungstheorien.
    3. Antwort von Claudia Beutler  (Claudia)
      Die Marihuanapflanze begleitet uns seit Menschengedenken in verschiedenen Kulturen und Regionen. Harry J. Anslinger hat die Prohibition durchgesetzt, da Hanf auch für Stoffe benutzt wurde und er den Kunstfasern einen Vorteile verschaffen wollte. Ausserdem hatte er rassistische Gründe. So wurde Schwarzen, Mexikanern und anderen Minderheiten, denen der Großteil des Konsums zugeschrieben wurde, unterstellt, im Rausch weiße Frauen zu vergewaltigen.
    4. Antwort von Claudia Beutler  (Claudia)
      Ich finde den Vergleich mit Alkohol auch unpassend, denn Alkohol ist aus meiner Sicht viel gefährlicher. Alkohol ist verbreiteter und führt zu irreberablen Schäden an den Hirnzellen. Schon mal was vom Korsakov Syndrome gehört?
      Man kann eine Alkoholvergiftung gekommen, aber keine Canabis Vergiftung. Alkohol macht argessiv und unkontrolliert, Canabis müde und entspannt.
      Also warum Alkohol?
    5. Antwort von Claudia Beutler  (Claudia)
      Lesen Sie mal über die Geschichte des Canabis, dann verstehen Sie vielleicht warum.