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Die Schadenbilanz der Unwetter seit Ende Juni
Aus SRF News spezial vom 16.07.2021.
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Böses Erwachen nach Unwettern Bis die Schadensumme bekannt ist, kann es noch Monate dauern

Noch bevor sich die Wolken verzogen haben, beschäftigen sich die Kantone bereits mit den Kosten der Unwetter. Allein die Gebäudeversicherungen rechnen mit mehreren hundert Millionen Franken Schaden.

Beschädigte Gebäude, zerstörter Hausrat, ruinierte Landwirtschaftsflächen: An allen Fronten kämpfen die Kantone mit der Bewältigung der Unwetterschäden. Schon jetzt ist klar: Allein in sieben der am stärksten betroffenen Kantone beträgt die Schadensumme an Gebäuden gesamthaft annähernd eine halbe Milliarde Franken.

Am verheerendsten ist die Situation im Kanton Luzern: Die Gebäudeversicherung rechnet mit 150 bis 200 Millionen Franken Folgekosten. Dabei fallen besonders die Hagelniedergänge ins Gewicht. Immerhin seien die Folgen des Hochwassers bisher weit weniger verheerend als jene des Hagels, wie die kantonale Gebäudeversicherung auf Anfrage von SRF mitteilt. 

Schadenmeldungen der kantonalen Gebäudeversicherungen
Aus SRF News spezial vom 16.07.2021.

Auch die Kantone Neuenburg, Zug und Zürich führen einen wesentlichen Teil der Schadensumme auf Hagelschäden zurück. Allein Zürich meldet für die Sturmnacht vom 12. Juli gegen 2000 Schadenmeldungen. 

Schadensummen in den Kantonen

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  • Luzern: 150 – 200 Mio. Franken
  • Zug: 58 Mio. Franken
  • Zürich: 40 Mio. Franken
  • Bern: über 50 Mio. Franken
  • Solothurn: 11.5 Mio. Franken
  • Aargau: 27 Mio. Franken
  • Neuenburg: 35 bis 40 Mio. Franken


Quelle: Kantonale Gebäudeversicherungen

Bereits jetzt wurden Gebäude in verschiedenen Kantonen stärker in Mitleidenschaft gezogen als beim Sturm Lothar im Jahr 1999.  

Kommt es zu kantonaler Solidarität?

 Sorgen bereitet diese Situation den Verantwortlichen in Luzern trotzdem nicht. Die Gebäudeversicherung habe genügend Reserven, zudem könne Luzern bei noch höheren Beträgen auf die Hilfe anderer Kantone zurückgreifen.

Wenn die Gesamtsumme die Grossschadengrenze von 223 Millionen Franken übersteigt, beteiligen sich die anderen Gebäudeversicherungen gemäss interkantonaler Risikogemeinschaft automatisch an der Schadendeckung.

Übersteigen beispielsweise im Kanton Luzern die Schäden 223 Millionen Franken, bezahlen die anderen Gebäudeversicherungen ihren entsprechenden den Anteil über 223 Millionen Franken. Ob diese Schadengrenze überhaupt erreicht wird, ist noch offen: «Bis wir das wissen, kann es noch ein paar Monate dauern», sagt der Leiter des Direktionsstabs der Luzerner Gebäudeversicherung. 

Noch unklarer ist die Situation im Kanton Bern. Sicher sei lediglich, dass die Schadensumme deutlich über den am 2. Juli kommunizierten 50 Millionen Franken liege. Wie schlimm das Ausmass tatsächlich ist, will der Kanton aber erst kommende Woche bekannt geben. Bis dann dürfte sich die Hochwassersituation zumindest etwas entspannt haben.

Tagesschau, 16.07.2021, 19:30 Uhr

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9 Kommentare

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Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    Die im Artikel geschilderte Situation darf auf keinen Fall dazu führen dass die Bürger die Schaden erlitten haben jahrelang auf Entschädigung warten müssen.
    Gefragt ist jetzt eine schnelle und nicht von Bürokratie bis zum Schneckentempo gebremste Abwicklung der Hilfe für die Betroffenen.
  • Kommentar von Christoph Stadler  (stachri)
    Die Kantone Genf, Tessin, Wallis und Appenzell Innerrhoden kennen übrigens kein Gebäudeversicherungsobligatorium. Wie sieht es mit der Solitarität dieser Kantone aus?
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Die Klimakrise bedroht unsere Gesundheit existentiell. Luftverschmutzung ist weltweit das Schlimmste, killt mehr Menschen als das Rauchen, und verkürzt auch unser Leben massiv. Der Dreck in der Luft hängt massgeblich an der Verbrennung von fossiler Energie: Kohle, Diesel, Öl. Wenn die Klimakrise das Fieber von Mutter Erde ist, dann ist das Artensterben ihre Demenz. Klimaschutz, Gesundheitsschutz und Artenschutz gehören für Sie zusammen. Wir alle müssen endlich zu handeln.