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Legende: Audio Die «grosse Schwester» kann bei der Lehrstellensuche ein grosse Hilfe sein abspielen. Laufzeit 06:41 Minuten.
Aus Espresso vom 06.08.2019.
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Benachteiligte Jugendliche Junge Erwachsene helfen bei der Lehrstellensuche

Das Projekt «Rock Your Life» hilft benachteiligten Jugendlichen seit fünf Jahren erfolgreich bei der Lehrstellensuche.

Nicht alle Jugendlichen erhalten zuhause dieselbe Unterstützung bei der Lehrstellensuche. Einige sind auf sich allein gestellt. Sei es, weil die Eltern keine Zeit haben, das Schweizer Berufswahlsystem nicht kennen oder zu wenig gut Deutsch sprechen. Die Bildungschancen in der Schweiz hängen immer noch stark vom familiären Hintergrund ab. Solchen benachteiligten Jugendlichen hilft das Mentoring-Programm «Rock Your Life».

Bei «Rock Your Life» unterstützen junge Erwachsene als Mentorinnen und Mentoren benachteiligte Jugendliche beim Übergang von der Schule ins Berufsleben. Jeder Jugendliche im Projekt erhält dabei seine persönliche Betreuerin. Die beiden treffen sich dann regelmässig, um Schnupperlehren zu suchen, Bewerbungen zu schreiben und Bewerbungsgespräche vorzubereiten.

Der Mentor als «grosser Bruder»

Die Mentorinnen oder Mentoren könnten den Jugendlichen ganz konkret helfen, sie motivieren, wenn es mal nicht so gut laufe oder bei Terminen und Pendenzen nachfassen, sagt Melanie Rolli, Co-Geschäftsführerin von «Rock Your Life»: «Deshalb reden wir auch gerne von einem ‹grossen Bruder› oder einer ‹grossen Schwester›.» Junge Erwachsene hätten einen anderen Zugang zu den Jugendlichen.

Zum Projekt gehören nicht nur die Treffen zu zweit. «Rock Your Life» bietet den Jugendlichen und ihren Mentoren auch verschiedene Trainings und Workshops an. Berufsbildner von Partnerfirmen zeigen den Jugendlichen, worauf es bei einer Bewerbung ankommt und üben mit ihnen Bewerbungsgespräche.

Erfolgsquote über 80 Prozent

«Rock Your Life» startete als gemeinnütziges Projekt in Deutschland. In der Schweiz wurde 2013 ein Pilotprojekt in Bern durchgeführt. Inzwischen gibt es «Rock Your Life» in acht Deutschschweizer Städten. Das Projekt wird vor allem von Stiftungen finanziert. Bislang haben 565 Mentoringpaare das Projekt durchlaufen.

Jedes Jahr werde gemessen, wie viele der begleiteten Jugendlichen eine Anschlusslösung finden, sagt Melanie Rolli: «Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass das 80 Prozent sind. Und das haben wir bisher erreicht.» Ebenso viele seien ein Jahr später auch immer noch an dieser Lehrstelle.

Die nächsten Ziele von «Rock Your Life» sind, das Projekt auch in der Romandie zu verankern, weitere Finanzierungsquellen zu suchen und Jugendliche, die das Projekt selbst durchlaufen haben, als Mentorinnen und Mentoren zu gewinnen. Dafür, dass die Jugendlichen auch während der Lehre begleitet werden, reichen die Ressourcen nicht. Daher endet eine Begleitung jeweils nach anderthalb Jahren. Regelmässig gibt es aber Mentoringpaare, die den Kontakt über diese Zeit hinaus aufrechterhalten.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller  (panasawan)
    Es geht also um die Finanzierung. Na ja, brüderliche, oder schwesterliche Hilfe beruht aber grundsätzlich auch auf anderen Werten und nicht auf finanziellen Werten. Ich glaube das sollte man sicherlich nicht ändern und dabei gleichsam ein "knallhartes, gewinn-orientiertes Geschäft" machen, wofür die Allgemeinheit wieder aufkommen soll. - Ansonsten gut so, weiter so, und vor allem nur mit idealen, menschlichen Werten und Idealismus.
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    1. Antwort von Daniel Rothenbühler  (Rothenbühler)
      Ein ehrenamtliches Engagement der Mentoren ist die Grundlage von RYL. Aber ohne finanzielle Unterstützung zur Finanzierung von "Basics" geht es nicht - oder kennen Sie ein nachhaltiges, einigermassen professionell geführtes Projekt, welches ohne irgendwelche finanziellen Mittel auskommt???
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    2. Antwort von Hans Haller  (panasawan)
      Ja Herr Daniel Rothenbühler das kenne ich sogar sehr gut. Es heisst eigenes Engagement und das können Sie halt leider nicht kaufen, das müssen Sie leisten, kaufen und es sich so erwerben, können Sie sich das genau eben gar nicht. - Nicht alles, was eine intakte Gesellschaft ausmacht und ausmachen soll kann man kaufen oder ist gar einfach käuflich.
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    3. Antwort von Hans Haller  (panasawan)
      Und noch was Herr Daniel Rothenbühler, mehr Geld in Bildung ausgeben bringt leider nicht automatisch mehr Bildung. Es wäre nur allzu schön, so es mit mehr Geld zu bewerkstelligen wäre. Aber dem ist leider eben nicht so. - Nur so nebenbei noch erwähnt. In Europa aber auch in der Schweiz steht es da gar nicht so gut und da ist das Geld eigentlich meist bereits ausreichend vorhanden.
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  • Kommentar von Susanne Saam  (Biennoise)
    Super Projekt, super Einsatz von Jugendlichen!
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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    "Sei es, weil die Eltern keine Zeit haben, das Schweizer Berufswahlsystem nicht kennen oder zu wenig gut Deutsch sprechen. Die Bildungschancen in der Schweiz hängen immer noch stark vom familiären Hintergrund ab." - Bedenkliche Tendenzen. Die Schweiz hat es Jahrzehnte lang verpasst, für eine vernünftige Familienpolitik zu sorgen, nun ist der Nachwuchs zunehmend system- und bildungsfremd bzw. nicht sprachgesund. Aber dass Eltern derart aus der Pflicht genommen werden, ist genauso falsch.
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    1. Antwort von Daniel Rothenbühler  (Rothenbühler)
      Dem ersten Teil Ihrer Aussage stimme ich absolut zu! Den letzten Satz sehe ich jedoch etwas anders: Mir scheint es, dass es nicht darum geht, die Eltern aus der Pflicht zu nehmen, sondern deren Kindern eine faire Chance für den wichtigen Eintritt in den Arbeitsmarkt zu geben. Wenn dies die Eltern nicht tun KÖNNEN - nicht weil sie nicht WOLLEN - so finde ich RYL eine gute Möglichkeit, den Übergang von der Schule ins Erwerbsleben zu begleiten.
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