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Seilbahnen-Präsident Hans Wicki: «Für die Seilbahnen sind die Massnahmen nicht umsetzbar»
Aus SRF 4 News aktuell vom 01.12.2020.
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Kontingente beim Wintersport Skigebiete haben keine Freude an Bersets Plänen

Bundesrat Alain Berset will die Personenzahl in den Skigebieten beschränken. Was heisst das für die Gebiete?

Es wird immer klarer, wie die Wintersaison heuer aussehen könnte: Bundesrat Berset hat laut dem «Tagesanzeiger» einen Verordnungsentwurf verfasst, der die Regeln für die Skigebiete festhält. Nun können die Kantone dazu Stellung nehmen.

Erste Reaktionen aus den Skigebieten zeigen: Bersets Coronapläne für die Skisaison 20/21 kommen in den Wintersportorten der Schweiz gar nicht gut an.

Obwaldner Skigebiet Engelberg-Titlis

«Wir haben es auch ohne zusätzliche Massnahmen schon schwer», sagt denn auch Urs Egli, Marketingleiter der Titlis Bergbahnen auf Anfrage. Das Zentralschweizer Skigebiet sei insbesondere von den internationalen Reisebeschränkungen betroffen.

Gäste aus dem asiatischen Raum auf dem Titlis.
Legende: Dass es dieses Jahr keine Gäste aus Asien hat, trifft insbesondere das Zentralschweizer Skigebiet Titlis schwer. Keystone

«Für uns steht im Zentrum, dass wir die Sicherheit der Gäste gewährleisten», betont Egli. «Wir haben ja bereits ein umfangreiches Schutzkonzept ausgearbeitet.» Zusätzliche Massnahmen, wie sie der Bundesrat nun in der Verordnung vorschlägt, seien nicht sinnvoll.

Weitere Massnahmen machen uns das Leben nicht einfacher.
Autor: Urs EgliMarketing Titlisbahnen

«Die Fahrt in unserer Bahn dauert 4 Minuten und 22 Sekunden. Jede Zugfahrt dauert länger», so Egli. Dennoch werde man sich bei allfälligen neuen Massnahmen natürlich fügen.

Am Dienstagvormittag habe die Geschäftsleitung der Titlisbahnen bereits eigene Handlungsoptionen diskutiert. Zur Debatte stehe beispielsweise, dass Securitas-Mitarbeitende bei der Talstation für Abstand sorgen, wenn es nötig ist. Es brauche aber auch die Eigenverantwortung der Gäste.

Menschen in einer Bergbahn.
Legende: In der Rotair, der Bahn auf den Titlis, gibt es bereits eine Kapazitätsbeschränkung. Keystone

Einzelne Massnahmen seien gut umsetzbar, beispielsweise die Beschränkung der Anzahl Fahrgäste in den Seilbahn-Kabinen. Da habe man bereits ohne bundesrätliche Vorgaben reagiert und transportiere 25 Prozent weniger Gäste pro Fahrt als in anderen Jahren.

Walliser Skigebiet Belalp

Auch Urs Zenhäusern, Geschäftsleiter der Belalp-Bahnen, ist nicht erfreut über die Ideen aus Bundesbern. Besondere Sorgen bereitet ihm die geplante Kontingentierung im Skigebiet. Eine solche Besucher-Beschränkung sei schlicht nicht umsetzbar: «Wie sollen wir das kontrollieren? Und wer hat Vorrang?»

Es gäbe auf der einen Seite beispielsweise Zürcherinnen und Zürcher, die einen Wochenpass kauften. Andererseits gäbe es die Leute aus Naters, die eine Saisonkarte hätten. «Wem sagt man jetzt, dass er oder sie nicht rein darf?»

Belalp mit Ferienwohnungen und einer Gondel.
Legende: Nicht alle Skifahrerinnen und Skifahrer kommen via Talstation ins Gebiet. Einige wohnen in Ferienwohnungen und Hotels. Keystone

Zenhäusern findet, es brauche keine zusätzlichen Massnahmen. Nötig sei vielmehr die Vernunft der Menschen. «Und dort, wo diese nicht vorhanden ist, haben wir bereits gute Schutzkonzepte.» Man fahre beispielsweise keine Bahn auf den Berg, wenn nicht auch der Allerletzte eine Maske trage.

Die Massnahmen sind nicht seriös umsetzbar.
Autor: Urs ZenhäusernDirektor der Belalp-Bahnen

Was die Bewilligung durch den Kanton angeht – eine weitere, von Berset geforderte Massnahme – macht sich der Walliser keine Sorgen: «Im Moment ist die Bettenkapazität gut bei uns». Dies aber rüttelt nicht an seiner grundsätzlichen Haltung, dass die Corona-Schutzkonzepte in den Skigebieten bereits heute schon genügten.

SRF 4 News, 1.12.2020, 10:00 Uhr

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34 Kommentare

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  • Kommentar von René Balli  (René Balli)
    Vergesst nicht, Skifahren ist ein Luxusproblem!
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  • Kommentar von Ueli Jäger  (u.jaeger@kss.ch)
    Haben sich die kritischen Skigebiete, Seilbahnen und ihre Verbandsoberen schon einmal überlegt, dass ihre Kunden Schutzmassnahmen wie sie vom Bund vorgeschlagen werden o.ä. erwarten könnten? Vielleicht würden sie dann jetzt wirklich mit der Umsetzung von Massnahmen beginnen und das "geht nicht-Stadium" verlassen. Andermatt macht's am Gemsstock übrigens sehr gut vor!
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  • Kommentar von Andrea Esslinger  (weiterdenken)
    Das Virus verschwindet nicht einfach, wann sehen wir das endlich ein. Das Leben ist zu schön ( oder war es) um es allein auf Angst vor Covid19 auszurichten. Ruhig durchatmen und leben wie zuvor.
    Einfach mal bedenken was heute in einem anderen Artikel steht: 13% der Todesfälle in Deutschland gehen auf das Rauchen zurück. Würden wir also das Rauchen verbieten, hätten wir mehr als genug Spitalkapazitäten und dazu ein normales Leben und eine funktionierende Wirtschaft.
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    1. Antwort von Hans Meuri  (hmeuri)
      Seit dem Rauchverbot in der Oeffentlichkeit gefährdet man als Raucher nur noch sich selbst. Leute die während der Pandemie genauso wie zuvor leben, gefährden damit aber die Gesundheit oder sogar das Leben der Mitmenschen.
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