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Neue Studie: Viele Bedürftige in Genf sind Papierlose
Aus HeuteMorgen vom 12.05.2020.
abspielen. Laufzeit 01:49 Minuten.
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Bedürftige im Kanton Genf Sans-Papiers trifft die Coronakrise doppelt hart

  • In Genf stehen Menschen stundenlang Schlange für Essenspakete – in Corona-Zeiten verschärft sich die Lage zusätzlich.
  • Eine Studie zeichnet nun ein genaueres Bild, wer diese Menschen sind: Oft handelt es sich um Sans-Papiers ohne Krankenversicherung.
  • Der Kanton Genf befindet nun über Massnahmen gegen die Armut und zum Schutz der Menschen.

Den Hunger und die Ausbreitung des Coronavirus bekämpfen – das sind die Absichten der neuen Massnahmen der Genfer Regierung. Gegen den Hunger hat der Regierungsrat eine zusätzliche Million Franken gesprochen. Das Geld ist für Essenspakete, die regelmässig an Bedürftige verteilt werden.

Gegen die Ausbreitung des Coronavirus will sich der Kanton zudem dafür einsetzen, dass alle in Genf lebenden Menschen bei Krankheitssymptomen einen Arzt aufsuchen. 60 Prozent der Befragten, die für Essenssäcke anstanden, gaben in der Studie von «Ärzte ohne Grenzen» und dem Genfer Universitätsspital an, keine Krankenversicherung zu haben.

Essensausgabe in Genf
Legende: Die Bilder aus Genf erschüttern: Wöchentlich stehen Tausende von Menschen stundenlang Schlange, um sich einen Snack mit Grundnahrungsmitteln im Gegenwert von 20 Franken zu ergattern. Keystone

Rund die Hälfte der gut 500 Befragten erklärte in der Studie, ohne legalen Aufenthaltsstatus in Genf zu leben. Von diesen Sans-Papiers sind nach eigenen Angaben neun von zehn nicht krankenversichert.

Eine fehlende Krankenversicherung oder die Angst, die Identität preisgeben zu müssen, sollten nicht dazu führen, sich nicht untersuchen zu lassen und so womöglich zur Verbreitung des Virus beizutragen. Denn Genf ist zurzeit im Verhältnis zur Einwohnerzahl der am stärksten vom Coronavirus betroffene Kanton – mit mehr als einem positiv getesteten Fall pro 100 Einwohner.

Politik entscheidet über Massnahmen

Welche zusätzlichen Massnahmen der Kanton konkret treffen will, ist noch offen. Im Kantonsparlament verlangte die SP am Montagabend in einer dringlichen Motion eine breit angelegte Informationskampagne, die darauf hinweist, dass eine Untersuchung für Unversicherte anonym und gratis sei.

Weiter sollen auch alle Versicherten mit Prämienverbilligung davon befreit werden, den Selbstbehalt und den Franchisen-Anteil zu bezahlen, wenn sie sich aufs Coronavirus testen lassen wollen. Das Kantonsparlament wird am Dienstag über diese Motion befinden.

Video
Aus dem Archiv: Hilfe für die Bedürftigsten in Genf
Aus Tagesschau vom 03.05.2020.
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HeuteMorgen, 12.05.2020, 06:00 Uhr

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Meier  (M.Meier)
    Sehr hart für diese Personen, jedoch sind hier zwei Seiten Schuld am Ganzen. Erstens die Sans-Papier selber, die ja bewusst in der Illegalität leben, weil aus gewissen Grünen keine legale Aufenthalt in der Schweiz geniessen.
    Auf der anderen Seite die Gastro- und Hotelbetriebe oder auch Private welche Sans-Papiers im Wissen um die Illegalität einstellen um die Löhne zu drücken. Diese handeln genauso illegal und diese müsste man hart bestraffen, damit die Anreize abgeschafft werden.
  • Kommentar von Jack Hauser  (apache64)
    Wer illegal in einem Staat lebt, muss gewisse Nachteile in Kauf nehmen
    1. Antwort von Gino Huttenlauch  (Huttenlauch)
      Ja nämlich! Selber Schuld, dass sie in einem Kriegsgebiet aufgewachsen sind oder politisch verfolgt werden, weil sie ihre Meinung sagten.
      Der Fakt, dass diese Menschen es bevorzugen in der Schweiz Stunden auf Grundnahrungsmittel zu warten, zeigt doch, dass die nicht einfach zurückkehren können um dort ein tolles Leben zu leben.
    2. Antwort von Margot Helmers  (Margot Helmers)
      @Huttenlauch. Kriegsflüchtlinge oder poltische Verfolgte erhalten Asyl.
    3. Antwort von Martin Meier  (M.Meier)
      @Huttenlauch: gemäss mehreren Studien handelt es sich bei den Sans-Papiers in der Schweiz vor allem um Leute aus Ex-Jugoslawien (damals nicht verlängerte Saisoniergenehmigungen) und Leuten aus Osteuropa sowie Lateinamerika und den Philippinen.
      Also nicht wirklich Leute aus Kriegsgebieten.
    4. Antwort von Gino Huttenlauch  (Huttenlauch)
      @Margot Helmers: Wenn sie es nicht beweisen können nicht. Was denken Sie, weshalb diese Menschen geflüchtet sind?
    5. Antwort von Margot Helmers  (Margot Helmers)
      @Huttenlauch. Perspektivlosigkeit.
  • Kommentar von Markus Baumann  (pierrotlunaire)
    Fragen: Weshalb hat gerade Genf so grosse Probleme mit den Sans-Papiers? Woher stammen die SPs? Wovon und wo leben die SPs normalerweise? Wie steht es um die Selbstverantwortung der SPs? Wie viele sind untergetauchte AsylbewerberInnen, die ausreisen müssten? Wer trägt die politische Verantwortung für diese Parallelgesellschaft?
    1. Antwort von robert mathis  (veritas)
      M.Baumann ich war entsetzt als ich neulich las wie viele tausend SPs in der Schweiz und nicht nur in Genf leben. Sie fragen wer die Verantwortung für diese tausenden illegalen Abgetauchten übernehmen soll.Ich denke wir haben darüber abgestimmt und unseren gewählten hochbezahlten Politiker/innen die Verantwortung übertragen